Schwäbische Stellenanzeige Schofseggl und Baggor-Fahror zom schaffe gesucht

cta, 27.01.2017 15:46 Uhr
Die schwäbische Stellenanzeige im Backnanger Wochenblatt wird zum viralen Hit Foto: ZVW / Tantschinez
Die schwäbische Stellenanzeige im Backnanger Wochenblatt wird zum viralen HitFoto: ZVW / Tantschinez

Waiblingen/Backnang. Ein "Dienschdleischdungdsondernehma" aus Murrhardt sucht einen Baggor-Fahrer zum schaffa. Und wird domit au no zum Inderned-Hit.

Wer jetzt kein Wort verstanden hat: Ein regional tätiges Dienstleistungsunternehmen aus Murrhardt sucht einen Bagger-Fahrer. Das wär an sich ja noch nicht ungewöhnlich. Allerdings ist die Stellenanzeige, die seit Donnerstag, 26.Januar, im Backnanger Wochenblatt zu finden ist, komplett im schwäbischen Dialekt verfasst. Und mit einer gehörigen Portion Schwabenhumor versehen.

Voraussedzong: schomoale mid em Baggor oder soebbas ehnlicham g´fahra

"...mir dädad grad no so arbeitdswiadliche Schofseggl, die zu os bassad, sucha" heißt es dort und dass die Arbeitgeber "oaschdendiche Leid" seien. Und wenn man "nex zammareischd" und als "Voraussedzong schomoale mid em Baggor oder soebbas ehnlicham g´fahra" ist, gibts auch ordentlich Kohle.

 

Die Original-Anzeige aus dem Backnanger Wochenblatt

 

Die Stellenanzeige mausert sich gerade zum viralen Hit in den sozialen Netzwerken. Dahinter steckt aber echter Bedarf.

Günter Holp, Chef der Holp GmbH, sucht bereits seit Wochen nach personeller Unterstützung. Nach einigen vergeblichen Versuchen mit "normalen" Stellenanzeigen entschied er sich einfach für eine schwäbische Variante. Die Idee dazu hatte er bereits seit einem halben Jahr und eines Abends hat er sie spontan umgesetzt. "Zehn Minuten hat es gedauert. Ich hab einfach unsere alte Stellenanzeige übersetzt. Der Baggerfahrer sieht sich ja immer als der Schofseggl, der als Einziger schafft. Und genau so hab ich das dann formuliert." 

So viele Bewerber wie nie

Tatsächlich zeigt die Anzeige Erfolg, so viele Bewerber wie noch nie hätten sich schon gemeldet, um bei dem Dienschdleischdongsondornehma Wald- ond Feldweg zu pflega. "Das ist der Hammer", lacht Holp, "die ersten Bewerber standen direkt am Tag drauf bei mir auf dem Hof". Normalerweise bräuchte es immer noch das erste Wochenende, bis sich Kandidaten meldeten. Vermutlich ist der Andrang auch so groß, weil die ungewöhnliche Stellenanzeige schon zigmal im Netz geteilt und kommentiert wurde. "Bislang haben sich auch auschließlich Schwaben beworben" meint Holp. Wobei natürlich auch Nicht-Schwaben herzlich eingeladen seien.

Ob sich auch die Qualität der Bewerber gesteigert hat? "Das kann ich Ihnen in zwei Monaten sagen", entgegnet Holp lachend. "Wenn ich meine Auswahl getroffen habe". 

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Kommentare (6)
Sigi • vor 2 Monaten
Also ich finde, dass das gar kein richtiges Schwäbisch ist. Denn zum Beispiel wenn die Arbeitgeber "oaschdendiche Leid" seien, dann sind das ja UNanständige Leute. Das "o" am Anfang wird ja als "UN" im Schwäbischen verstanden. Aber jetzt ist mir auch klar, warum sich soviel Leute bei den UNanständigen Arbeitgebern beworben haben. ;)
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Trollinger • vor 2 Monaten
Der Mann zeigt ,, Zivilcourage ,, in einer Zeit wo man eher kuscht vor dem von der aktuellen Politik implantierten und sich in dieser Gesellschaft zunehmend manifestierenden ,, Zeit- (Un)Geist ,, , dass alles was nicht ,, Multi-Kulti-Heile-Welt ,, ist , verpönt, dem rechten politischen Spektrum zugeordnet wird. Das Bekennen zu nationalem Gedanken- und Kultur-Gut , dazu zählen die sprachlichen Dialekte , wird von vielen leider als rückwärts gewannt , nationalistisch stigmatisiert. Eine Nation muss sich zu ihren Traditionen und Kulturellem bekennen , darauf stolz sein , sonst ist es keine Nation. Eine gesund Portion Patriotismus ist die Basis für jede Nation: Nation (um 1400 ins Deutsche übernommen, von lat. natio, „Volk, Sippschaft, Menschenschlag, Gattung, Klasse, Schar“)[1] bezeichnet größere Gruppen oder Kollektive von Menschen, denen gemeinsame Merkmale wie Sprache, Tradition, Sitten, Bräuche oder Abstammung zugeschrieben werden.
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Achim • vor 2 Monaten
Genial. Haben sich die Bewerber auch in schwäbisch dann beworben? :-)
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Leser Achim • vor 2 Monaten
Naja, wieviel Schwaben haben wir noch, in den 70-80er Jahren hätten das noch 90% lesen können. Heut wird das wegen Fremdenfeindlichkeit oder Rasissmus ein Fall für die Staatsanwaltschaft....
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Ein Maulwurf Leser • vor 2 Monaten
...und a bissle Selbschdmidleid für dor arme Läsor, musch ned weina! :-)
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Mäk Würtämberg grät agän • vor 2 Monaten
Eine super Strategie, um eine bevorzugte Zielgpuppe anzusprechen! Der Ausschluss einer unerwünschen Zielgruppe wäre eine zu offensichtliche Diskriminierung (und Imageschädigend). Nach einigen vergeblichen Versuchen mit "normalen" Stellenanzeigen entschied sich Herr Holp einfach für eine schwäbische Variante. "Bislang haben sich auch auschließlich Schwaben beworben" meint Holp. Wobei natürlich (!) auch Nicht-Schwaben herzlich eingeladen seien … natürlich … natürlich vergeblich, wenn all die willkommenen Nicht-Schwaben ausländischer Herkunft gerade einen Basiskurs in deutscher Sprache besucht haben und nun so ein - für sie unentzifferbares - Rätsel sichten ;) Weiter so, bloas Muat zom oigana Ländle dahanna :)
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