Blaulicht

Patient zündet Bettlaken an

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Symbolfoto. © Gabriel Habermann

Winnenden.
Ein 23-jähriger Patient der Psychiatrie Winnenden hat am Dienstagabend gegen 18 Uhr in einem Zimmer ein Bettlaken in Brand gesteckt. Zunächst war davon die Rede, dass das Zimmer völlig verqualmt war und Helfer sich Rauchgasvergiftungen zugezogen hätten. So schlimm war's nicht, versichert Pflegedienstleiterin Marija Eckert-Bilic auf Nachfrage. Der betreffende Patient ist nach dem Vorfall ärztlich untersucht worden und befinde sich bereits wieder auf Station. Auch die Mitarbeiter, die am Dienstag während des Vorfalls im Dienst waren, gingen ihrer Arbeit wie gewohnt nach. Das Zimmer müsse nicht neu gestrichen werden; alle hätten schnell reagiert. „Das Stationsmanagement hat wunderbar gegriffen“, versichert die Pflegedienstleiterin. Der Patient muss auf Station nicht mit Sanktionen rechnen, und im Forum, einer Zusammenkunft der Patienten, sei der Vorfall besprochen worden. Das Behandlungskonzept sehe nicht vor, den Menschen persönliche Dinge, also auch zum Beispiel ein Feuerzeug, grundsätzlich abzunehmen – „das wäre absurd“. Wenn es einem Patienten sehr schlecht gehe, werde gemeinsam mit ihm entschieden, ob es sinnvoll sein könnte, Feuerzeuge dem Personal zu überlassen.
Laut Harald Pflüger, dem Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden, war das Feuer bereits aus, als die Wehr eintraf, und es sei zu diesem Zeitpunkt auch schon nicht mehr nötig gewesen, Atemschutz zu tragen, sagt Pflüger: „Es war keine dramatische Situation.“ Bei Bränden im Klinikum Schloss Winnenden erhält die Feuerwehr an der Pforte Infos über den genauen Brandort und gegebenenfalls auch Schlüssel.
Es ist erst gut zwei Wochen her, als sich ein ähnlicher Fall im psychiatrischen Krankenhaus ereignet hat. Am frühen Morgen des 14. Juli hatte ein Patient ebenfalls ein Bettlaken in Brand gesetzt. Damals griff das Feuer auf die Matratze über. Das Pflegepersonal setzte Feuerlöscher ein, und als die Feuerwehr mit 20 Kräften eintraf, war der Brand bereits gelöscht.
Die Feuerwehr Winnenden war im aktuellen Fall mit drei Einsatzfahrzeugen und 19 Kräften im Einsatz.