VfB Stuttgart

Einzelkritiken nach der 3:1-Niederlage gegen den FC Bayern: Tanguy Coulibaly stark, Gonzalo Castro mit gebrauchtem Tag

Fußball   Bundesliga  VfB Stuttgart vs. Bayern München
Waren gegen den FC Bayern die besten Profis im VfB-Dress: Silas Wamangituka (links) und Tanguy Coulibaly (rechts).
© Pressefoto Baumann

Lange gut mitgehalten, eine ansprechende Leistung gezeigt - aber trotzdem verloren. Wie schwer es ist, gegen ein Spitzen-Team zu spielen, zeigte sich am Samstagnachmittag bei der 3:1-Niederlage gegen den FC Bayern München. Während der Rekordmeister aus München dreimal eiskalt zuschlug, vergaben die Schwaben eine Reihe guter Torchancen - und agierte hinten oft zu fahrig.

Wie sich die VfB-Profis geschlagen haben, erfahren Sie in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Gregor Kobel: Irrte in der 3. Minute durch den Strafraum, als Lewandowski einen Kopfball an den Pfosten setzte. Hielt, was es zu halten gab, war bei den Bayern-Toren chancenlos. Gewohnt lautstarker Antreiber aus dem Tor heraus. Note: 3

Dinos Mavropanos: Schmiss sich in jeden Zweikampf und suchte jedes Kopfball-Duell, man merkte ihm die fehlende Spielpraxis aber an. Konnte Coman vor dem 1:1 nicht verteidigen. Seine Statistik liest sich grauenhaft: Null Prozent gewonnene Zweikämpfe. Wurde in der 58. Minute ausgewechselt. Note: 5

Waldemar Anton: Leistete sich in der Anfangsphase den ein oder anderen Abspiel- und Stellungsfehler. War ansonsten zweikampfstark, wirkte wach und agil. War der beste Verteidiger in der 3er-Kette und schaltete sich in der Schlussphase sogar ins Angriffsspiel ein. Note: 2,5

Marc Oliver Kempf: Überschaubarer Tag des Innenverteidigers. Gewann 60 Prozent seiner Zweikämpfe, wirkte aber nicht immer sattelfest. Verlor Lewandowski vor dem 1:2 aus den Augen, als er den Bayern-Stürmer hätte stellen müssen. Note: 4


Borna Sosa:
Blieb in der ersten Halbzeit blass, da der VfB vor allem über die Seite von Wamangituka spielte. Steigerte sich in Halbzeit zwei spürbar und gewann viele entscheidende Zweikämpfe (62 Prozent). Seine Flankenläufe könnten noch präziser werden, ansonsten machte der Kroate ein gutes Spiel. Note: 2,5

Wataru Endo: War gewohnt ballsicher und spulte die meisten Kilometer ab (11,74). Vor dem 1:1 wurde ihm das frühe Gegenpressing zum Verhängnis, als er das Zentrum für den Bayern-Konter öffnete. Konnte dem Spiel auch sonst nicht den gewohnten Stempel aufdrücken. Note: 3,5

Orel Mangala: Unauffälliger Auftritt des jungen Belgiers. Hatte das Zentrum nicht wie gewohnt im Griff, lief gegen spielstarke Bayern oft nur hinterher und gewann nur 33 Prozent seiner Zweikämpfe. In der 72. Minute kam er frei im Strafraum zum Abschluss, schoss aber Süle ab. Note: 4,5

Gonzalo Castro: Unauffälliger Auftritt des VfB-Kapitäns. War gewohnt viel unterwegs, es kam aber meist zu wenig dabei rum. War an keiner gefährlichen Angriffsaktion der Schwaben beteiligt und gewann nur 20 Prozent seiner Zweikämpfe. Ein gebrauchter Tag für den Routinier. Note: 5


Silas Wamangituka:
Quirliger Auftritt des jungen Kongolesen. Machte viel Tempo über die Außenbahnen und spielte den Ball vor dem 1:0 punktgenau auf Tanguy Coulibaly. War immer für ein Tänzchen auf der Außenbahn gut, verrannte sich aber auch oft in der gegnerischen Abwehr. Note: 2,5

Philipp Förster: Stets bemüht, aber viele technische Fehler. Haute sich in jeden Zweikampf und ackerte viel nach hinten mit. Muss auf 2:0 stellen, als er innerhalb von einer Minute zweimal frei vor Neuer auftauchte. Fiel auch ansonsten nicht durch spielerische Akzente auf, verschleppte viele gute Kontersituationen. Note: 4,5

Tanguy Coulibaly: Startete in der Sturmspitze, lauerte oft an der Abseitslinie und wagte viele Läufe in die Tiefe. Beim 1:0 lief er Boateng davon und musste nur noch einschieben. Machte auch sonst einen quirligen und spritzigen Eindruck, versuchte viel und war immer für eine gefährliche Aktion gut. Note: 2

Mateo Klimowicz (ab der 58. Minute für Gonzalo Castro): Machte einen spielstarken Eindruck, lief oft in die gefährlichen Räume. Hatte das 2:2 auf dem Fuß, Roberto Massimo blockte den Schuss aber ab. Muss noch lernen, seinen Körper besser einzusetzen. Note: 3

Atakan Karazor (ab der 58. Minute für Dinos Mavropanos): Machte einen soliden Job in der Dreier-Kette, spielte unaufgeregt und abgeklärt. Gewann 75 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte Robert Lewandowski weitestgehend im Griff. Note: 2,5

Sasa Kalajdzic (ab der 77. Minute für Philipp Förster): Hatte eine gefährliche Abschlussaktion, scheiterte mit seinem Schuss aus der Drehung aber an Manuel Neuer. Ist auf Flanken angewiesen, die kamen aber zu wenig. War deshalb nicht gut im Spiel. Note: Ohne Bewertung.

Roberto Massimo (ab der 82. Minute für Tanguy Coulibaly): Ohne Bewertung.

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form