Mehrere 1000 Liter Gülle in Bach gelaufen
Leutenbach. Mehrere 1000 Liter Gülle sind am Mittwochnachmittag auf dem Aussiedlerhof zwischen Nellmersbach und Erbstetten ausgelaufen, als beim Umpumpen ein Schlauch beschädigt wurde.
Der Betreiber eines Schweinestalls wollte Gülle von einem Sammelbecken in ein anderes umfüllen. Dabei löste sich, zunächst unbemerkt, ein Drehkolben am Schlauch. Die Gülle lief auf das angrenzende Feld aus und über die Drainage in den nahen Söllbach.
Die gegen 12.30 Uhr alarmierte Leutenbacher Feuerwehr und der Landwirt errichteten anschließend eine Erdsperre auf Höhe des Abzweigs zum Heidenhof. Dadurch konnte die weitere Ausbreitung der Gülle im Bach zu verhindern. Der Landwirt begann anschließend die Gülle abzusaugen und sie wieder in die Güllegrube zurückzutransportieren. Auch das Wasserwirtschaftsamt, der stellvertretende Kreisbrandmeister und die Polizei waren vor Ort.
Die Polizei ermittelt
Die Abteilung Gewerbe und Umwelt der Polizei hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Gewässerverunreingung aufgenommen.
Gülle als Gefahr
Gerät Gülle ins Grundwasser, so steigen auch die Nitratwerte. Durch das Grundwasser kann Nitrat auch ins Trinkwasser geraten. Der Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser liegt in Deutschland bei 50 Milligram pro Liter.
Nitrat an sich ist für den menschlichen Körper relativ unbedenklich. Nitrat kann im Körper aber zu Nitrit umgewandelt werden. Das Blut bindet dann statt Sauerstoff Nitritmoleküle..
Nitratkonzentrationen von mehr als 100 Milligram pro Liter können bei Säuglingen zu gesundheitlichen Problemen führen.
Für ältere Kinder und Erwachsene besteht die Gefahr der Bildung von Nitrosaminen, die krebserregend sind.
(Quelle: Greenpeace/Umweltbundesamt)

