Blaulicht

Konkreter Tatverdacht gegen drei junge Männer

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Symbolbild. © Sarah Utz

Schorndorf. Bei den Ermittlungen zu einer Serie von Sabotage gegen Versorungseinrichtungen in fast 50 Fällen hat die Polizei nun einen konkreten Verdacht gegen drei junge Männer aus dem Kreis. 

Im Zeitraum von Oktober 2017 bis März 2018 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen 48 Versorgungseinrichtungen sabotiert. Damals wurden vorwiegend zur Nachtzeit abgelegene Versorgungsanlagen wie Mobilfunkmasten, Stromverteilerkästen bei Kläranlagen oder Betriebshöfen aufgebrochen und die jeweiligen innenliegenden Bedienelemente mutwillig zerstört. Dies führte zeitweise zu Ausfällen des Strom- und Mobilfunknetzes, aber auch zu Störungen von Alarmierungsanlagen, wie z.B. Meldeanlagen der Feuerwehr. Einmal war auch eine Anlage des Polizeifunks betroffen. Die Sabotagetaten wurden damals vorwiegend im Großraum Schorndorf, aber auch in Adelberg, Lorch oder Bühlerzell verübt.

Die Ermittlungen zu den Vorfällen wurden zentral bei der Polizei in Plüderhausen geführt. Zwischenzeitlich besteht gegen drei junge Männer ein konkreter Tatverdacht. Die 20 bis 22 Jahre alten Tatverdächtigen sind alle aus dem Rems-Murr-Kreis. Derzeit wird von einem Gesamtschaden von mindestens 50 000 Euro ausgegangen. Das Motiv der drei jungen Männer, die sich nun straf- und zivilrechtlich verantworten müssen, ist unklar.

Die Serie

Allein in Urbach und Plüderhausen zählte die Polizei über zehn der insgesamt 48 Taten, die den drei Männern zur Last gelegt werden. Weitere zwölf sind es in Schorndorf. Die Sabotagen begannen in der Nacht zum 15. Oktober 2017 mit einem lahmgelegten Stromkasten in Urbach. Anfang Dezember folgten weitere Taten in Plüderhausen. So schlugen die Täter Ende Dezember gleich mehrfach in Schorndorf und Plüderhausen zu und brachen drei Stromkästen auf, schraubten die Sicherungen heraus und entwendeten sie. Betroffen hiervon war eine Versorgungsstation der Stadtwerke in Plüderhausen in der Wilhelm-Bahmüller-Straße sowie eine in Schorndorf im Hegnauhofweg. Bei der dritten Sicherungsstation handelte es sich um eine Einrichtung von Mobilfunkbetreibern in der Wangener Straße in Oberberken. Die Sabotageaktionen führten teils zu Strom- und Mobilfunkausfällenn.

Wenige Tage später folgte der nächste Anschlag. Betroffen war eine Mobilfunkstation im Otilienbergweg in Schorndorf und ein Stromverteilerkasten im Hegnauhofweg. Im Otilienbergweg hatten die Täter am Donnerstagfrüh gegen 3 Uhr die Stromversorgung beschädigt und Glasfaserkabel des Funkmastes herausgerissen. Die Funkanlage wurde dadurch komplett außer Betrieb gesetzt.

Telefonnetz in Urbach lahmgelegt

Mitte Februar berichtete die Polizei von einem weiteren Anschlag, der zum Ausfall des Telefonnetzes in Urbach geführt hatte. In einer Nacht zum Samstag hatten die Täter kurz vor 2 Uhr einen Verteilerkasten eines Telekommunikationsproviders zerstört, der nördlich des Wittumstadions aufgestellt war. Der Täter war auf das umzäunte Grundstück des Netzanbieters gelangt und öffnete gewaltsam den Schaltschrank. Etliche Bauteile wurden herausgerissen, so dass das Telefonnetz in Urbach ausfiel.
Schon damals ging die Polizei von einem Tatzusammenhang zu ähnlich gelagerten Vorfällen aus.

Im März 2018 brach die Serie ab. Ein Dreivierteljahr später ist die Polizei auf die Spur der Täter gekommen. Wie? Darüber machte der Polizeisprecher keine Angaben.