Weinstadt Winfried Kretschmann bei „ZVW im Gespräch“

ZVW, 18.02.2016 00:00 Uhr
Winfried Kretschmann. Foto: Privat
Winfried Kretschmann.Foto: Privat

Weinstadt. Die Chancen, dass Winfried Kretschmann nach dem 13. März Ministerpräsident bleibt, sind gering. Nach den aktuellen Umfragen fehlt Grünen und SPD die Mehrheit. Eine Woche vor der Wahl kommt Kretschmann auf Einladung des Zeitungsverlages in die Jahnhalle nach Endersbach und stellt sich den Fragen von ZVW-Chefredakteur Frank Nipkau – und denen unserer Leserinnen und Leser.

Zur Landtagswahl am 13. März hat der Zeitungsverlag Waiblingen die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien eingeladen. Nach Guido Wolf (CDU) und Nils Schmid (SPD) haben wir Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP) am Montag, 22. Februar, und Winfried Kretschmann am 5. März zu Gast. Anmeldungen für Rülke sind im Ticketshop zvw-shop.de oder telefonisch () 0 71 51/5 66-0) möglich. Für die Veranstaltung mit Kretschmann in der Jahnhalle ist keine Anmeldung notwendig.

Im Wahlkampf präsentiert sich Winfried Kretschmann als Staatsmann und schlachtet sein in den vergangenen fünf Jahren gewonnenes Image als Landesvater weidlich aus. Die Wahlslogans lauten „Auf dem richtigen Weg“ oder „Dem Land verpflichtet“, kurz: „Regieren ist eine Stilfrage“. Ob es Kretschmann nach dem 13. März zum Weiterregieren reicht, hängt von den Mehrheiten im Landtag ab. Nach den jüngsten Umfragen fehlt SPD und Grünen die Mehrheit. Eine solche hätte allenfalls Kretschmann solo, würden die Baden-Württemberger ihren Ministerpräsidenten direkt wählen. Dem ist aber nicht so und Kretschmann kann nur Ministerpräsident bleiben, wenn Grün-Rot mit der gelben FDP zur Ampel wird. Während FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke eine solche nicht grundsätzlich ausschließt, können sich die beiden Landtagsabgeordneten aus den Wahlkreisen Waiblingen und Schorndorf, Ulrich Goll und Jochen Haußmann, eine Ampel nicht vorstellen.

An dem zentralen Thema im Wahlkampf, der Flüchtlingspolitik, würde aber eine Koalition mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann wohl nicht scheitern. Kretschmanns Position an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgt eher bei grünen Parteifreunden für Stirnrunzeln denn bei den Liberalen. In einem Interview betonte er, dass die Kanzlerin zu Recht an der europäischen Lösung festhalte und Schritt für Schritt daran arbeite. Am Umgang mit der Flüchtlingskrise werde sich erweisen, „ob das europäische Projekt Bestand hat“. Gelinge es Europa nicht, sich auf eine gemeinsame Flüchtlingspolitik zu verständigen, wäre dies eine „epochale Katastrophe“, so Kretschmann.

Dass es am 13. März nicht nur um Flüchtlinge geht, scheint in der aktuellen Debatte fast unterzugehen. Zentrale Themen der Landespolitik sind die Bildung, Polizei und Justiz oder Verkehr. Dass die Grünen und die SPD vor fünf Jahren eine knappe Mehrheit erlangten, lag aber ebenfalls an zwei nicht landespolitischen Themen, nämlich dem Streit um Stuttgart 21 und dem Atomunglück in Fukushima.

Der heute 67-Jährige hatte nach seinem Grundwehrdienst auf Lehramt studiert. Wegen seiner Mitgliedschaft im Kommunistischen Bund wurde zeitweise Opfer des Radikalenerlasses, aber schließlich doch Gymnasiallehrer für Biologie, Chemie und Ethik. Kretschmann gehörte zu den Mitbegründern der Grünen, wurde 1980 erstmals in den Landtag gewählt. Seit 1988 gehört er dem Landtag an und war von 2002 bis 2011 Vorsitzender der grünen Landtagsfraktion.

Info

„ZVW im Gespräch“: Ministerpräsident Winfried Kretschmann kommt am Samstag, 5. März, um 20 Uhr in die Jahnhalle in Weinstadt-Endersbach. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Alle Kandidaten, alle Berichte, alle Termine zur Landtagswahl am 13. März in unserem Wahlportal unter wahlen.zvw.de

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Kommentare (9)
Baldur • vor 5 Monaten
Die Chancen, dass Winfried Kretschmann nach dem 13. März Ministerpräsident bleibt, sind gering. Und das ist wirklich gut so! Es gibt ja glücklicherweise noch eine andere Alternative als gerade den neomarxistischen Kretschmann mit seiner Mannschaft. Hoffentlich gelingt die Abwahl. Wäre auch für die Kinder gut, wenn der schreckliche, fälschlicherweise so genannte Bildungsplan im Papierkorb landet!
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Bürger • vor 5 Monaten
Wer nicht grün wählt, der wählt dann halt "Die Linke". Und wer sich unsicher ist, der bemüht bitte den völlig neutralen Wahlomat: http://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/
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malschaun Bürger • vor 5 Monaten
Grün brauche ich nur als Farbe
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Karl Meier • vor 5 Monaten
Na das sind doch mal fundierte Aussagen lieber Herr Bürger und Herr Herford. Kleine Kinder haben das auch drauf: "Will ich nicht, mag ich nicht". Auf die Frage: "Warum nicht?" kommt die Antwort: "weiss ich nicht." Wo sind ihre Argumente? Nur rumnölen macht uns die Oppostion schon lange vor..
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Kimo Tabel Karl Meier • vor 5 Monaten
Möchten Sie wirklich, dass die Grundschulempfehlung ageschafft wird, unser dreigliedriges Bildungssystem ausgehöhlt wird, und vor allem, wollen Sie die Tempo- und Verkehrsbremse Winfreid Hermann weiter als Minister?
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Maron Kirke Kimo Tabel • vor 5 Monaten
Also lieber freie Fahrt für freie Bürger und das alte Bildungssystem. Gut so. Wir sind ja eh in der Bildung seit vielen Jahren am Ende der Verglichsliste. Vermutlich sind dumme Bürger leichter zu steuern. Wohnen in Stuttgart ist auch schön der Feinstaub steigt und steigt und der Herr Wolf will noch mehr Strassen bauen. Was sie nicht wissen wollen: In den Ländern der Europäischen Union führt Belastung der Atemluft mit Ozon und Feinstaub zu 180.000 Todesfällen, davon 35.000 in Deutschland. Also weiter freie Fahrt für freie Bürger und die Kinder sollen selber schauen wie sie nach uns überleben. Hauptsache wir haben Spass. Ich bitte um viele Minuspunkte bei der Bewertung. Gerne auch manipulierte.
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Thomas Hauß Maron Kirke • vor 5 Monaten
Was für ein unqualifizierter Schlusssatz. Da drücke ich gerne auf Minus.
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Kluger Bürger • vor 5 Monaten
Auch der kluge Bürger spricht "den Opa Kretschmann wähl' ich nicht."
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Wolfgang Herford • vor 5 Monaten
Seine Zeit läuft nun hoffentlich langsam aber sicher ab.
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