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Einbrechern keine Chance geben: Wie Immobilienbesitzer ihr Zuhause wirksam vor schützen können

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Einbruchschutz bei der Messe Rund ums Haus
Präventionsexperten wie Michaela Gönnenwein klären kostenfrei über geeignete Maßnahmen auf. © Heiko Potthoff
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Einbruchschutz bei der Messe Rund ums Haus

Die meisten Einbrecher sind keine Profis, sondern Gelegenheitstäter. Gute Si-cherungstechniken für Fenster und Türen und aufmerksame Nachbarn wirkenbeim Schutz besonders.

© Heiko Potthoff
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Einbruchschutz bei der Messe Rund ums Haus

Die meisten Einbrecher sind keine Profis, sondern Gelegenheitstäter. Gute Si-cherungstechniken für Fenster und Türen und aufmerksame Nachbarn wirkenbeim Schutz besonders.

© Heiko Potthoff

Fenster auf Kipp, der Schlüssel steckt, der Rollladen bleibt tagelang unten – oft sind es kleine Nachlässigkeiten, die Einbrechern Tür und Tor öffnen. Eine Präventionsexpertin erklärt, worauf Immobilienbesitzer besonders achten sollten.

„Ich freue mich immer, wenn Häuslebauer mit ihren Plänen zu uns kommen“, sagt Michaela Gönnenwein vom Polizeipräsidium Aalen, Referat Prävention, Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Rems-Murr-Kreis mit Sitz in Fellbach. Denn wer das Thema Sicherheit von Anfang an mitdenkt, spart später Zeit, Geld – und im Zweifel viel Ärger. Ihr Appell richtet sich vor allem an Immobilienbesitzer. Denn sie haben es selbst in der Hand, wie gut Haus oder Wohnung geschützt sind. Wer unsicher ist, welche Maßnahmen sinnvoll sind, erhält bei kriminalpolizeilichen Beratungsstellen kostenlose Beratung.

Ein Einbruch ist für viele Betroffene ein tiefer Einschnitt. Neben dem Verlust von Wertsachen wiegt vor allem das Gefühl schwer, dass Fremde in die Privatsphäre eingedrungen sind. Viele berichten von Schlafstörungen oder anhaltender Verunsicherung. Dabei zeigen statistische Auswertungen: Einbruchsversuche scheitern häufig – nicht zuletzt wegen guter Sicherungstechnik und aufmerksamer Nachbarn Prävention wirkt also.

Die meisten Einbrüche werden nicht von hochprofessionellen Banden verübt, sondern von Gelegenheitstätern. Ihr bevorzugtes Mittel: das Aufhebeln von Fenstern, Balkon- oder Terrassentüren. Besonders gefährdet sind leicht erreichbare Zugänge im Erdgeschoss, Keller oder über Balkone.

Oft dauert es nur Sekunden, bis ungesicherte Elemente überwunden sind. Ein gekipptes Fenster gilt aus Tätersicht als offene Einladung. Auch Türen, die nur ins Schloss gezogen sind, bieten kaum Widerstand. Ein weiteres Problem: sorgloser Umgang mit Schlüsseln. Der Klassiker – der Ersatzschlüssel unter dem Blumentopf – ist längst kein Geheimtipp mehr.

Wer neu baut oder umfassend saniert, sollte Einbruchschutz direkt berücksichtigen. Das ist günstiger und effektiver als spätere Nachrüstung. Empfohlen werden geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Elemente nach DIN EN 1627, mindestens Widerstandsklasse RC 2. Diese gewährleisten, dass Konstruktion und Montage keine Schwachstellen aufweisen. Wichtig ist dabei stets der Blick auf die DIN-Normen. Sie bieten Orientierung und Vergleichbarkeit.

Bei Bestandsimmobilien lässt sich viel nachrüsten. Allerdings sollten Maßnahmen aufeinander abgestimmt und fachgerecht eingebaut werden. Sinnvolle Ergänzungen sind unter anderem  Weitwinkelspion (mindestens 180 Grad), Sprechanlage, idealerweise mit Kamera, eine Öffnung nur mit vorgelegtem Sperrbügel und gute Beleuchtung des Eingangsbereichs.

