Blaulicht

Schulklasse entdeckt Leiche bei Ausflug

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Auch das Deutsche Rote Kreuz ist zur Betreuung der Schüler vor Ort. © Alexander Roth

Fellbach-Oeffingen. Rund 40 Schulkinder waren am Donnerstagvormittag zu einem Ausflug unterwegs – als der Lehrer eine tote Person entdeckte.Das teilte die Polizei am Donnerstagmittag auf Nachfrage mit. Die etwa 40 Kinder seien mit einem Lehrer gegen 9.30 Uhr an der Stelle vorbeigekommen, an der die tote Person lag. Zum Fundort der Leiche konnte die Polizei keine Angaben machen. Fotografen vor Ort berichteten, dass er sich in Fellbach-Oeffingen befindet.

Zur Identität des Opfers ist nichts bekannt. „Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Suizid“, sagte ein Polizeisprecher. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen. Notfallseelsorger des Roten Kreuzes kümmerten sich mit neun Kräften um die Kinder. Auch eine ehrenamtliche Einsatzgruppe aus Fellbach war mit sieben Helfern ausgerückt, um Einsatzkräfte und Beteiligte zu versorgen und zu unterstützen.

Eltern begleiten ihre Kinder nach Hause

Schnell und gezielt seien die Schüler betreut worden, teilt das Rote Kreuz mit. Die Kinder konnten am frühen Nachmittag „bedenkenlos nach Hause entlassen werden“, wie ein Sprecher der Kreisbereitschaftsleitung festhielt. Die meisten wurden von ihren Eltern begleitet. Eine Notfallnummer wurde eingerichtet, an die sich die Schüler in den nächsten Tagen und Wochen wenden können.
„Die Erfahrung lehrt, dass die Ereignisse und Bilder in ein, zwei Wochen wieder hochkommen“, berichtete der Sprecher weiter. „Wenn noch Redebedarf besteht, stehen wir jederzeit bereit.“ Ein Nachfolgegespräch haben die Helfer ebenfalls angeboten, das im November stattfinden soll. Dies ist ein freiwilliges Angebot des DRK.

Die Mitarbeiter der Psychosozialen Notfallversorgung sind auch für Gruppenbetreuung ausgebildet. Vor Ort trafen sie sich zu einem kurzen Briefing, danach wurde der Bedarf ermittelt: Welche Schüler brauchen Hilfe, wer benötigt besondere Betreuung? Erste Gespräche fanden vor Ort in einer benachbarten Halle statt.

Ein Lob für die umsichtige Lehrkraft

Das DRK lobte die umsichtige Lehrkraft. Jene Schüler, die den Dienst der Notfallversorgung in Anspruch nehmen wollten, wurden im Anschluss mit Fahrzeugen in ihre Schule gebracht, in der entweder eine individuelle Betreuung oder Gruppengespräche angeboten wurden. In erster Linie nutzten die Schüler die Möglichkeit, das Erlebte zu schildern und im Gespräch zu verarbeiten. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind besonders ausgebildet. Individuell wird dann auf die jeweiligen Schüler eingegangen, wobei laut Sprecher der Kreisbereitschaftsleitung schnell klar war, „dass die Schüler bestens versorgt waren“.

Die Helfer hören zu, trösten, ordnen ein, erklären und begleiten die Schüler. Sie kümmern sich auch um erste organisatorische Belange. Die Lehrkräfte unterstützten sie dabei.
Im Anschluss lud das DRK alle betroffenen Schüler zu einem Abschlussgespräch ein, in der die Einsatzleitung Fragen zum Einsatz beantwortete und feststellte, ob noch weiterer Redebedarf bestand. „Danach konnten die Schüler guten Gewissens nach Hause“, betont der Sprecher der Kreisbereitschaftsleitung.

Die Maßnahmen der Psychosozialen Notfallversorgung (auch Notfallnachsorgedienst genannt) zielen auf die Bewältigung von kritischen Lebensereignissen und der damit einhergehenden Belastungen für Betroffene, also Angehörige, Hinterbliebene, Vermissende, Unfallzeugen von Notfällen einerseits und für Einsatzkräfte andererseits.

Die Mitarbeiter sind für Menschen da, die durch plötzlich eintretende Not- und Unglücksfälle aus der Normalität ihres Lebens gerissen werden. Immer agieren sie gemeinsam mit einem kirchlichen Seelsorger. Meistens werden sie von den Einsatzkräften vor Ort – Polizei, Feuerwehr oder Notarzt – angefordert. Etwa 25 Menschen engagieren sich ehrenamtlich im DRK-Notfallnachsorgedienst.
Der Dienst wird 24 Stunden an sieben Tagen die Woche angeboten.


Hilfsangebote für Betroffene und Hinterbliebene

Sie haben suizidale Gedanken? Sprechen Sie darüber. Hier finden Sie Hilfe:

  • Per Telefon: Anonyme und kostenloseTelefonseelsorge unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 (taucht nicht in der Telefonrechnung/im Einzelverbindungsnachweis auf)
  • Per Mail oder Chat: Auf der Website der Telefonseelsorge (Anmeldung erforderlich)
  • Im persönlichem Gespräch: Übersicht von Beratungsstellen für Menschen mit Suizidgedanken auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.