Blaulicht

Welzheim: Totes Baby auf Feld gefunden

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Auf einem Feld am Ortsrand von Welzheim ist am Donnerstagabend ein totes Baby gefunden worden. © Simon Adomat

Welzheim.
Auf einem Feld am Ortsrand von Welzheim ist am Donnerstagabend ein totes Baby gefunden worden. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei unserer Redaktion am Freitagvormittag. Laut Staatsanwaltschaft hatte ein Spaziergänger das Neugeborene gegen 18.15 Uhr unweit der Friedrich-Bauer-Straße beim Kreisverkehr entdeckt. Offenbar hatte sein Hund angeschlagen. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen übernommen und sichere weiterhin Spuren vor Ort, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

Die Hintergründe des Fundes sind noch unklar. Weder sei die Mutter bekannt, noch wer das Neugeborene wann auf dem Acker abgelegt habe, so die Staatsanwaltschaft. Nach ersten Erkenntnissen könnte der Kinderkörper auch schon ein oder zwei Tage vorher in der Wiese abgelegt worden sein.

Das Kind sei nach ersten Erkenntnissen im siebten oder achten Schwangerschaftsmonat geboren worden. "Um weitere Hinweise zur Todesursache zu erlangen, soll der Leichnam obduziert werden." Unklar sei auch, ob die unbekannte Mutter ärztliche oder psychologische Hilfe benötige.

 

Das Feld war am Donnerstagabend für die Spurensicherung großflächig abgesperrt worden. Aus ermittlungstaktischen Gründen hatte die Polizei in der Nacht zunächst keine Angaben zu den Einsatzgründen gemacht. Der Regen erleichtert den Polizisten die Suche nach Spuren definitiv nicht. Auch eine Drohne wurde zur Spurensicherung eingesetzt. Die Welzheimer Feuerwehr war mit vier Fahrzeugen und 14 Einsatzkräften vor Ort, um den Acker auszuleuchten und der Kriminalpolizei die Arbeit zu erleichtern. 

"Wir sind alle geschult, aber solche Ereignisse sind zum Glück nicht alltäglich"

Andreas Schneider, Kommandant der Feuerwehr Welzheim, sagt: „Wir haben den Fundort des toten Säuglings ausgeleuchtet, damit die Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft die Spuren sichern konnten. Wir haben natürlich geschaut, dass unsere jungen Kollegen nicht zu Nahe an den Fundort ran mussten. Für die Polizei war es sicher viel schlimmer. Wir hatten uns nach dem Einsatz alle noch getroffen und gemeinsam über den Einsatz gesprochen, um es verarbeiten zu können. Sollte ein Kollege im Nachgang Probleme bekommen, gibt es natürlich professionelle Hilfe.“ Ein vergleichbares Unglück gab es in Welzheim noch nicht. „Wir sind alle geschult, aber solche Ereignisse sind nicht alltäglich und jeder Mensch verarbeitet das Geschehen anders.“

Der Fundort befindet sich hinter einem großen Erdwall und weit entfernt zur Friedrich-Bauer-Straße. Spaziergänger laufen hier nicht täglich über die Wiese. Welzheims Bürgermeister Thomas Bernlöhr erklärt: „Wir wurden gestern Abend während des Sucheinsatzes vom Sachverhalt informiert. Die Nachricht hat mich tief betroffen gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass ein tragisches Schicksal hinter dem Sachverhalt steht und kein Verbrechen. Dafür müssen wir aber die polizeilichen Ermittlungen abwarten. Wichtig ist deshalb, dass jeder sich bei der Polizei meldet, der zur Sache etwas Konkretes beitragen kann, also entweder am betreffenden Ort oder zur betreffenden Zeit etwas wahrgenommen hat. Für die Polizei sowie für die Feuerwehr sind solche Einsätze besonders belastend, weshalb ich allen Einsatzkräften herzlich für das umsichtige und sorgfältige Vorgehen meinen Dank ausspreche.“


Die Kriminalpolizei hat folgende Fragen an die Bevölkerung:

  • Wer hat in den letzten Tagen auf der angrenzenden Wiese zur Friedrich-Bauer-Straße entsprechendes beobachtet?
  • Wurden dort, insbesondere auch bei einem dortigen Feldweg parkende Autos wahrgenommen?
  • Wem ist eine schwangere Frau bekannt, die trotz Entbindung kein Kleinkind hat?

Hinweise zum Vorfall nimmt die Kriminalpolizei Waiblingen unter Tel. 07151/9500 entgegen.