Blaulicht

Eine tierische Nacht: Mehrere Wildunfälle und ein befreiter Waschbär in Urbach

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Die Feuerwehr entlässt den eingefangenen Waschbär wieder in die  Freiheit. © Benjamin Beytekin

Es ist zwar noch kein Vollmond. Doch irgendwie scheint dieser Mittwochabend die Tiere wild gemacht zu haben. Die Polizei berichtet von einem halben Dutzend Wildunfälle im Rems-Murr-Kreis, die die Tiere meist nicht überlebt haben. Ein Waschbär-Paar in Urbach hingegen hat sein Abenteuer auf einer Tanne unbeschadet überstanden. Für den Polizeiführer vom Dienst an diesem Abend eine  tierisch gute Nachricht, 

Gegen 22 Uhr hatten Anwohner in der Augustenstraße seltsame Geräusche aus einer Tanne gehört, die von zwei Waschbären stammten. Einer dieser beiden Waschbären steckte in einer Astgabel fest. Nachdem eigene Rettungsversuche gescheitert waren, alarmierten die Anwohner die Feuerwehr. Die Feuerwehrmänner befreiten schließlich den Waschbär aus seiner misslichen Lage und steckten ihn in einen Sack. Der andere Waschbär suchte derweil das Weite. Die Urbacher Feuerwehr entließ den eingefangenen Waschbär später unweit der Kläranlage in seine Freiheit.

Sich selbst in Gefahr zu bringen, scheint ein Charakter der hier sich inzwischen heimisch fühlenden Waschbären zu sein. Im November 2019 hatte freilich ein  Waschbär in Waiblingen-Neustadt den Versuch nicht überlebt, unter einem Hoftor durchzuschlupfen. Eingeklemmt, es ging weder vor- noch rückwärts. Die Feuerwehr wurde alarmiert, hat auch alles Mögliche zum Wohle des Tiers getan. Doch am Ende musste der Jagdpächter ran. Gnadenschuss, der Waschbär hatte sich das Rückgrat gebrochen.

Besser ist es im Januar dem Kollegen in Esslingen ergangen, der sich in sechs Metern Höhe zwischen Hauswand und Fallrohr unterhalb der Regenrinne eingeklemmt hatte und festsaß. Als die Polizei und Feuerwehr anrückten, wurde ihm die Sache zu heiß. Er befreite sich, kletterte noch um die Ecke, verlor dann aber den Halt und stürzte ab. Nach kurzer Benommenheit flüchtete er.