VfB Stuttgart

Wo Matarazzo noch Verbesserungspotential sieht

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Der neue Stuttgarter Cheftrainer Pellegrino Matarazzo. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Der Start in die Restrunde ist geglückt. Doch der 3:0-Sieg des VfB Stuttgart gegen den Verfolger aus Heidenheim hat auch gezeigt, dass die Schwaben in allen Bereichen noch Luft nach oben haben. Und die Zeit drängt. Das Auftaktprogramm ist hammerhart. Bereits am Samstag beim FC St. Pauli (13.30 Uhr/ZVW-Liveticker) müssen die Stuttgarter den ordentlichen Auftritt vom Mittwoch bestätigen. Für Sportdirektor Sven Mislintat ist die Partie im stimmungsvollen Millerntor-Stadion ein „Knaller-Spiel. Da darf man nicht müde sein.“ Der Schlüssel für einen Erfolg beim Kiezclub sei der „maximale Respekt vor der Aufgabe.“ Soll heißen: Die VfB-Profis müssen auch am Samstag mit der gleichen konzentrierten und engagierten Einstellung auf den Platz gehen wie am Mittwochabend gegen den Nachbarn von der Ostalb.

Was unter Pellegrino Matarazzo anders läuft

Schon im ersten Pflichtspiel unter Neu-Trainer Pellegrino Matarazzo wurde deutlich, dass der VfB nun deutlich stärker auf defensive Stabilität setzt. Mit Erfolg. Bis auf eine Drangphase der Gäste kurz nach der Pause ließen die Stuttgarter kaum etwas zu. Im Abwehrverhalten behielten die Spieler eine klare Ordnung und standen tiefer, weswegen der VfB auch weniger anfällig für gegnerische Konter war als zuletzt. „Alle profitieren von den klareren Strukturen in der Defensive“, findet Sven Mislintat.

Auch die personellen Maßnahmen des neuen Trainers – sieben Wechsel in der Startelf im Vergleich zum letzten Spiel unter Tim Walter - fruchteten. Der US-Amerikaner mit italienischen Wurzeln beorderte Atakan Karazor in die Innenverteidigung, Kapitän Marc Oliver Kempf spielte als linker Außenverteidiger und überzeugte ebenfalls. Kempf (32.) erzielte sogar die Führung. Hinzu kam ein glückliches Händchen bei den Einwechslungen: Borna Sosa legte in der 76. Minute mit einer schönen Flanke das 2:0 von Nicolas Gonzalez auf. Ex-Nationalstürmer Mario Gomez (86.) sorgte mit einer seiner ersten Ballberührungen für den 3:0-Endstand.

„In der ersten Halbzeit war viel Gutes zu sehen“

„Die wichtigste Erkenntnis war, dass wir schon einen Tick weiter sind als gedacht, was offensive Prinzipien angeht“, lobte Matarazzo nach der Partie. Vor allem in Puncto Effektivität steigerten sich die Stuttgarter Kanoniere. Aus zwölf Torschüssen resultierten drei Treffer. Verglichen mit dem Stuttgarter Chancenwucher aus der Hinrunde eine mehr als ordentliche Quote. Dennoch sieht Matarazzo in allen Bereichen noch Verbesserungspotential. „In der ersten Halbzeit war viel Gutes zu sehen. Aber der Moment des Pressings stimmt noch nicht hundertprozentig“, so der neue Cheftrainer, „und offensiv haben wir die Auslöser zu – sagen wir – 60 Prozent gut umgesetzt. Es waren immer Aktionen dabei, in denen wir noch mehr im Sprint nach vorn hätten sein können.“

Mit nun 34 Punkten bleiben die Schwaben drei Punkte hinter Spitzenreiter Arminia Bielefeld. Wie wichtig der Erfolg gegen Heidenheim war, zeigt sich aber vor allem daran, dass der Abstand auf den viertplatzierten Verfolger aus Heidenheim auf vier Punkte vergrößert wurde. Beim FC St. Pauli am Samstag kann nun ein weiterer Schritt in Richtung Bundesliga-Rückkehr gemacht werden.