VfB Stuttgart

Wolf fordert Umdenken beim Videobeweis

Fußball Bundesliga Hamburger SV vs. VfB Stuttgart_0
Hannes Wolf: „Ich finde es krass, dass da einer sitzt – beruflich – und nichts sagen darf. Das macht keinen Sinn.“ © Danny Galm

Hamburg.
Die Diskussionen rund um den Videobeweis nehmen kein Ende. Der Video-Assistent, der die Spiele von Köln aus überwacht und nur bei „offensichtlichen Fehlern des Schiedsrichters auf dem Platz“ eingreifen darf, liefert an jedem Wochenende eine Menge Zündstoff.

Klare Fehlentscheidung zu Ungunsten des VfB

Profitierten die Schwaben klaren Fehlentscheidung zu Ungunsten des Aufsteigers.

Was war passiert? VfB-Mittelfeldspieler Dzenis Burnic hatte bereits nach fünf Minuten für sein zu hohes Bein gegen Hamburgs Jann-Fiete Arp eine Gelbe Karte gesehen (Wolf: „Die darf nicht passieren“). Sieben Minuten später rutschte der 19-Jährige tief in der Hamburger Hälfte unglücklich in Aaron Hunt und Schiedsrichter Guido Winkmann wertete die Szene als gelbwürdiges Vergehen und stellte den deutschen U 20-Nationalspieler mit Gelb-Rot vom Platz.

Wolf: "Das macht keinen Sinn"

Hannes Wolf schimpfte nach Abpfiff über die aus seiner Sicht spielentscheidende Szene: „Es war ganz klar keine Gelb-Rote Karte.“ Auch Schiedsrichter Winkmann räumte nach dem Spiel selbstkritisch seinen Fehler ein: „Nach meiner Wahrnehmung auf dem Platz ist der Spieler rücksichtslos eingestiegen. Die Fernsehbilder geben das aber nicht her.“

Während VfB-Sportvorstand Michael Reschke („Die Entscheidung war unglücklich, aber das passiert manchmal“) und Kapitän Dennis Aogo („Wir dürfen jetzt auch nicht den Fehler machen und alles auf den Schiedsrichter schieben“) die Szene nicht überbewerten wollten, ärgerte sich Hannes Wolf über die Regelung, die besagt, dass der Video-Assistent bei einer Roten Karte eingreifen darf, bei einer Gelb-Roten Karte aber nicht.

In den Regularien des DFB ist festgeschreiben, dass der Videobeweis nur in vier Fällen angewendet werden darf:

  • Torerzielung (Foul, Handspiel, Abseits und andere Regelwidrigkeiten)

  • Strafstoß/Elfmeter (nicht oder falsch geahndete Vergehen)

  • Rote Karte (nicht oder falsch geahndete Vergehen)

  • Verwechslung eines Spielers (bei Roter, Gelb-Roter oder Gelber Karte)

Die Fehlentscheidung, die zur Gelb-Roten Karte für Dzenis Burnic führte, war also laut den Regularien des DFB kein Fall für den Videobeweis. Eine Regelung, für die Hannes Wolf nur wenig Verständnis aufbringen kann. „Ich finde es krass, dass da einer sitzt – beruflich – und nichts sagen darf. Das macht keinen Sinn“, schimpfte Wolf gegenüber dem kicker

Augsburgs Manager Reuter sieht Handlungsbedarf

In der Konsequenz fordert der 36-Jährige ein Umdenken in Bezug auf die Regelung, wann der Video-Schiedsrichter von Köln aus dazwischenfunken darf: „Wenn man das sieht, dann muss sich das ändern“, sagte Wolf dem kicker.

Auch Augsburgs Manager Stefan Reuter sieht Rede- und vor allen Dingen Handlungsbedarf: „Es ist zwingend erforderlich, dass wir uns zusammensetzen. Es ist ganz offensichtlich, dass nahezu alle für den Videobeweis sind, aber das auch nahezu alle unzufrieden mit der Situation sind.“

Drastischere Worte fand Gladbachs Trainer Dieter Hecking. „Ich wage die Prognose, dass er zur Winterpause eingestampft wird", sagte Hecking nach dem 1:1 gegen den FSV Mainz 05. Dabei sei der Videobeweis "gut für den Fußball. Es ist eine Testphase. Wir geben diesem Test aber überhaupt keine Chance. Wir tun alle alles dafür, dass er keine Chance bekommt."