Fenster gelten als Schwachstelle Nummer eins. Abschließbare Fenstergriffe allein reichen nicht aus, da sie keinen Aufhebelschutz bieten. Der erste Schutzschild: sicherheitsbewusstes Verhalten. Fenster und Fenstertüren können mit einem einbruchhemmenden Beschlag (Pilzkopfverriegelung) nach DIN 18104 Teil 2 und abschließbarem Fenstergriff oder aufschraubbaren Nachrüstsicherungen gemäß DIN 18104 Teil 1 aufgerüstet werden. Wichtig ist hierbei auch die fachgerechte Montage. Grundsätzlich gilt: Je länger Täter „arbeiten“ müssen, desto höher ist ihr Entdeckungsrisiko. Für Kellerfenster oder Lichtschächte kommen geprüfte Gitterroste oder spezielle Abhebesicherungen infrage.

Geprüfte einbruchhemmende Roll- und Klappläden können zusätzlichen Schutz bieten. Allerdings ersetzen sie nicht die Sicherung der Fenster selbst. Auch der Außenbereich spielt eine Rolle: Ausreichende Beleuchtung, keine Aufstiegshilfen, durchdachte Bepflanzung und stabile Einfriedungen erhöhen die Hürde für Täter.

Mechanische Sicherungen stehen an erster Stelle. Sie bieten realen Widerstand. Ergänzend können Einbruchmeldeanlagen (EMA) sinnvoll sein. Sie erhöhen das Entdeckungsrisiko und schützen vor unangenehmen Überraschungen beim Heimkommen. Empfohlen wird die Kombination aus mechanischer Sicherungstechnik und elektronischer Überwachung. Wichtig: Installation nur durch qualifizierte Fachbetriebe. Falschalarme kosten nicht nur Geld, sondern untergraben auch die Glaubwürdigkeit.

Smart-Home-Systeme ermöglichen die Steuerung von Heizung, Rollläden oder Beleuchtung aus der Ferne. Sie können zur Anwesenheitssimulation beitragen. Wenn im Smart-Home neben Komfort- und Energiemanagement auch Einbruchschutz erreicht werden soll, empfiehlt die Polizei eine Alarmanlage mit Smart-Home-Funktion. Wer hier investieren möchte, sollte auf geprüfte Alarmanlagen nach DIN VDE 0833 oder entsprechende Gefahrenwarnanlagen achten. Zudem gilt: Jedes IT-System birgt Risiken. Unzureichend gesicherte Anwendungen können selbst zum Einfallstor werden.

Unter www.k-einbruch.de finden Interessierte zahlreiche Informationen, wie sie ihr Zuhause wirkungvoll schützen können und welche Sicherungstechnik geeignet ist. Außerdem erfährt man auf der Webseite der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, wie der Staat Einbruchschutz fördert.

Der erste Schutzschild: sicherheitsbewusstes Verhalten

Technik allein genügt nicht, um sich vor Einbruch zu schützen. Wichtig ist auch:

• Haustüren immer abschließen

• Fenster, Balkon- und Terrassentüren konsequent verschließen

• Keine Schlüssel im Außenbereich verstecken

• Bei Schlüsselverlust den Schließzylinder austauschen

• Keine offensichtlichen Hinweise auf Abwesenheit geben Gerade in der Urlaubszeit ist Umsicht gefragt. Dauerhaft geschlossene Rollläden signalisieren: Es ist niemand daheim. Besser ist es, Nachbarn einzubeziehen oder Zeitschaltuhren für Licht und Rollläden zu nutzen.

• Einbrecher treten auch nicht immer mit Kapuze auf. Mitunter wirken sie wie Handwerker. Verdächtige Fahrzeuge oder Personen sollten daher lieber einmal zu viel gemeldet werden.