Donnerstag, 17. Mai 2012
 
 
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Rundschlag Gmünd, S21 und das Areal L

Peter Schwarz, vom 02.02.2012 16:43 Uhr
Jim Knopf, Stuttgart 21 und das Lummerlandlied. Foto: aks
Jim Knopf, Stuttgart 21 und das Lummerlandlied. Foto: aks

Im nahen Schwäbisch Gmünd wird derzeit ein Straßentunnel gebaut. Der Kostenvoranschlag vor etwa zehn Jahren lag bei 125 Millionen Euro. Mittlerweile sagen die Experten, es könne womöglich doch etwas teurer werden – es habe während der Arbeiten „einige geologische Überraschungen“ gegeben. Man rechnet mit 265 Millionen.

Solche Nachrichten sollte ein verantwortungsbewusstes Medium eigentlich unterdrücken. Denn es ist doch klar, was sich die S-21-Gegner da wieder zusammenreimen werden. Lassen wir also die Gmünder Gmünder sein und wenden wir uns einem vielbeachteten Eisenbahn-Infrastrukturprojekt zu, das als Vorbild für Stuttgart taugt: Areal L.

Ausgangslage: Ähnlich wie in Stuttgart mit seiner beengten Kessellage waren auch auf Areal L die Siedlungsentwicklungsperspektiven durch topographische Misslichkeiten eingeschränkt – namentlich harsche Gebirgsaufwerfungen schmälerten die Bebauungsoptionen. Als mindestens so diffizil wie in Stuttgart boten sich auch die geologischen Rahmenbedingungen dar – kompakte Gesteinsschichten fanden sich unmittelbar neben labilen Sandböden, obendrein gab es im Untergrund erhebliche Wasservorkommen.

Lösung: Auf Areal L wurden an mehreren Stellen die Schienenstränge durch Tunnelbauwerke geführt. Die Realisierung gelang, ohne dass von Kostensteigerungen das Geringste bekannt wurde.

Folgen: Die Fläche, die dank Tunnelbauten verfügbar blieb, wurde nicht, wie S21-Gegner immer befürchten, für Immobilienprojekte oder Klotzarchitektur genutzt. Stattdessen entstand ein integriertes Wohn- und Arbeitsquartier der kurzen Wege. Der Einzelhandel blüht und bietet von pharmazeutischen Produkten bis zu Lebensmitteln alles Nötige. Dazu wurden die Chancen des globalisierten Welthandels maßvoll genutzt, um die Angebotspalette mit Waren aus anderen Weltgegenden zu erweitern. Auf Areal L leben Vertreter verschiedener sozialer Schichten – Angestellte des öffentlichen Dienstes, selbständige Kleinunternehmer, alter Feudaladel – ebenso friedlich miteinander wie Menschen verschiedener Herkunft und Hautfarbe.

Marketing: Ein Werbeslogan wurde geschaffen, der auf die hohe Attraktivität von Areal L verwies.

Haken: Der Bahnhof selber wurde auf Areal L nicht tiefergelegt – und das erwies sich mit der Zeit als fatal: Letztlich stieß das Quartier eben doch wieder an seine Grenzen. Aber auch dieses Problem ließ sich dank innovativer Ingenieurstechnik lösen.

Falls Sie unseren Ausführungen zu Areal L nicht ganz folgen konnten, hier alles noch einmal etwas konkreter:

Ausgangslage: Bei Areal L handelt es sich um eine Insel mit zwei Bergen und im tiefen, weiten Meer. Ringsherum ist schöner Strand.

Lösung: Areal L wurde mit viel Tunnels und Geleisen versehen.


 

Folgen: Auf Areal L gibt es Hustenbonbons, Alleskleber, Regenschirme, Leberkas, Körbe, Hüte, Lampen, Würste, Blumenkohl und Fensterglas, ferner Importwaren wie Lederhosen, Kuckucksuhren und noch dies und dann noch das. Auf Areal L leben unter anderem der Betreiber eines Fotoateliers, ein Lokomotivführer und ein König. Ferner gelang es, ein dunkelhäutiges Findelkind zu integrieren.

Marketing: „Jeder sollte einmal reisen in das schöne Lummerland.“

Haken: Da die Lummerländer ihren Bahnhof nicht tiefergelegt hatten, wurde die Insel zu eng für Dampflok Emma. Deshalb realisierten sie folgendes Projekt: Sie legten die gesamte Insel höher. Dadurch stiegen aus dem Meer gewaltige Landmassen auf.

Kommentare (2)
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FEB
03
10:39 Uhr, geschrieben von H. Meier
Dankeschön
Endlich mal was anderes als nur Negativschlagzeilen. Wäre schön öfter mal was positives zu lesen, das baut auf. Schön das mal wieder zu sehen und hören.
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FEB
03
09:07 Uhr, geschrieben von Lukas
Lukas Fan
Endlich mal wieder dieses Lied gehört! Danke an Peter Schwarz...
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