Raumfahrt

Test-Oberstufe der neuen Ariane 6 geht auf Reise nach Kourou

Oberstufe der neuen Trägerrakete Ariane 6
Aus der Fabrik in Bremen geht die Raketenstufe der ArianeGroup in einer übergroßen Transportkiste via Seetransport nach Südamerika. Foto: Frank T. Koch / Hill Media GmbH/Photo/dpa © Frank T. Koch / Hill Media GmbH

Bremen (dpa) - Erstmals geht eine Oberstufe der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 von Bremen aus auf Reisen zum Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana.

Die Raketenstufe werde aber nicht ins Weltall fliegen, sondern in Kourou für Tests gebraucht, sagte Karl-Heinz Servos, Produktionschef der ArianeGroup, in Bremen.

Aus der Fabrik in der Hansestadt soll die Raketenstufe in ihrer übergroßen Transportkiste in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit einem Schwertransportlastwagen zum Hafen gebracht werden. Die Fachleute rechneten mit fünf Stunden Fahrt, um den 55 Meter langen Lastzug über 8 Kilometer bis zum Schiff zu bugsieren. Eine Nacht später soll die Oberstufe verladen werden, um den Seetransport nach Südamerika anzutreten. «Das ist die erste Stufe, die von hier über das Wasser geht», sagte Servos.

In Kourou werden die Haupt- und die Oberstufe der Ariane 6 zum ersten Mal zu einer Einheit verbunden, wie er sagte. Dann solle die Kommunikation zwischen Bodenanlagen und Rakete getestet werden. Auf dem Weltraumbahnhof werde die künftige europäische Trägerrakete erstmals auch auf den neu für sie gebauten Startplatz gestellt.

Eine andere Test-Oberstufe der Ariane 6 ist Anfang 2021 nach Lampoldshausen (Baden-Württemberg) geliefert worden, einen Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mit dem ersten Start einer Ariane 6 rechnet Servos für Mitte 2022. Die Oberstufe dafür werde derzeit in Bremen fertiggestellt.

Mit zahlreichen Luft- und Raumfahrtfirmen sei Bremen «das europäische Herz der Raumfahrt», sagte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linkspartei). Die Bedeutung der Weltraumfahrt für Kommunikation, Wissenschaft, Klima- und Umweltforschung sollten noch stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden, sagte sie: «Was wir durch Raumfahrt der Menschheit zur Verfügung stellen, das sollte man nicht geringschätzen.»

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