Baden-Württemberg

So sieht das Konzept für das Schuljahr 2020/2021 aus

Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel
Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © Sebastian Gollnow

In Baden-Württemberg sollen die Schüler nach den Sommerferien wieder regulär unterrichtet werden - und zwar ohne Abstandsregeln. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat am Mittwoch (08.07.) ihr Konzept für das Schuljahr 2020/21 vorgestellt. Das Abstandsgebot soll - wie bereits jetzt an Grundschulen und Kitas - dann auch an den weiterführenden Schulen entfallen. Der Unterricht soll sich aber soweit möglich auf die reguläre Klasse oder Lerngruppe beschränken. Mehrtägige außerschulische Veranstaltungen werden noch nicht erlaubt. Die grün-schwarze Landesregierung erwägt zudem eine Maskenpflicht für ältere Schüler, um mögliche Corona-Ansteckungen zu verhindern. Während des Unterrichts könne sie sich aber eine Maskenpflicht nicht vorstellen, sagte Eisenmann.

"Unser Konzept verfolgt das Ziel, für alle Schülerinnen und Schüler unter den gegebenen Bedingungen so viel Präsenzunterricht wie möglich zu realisieren", so Eisenmann. Um dies zu ermöglichen, sei es notwendig, das Abstandsgebot zu den und zwischen den Schülern aufzuheben. „An die Stelle des Abstandsgebots treten Gruppen in fester Zusammensetzung. Das heißt, es müssen möglichst feste und konstante Gruppen gebildet werden. Wo immer möglich, sollte sich der Unterricht auf die reguläre Klasse oder die Lerngruppe beschränken“, so die Ministerin. So könnten bei Ansteckungen die Infektionsketten nachvollzogen und unterbrochen werden, heißt es in einer Mitteilung. Weiter werden die Abschlussprüfungen zeitlich nach hinten verlegen, "um für alle Eventualitäten von vornherein einen Puffer und zusätzliche Zeit für Unterricht und Prüfungsvorbereitung zu haben", so Eisenmann. Je nach Schulart werden die Prüfungen um drei bis vier Wochen verschoben.

Die üblichen Hygieneregeln bestehen weiterhin. Sollte in einer Schule ein Corona-Fall auftreten, übernimmt das örtliche Gesundheitsamt in enger Abstimmung mit dem Landesgesundheitsamt die Einleitung entsprechender Maßnahmen zur Eindämmung eines Ausbruchs. Dabei treffen die Gesundheitsämter Einzelfallentscheidungen, die von der jeweiligen Situation an der Schule und dem Hintergrund des Falles abhängen, heißt es aus dem Kultusministerium. Für Lehrkräfte soll es freiwillige Testmöglichkeiten geben. "Es wird immer ein Restrisiko geben. Das betrifft alle Lebensbereiche und damit auch die Schulen", sagt Susanne Eisenmann.

Mitte März hatten die Schulen in Baden-Württemberg wegen des Coronavirus komplett geschlossen. Seit 15. Juni gab es an allen Schulen im Südwesten einen Unterricht im Schichtbetrieb im Wechsel mit Fernunterricht und mit einem abgespeckten Stundenplan. Am 29. Juni starteten Grundschulen und Kitas wieder in eine Art Regelbetrieb ohne Abstandsgebot.