VfB Stuttgart

Diskussion um Ersatzkeeper Fabian Bredlow nach der Niederlage gegen Gladbach: Sollte die Nummer eins auch im Pokal spielen? Ein Pro und Contra

Fußball DFB Pokal VfB Stuttgart vs. Borussia Mönchengladbach
Stand im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Gladbach im Tor und leistete sich prompt einen Patzer: Ersatztorhüter Fabian Bredlow. © Pressefoto Baumann

Bei der 1:2-Niederlage des VfB Stuttgart im Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Mänchengladbach stand nach Schlusspfiff vor allem ein Mann im Fokus: Ersatzkeeper Fabian Bredlow. Der 25-Jährige wurde von Trainer Pellegrino Matarazzo für seine Trainingsleistungen belohnt und stand gegen die Fohlen im Kasten der Stuttgarter - und verschuldete prompt den zweiten Gäste-Treffer. Wie schon im vergangenen Jahr, als sich Bredlow im Pokal gegen Bayer Leverkusen einen groben Schnitzer erlaubte, brachte er am Mittwochabend die Gladbacher auf Kurs Viertelfinale. Unsere VfB-Reporter Danny Galm und Simeon Kramer fragen sich deshalb: Sollte Gregor Kobel als Nummer eins auch im Pokal spielen? Ein Pro und Contra.

Simeon Kramer: "Als Trainer muss man auch die zweite Reihe bei Laune halten - zum Wohle des Teams"

"Bundesliga-Trainer haben einen schwierigen Job: Sie haben einen Kader zur Verfügung, der aus mehr als 20 Profis besteht. Alle wollen spielen, und das am besten in der ersten Elf. Dieses Luxus-Problem gilt es, zu moderieren. Während es auf den meisten Positionen immer wieder zu Rotationen kommt, schaut ein Spieler meistens in die Röhre: der Ersatzkeeper. Nur selten wird der Torhüter gewechselt, beim VfB ist Gregor Kobel die unangefochtene Nummer eins.

Dabei wird vergessen, wie wichtig eine gute Nummer zwei wie Fabian Bredlow ist: Er ist es, der den Stammkeeper im Training pusht, Druck aufbaut und ihn zu Höchstleistungen zwingt. Er ist es auch, der im Falle einer Verletzung von Gregor Kobel einspringt – und sofort voll da sein muss. Das muss man als Trainer einfach belohnen. Und am besten geht dies eben im DFB-Pokal. Pellegrino Matarazzo hat also alles richtig gemacht, nicht nur nach dem sportlichen Leistungsgedanken aufzustellen. Denn: Manchmal ist die Stimmung und das Teamgefüge wichtiger, als der womöglich schnelle Erfolg durch die bestmögliche Aufstellung."

Danny Galm: „Auch im Pokal sollte die bestmögliche Elf auf dem Platz stehen“

„Eine Sache direkt vorneweg: Einzig Torhüter Fabian Bredlow für das Pokalaus gegen Gladbach verantwortlich zu machen, ist vollkommen daneben. Dennoch wird kaum jemand widersprechen, dass die etatmäßige Nummer zwei mit ihrem Fehler erheblichen Anteil an der 1:2-Pleite gegen die Borussia hatte. Schon im Vorjahr hatte der Ersatzkeeper im DFB-Pokal gepatzt und damals Bayer Leverkusen den Weg ins Viertelfinale geebnet. Dabei sollte auch im Pokal die bestmögliche Elf auf dem Platz stehen.

Oder anders gefragt: Warum gibt es nur zwischen den Pfosten ein solches Wechselspielchen? In allen anderen Mannschaftsbereichen wurde und wird schließlich nicht durchgewechselt. In der Offensive standen am Mittwochabend zum Beispiel mit Silas Wamangituka, Sasa Kalajdzic und Nicolas Gonzalez gleich alle drei Top-Stürmer der Schwaben auf dem Rasen. Der unumstrittene Stammtorhüter Gregor Kobel musste hingegen auf der Bank Platz nehmen. Dem sportlichen Leistungsgedanken entspricht das nicht.“