Blaulicht

UPDATE: Nun in Haft - Asylbewerber drohte vom Dach zu springen

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Einsatz an der Flüchtlingsunterkunft in Neustadt. © Sarah Utz
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Einsatz in Neustadt. © Sarah Utz
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Rettungskräfte in Neustadt. © Sarah Utz
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© Sarah Utz
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© Sarah Utz

Waiblingen-Neustadt. Am Nachmittag ist ein 21-jähriger Gambier auf das Dach eines Flüchtlingsheims am Bahnhof Neustadt gestiegen und hat gedroht zu springen. Polizei und Feuerwehr brachten ihn schließlich von seinem Vorhaben ab. Der Mann wurde inziwschen festgenommen. 

Gegen 13.30 Uhr wollte die Polizei den jungen Mann in Gewahrsam nehmen, da er (zunächst nach Italien) abgeschoben werden sollte. Um sich der Abschiebung zu entziehen floh er auf das Dach des Gebäudes in 15 Meter Höhe. Der Mann soll seit zwei Jahren in Deutschland sein und relativ gut deutsch sprechen. Immer wieder rief er: "Was wollt ihr? Ich habe nichts gemacht!"

Trotzdem zog sich die Polizei gegen 15 Uhr zurück und gewährte so dem Flüchtling die Chance, sich bis Freitagmorgen (9.9.) um 8 Uhr bei der Wache selbst zu stellen.

Der Feuerwehr gelang es nicht ein Sprungpolster zu platzieren, da der Mann damit drohte zu springen, falls sich jemand weiter nähere. Notarzt und Krankenwagen blieben vor Ort um im Notfall sofort zur Stelle zu sein.

Gutes Zureden durch den Leiter des Waiblinger Polizeireviers und den Feuerwehrkommandanten brachten den 21-Jährige von seinem Vorhaben ab. Dieser verließ unverletzt das Dach des Gebäudes.

Update
Der junge Gambier, der sich am Donnerstagnachmittag wegen seiner bevorstehenden Abschiebung auf das Dach des Neustädter Asylbewerberheims geflüchtet hatte, ist nun am Freitag im Waiblinger Rathaus festgenommen worden. Der seit eineinhalb Jahren hier lebende Mann ist inzwischen einem Richter vorgeführt worden, der den Haftbefehl bestätigte. Bis zu seiner Abschiebung wird der 21-Jährige seine Zeit in der Haftanstalt Pforzheim verbringen.

Der junge Afrikaner war in der Waiblinger Region durchaus kein Unbekannter. Er ist mehrfach aufgefallen. Aber anders als üblich. Nämlich durch seine gute Integration. Bereits Anfang des Jahres hat unsere Waiblinger Redaktion über seinen Fall berichtet. Über die Gründe seiner Flucht, seine traumatisierenden Erlebnisse auf dem langen Weg, vor allem aber über die erfreuliche Art, wie er dann hier in der Region schnell viele Freunde gefunden hat und willens war, sich zu integrieren.

Weitere Hintergründe können Sie in unserer Samstagsausgabe oder im E-Paper lesen.