Blaulicht

Schlag gegen Spielautomaten-Bande gelungen

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Symbolbild. © Sarah Utz

Waiblingen. Der Kriminalpolizei Waiblingen ist ein Schlag gegen eine bundesweit agierende Spielautomaten-Bande gelungen. Anfang letzter Woche wurden im Rahmen von bundesweiten Durchsuchungsmaßnahmen über 30 Wohnungen und Gewerbeobjekte mit über 160 eingesetzten Beamten durchsucht. Nach mehreren vorläufigen Festnahmen wurde bei den beiden 62 und 48 Jahre alten Haupttätern Untersuchungshaft angeordnet.

Die Beamten konnten bei den Durchsuchungen über 270.000 Euro Bargeld beschlagnahmen. Weiterhin wurden Gelder aus den Geldspielautomaten in einem mindestens fünfstelligen Bereich sichergestellt. Neben einer scharfen Schusswaffe fanden die Beamten noch portionsweise abgepackte Mengen an Kokain.

Der bundesweit agierenden "Manipulations-Bande" wurde damit ein empfindlicher Schlag verpasst. Aufgrund der Vielzahl der sichergestellten Beweismittel, darunter zahlreiche digitale Datenträger, wird die Auswertung noch längere Zeit in Anspruch nehmen.

Manipulation mithilfe von Soft- bzw. Hardware

Die Kripo Waiblingen ermittelt seit Juni 2017 in Kooperation mit der Steuerfahndung Schwäbisch Gmünd gegen eine Gruppierung aus dem Großraum Stuttgart und Augsburg, die mithilfe einer bestimmten Soft- bzw. Hardware Geldspielautomaten manipuliert. Die Manipulationsmittel wurden aus dem osteuropäischen Ausland eingeführt und unter anderem auch an eine bundesweite Verteilerszene verkauft.

Zwischen 3000 und 10 000 Euro jeden Monat 

Durch die Manipulation der Geldspielautomaten werden einerseits die Gewinnquoten dahingehend verändert, dass die eigentlich vorgesehene Gewinnausschüttung zum Nachteil der Spieler reduziert und damit der Gewinn der Bande erhöht wird. Andererseits wird dieser unrechtmäßig erzielte Gewinn der Bande an der Steuer vorbei aus dem Gerät entnommen. Hierdurch werden sowohl die fällige Umsatz- als auch die Vergnügungssteuer hinterzogen und Spieler werden betrogen. Aus einem manipulierten Geldspielautomat lassen sich so, je nach Einwurfmenge, zwischen 3000 und 10 000 Euro pro Automat jeden Monat "steuerfrei generieren".

Laut Polizei sind die kriminellen Handlungen unter anderem als Computerbetrug, Fälschung technischer Aufzeichnungen, illegales Glückspiel sowie Steuerhinterziehung strafbar.