VfB Stuttgart

Einzelkritiken zur VfB-Gala in Dortmund: Wie die Stuttgarter Rasselbande den BVB zerlegte

Fußball   Bundesliga   Borussia Dortmund vs. VfB Stuttgart
Traf wie schon gegen Bremen doppelt: VfB-Flügelflitzer Silas Wamangituka. © Pressefoto Baumann

An diesem trüben Samstagnachmittag gab im Dortmunder Signal-Iduna-Park eine wahre Talentshow zu bestaunen: Während für den mutigen VfB Stuttgart Tanguy Coulibaly (19), Mateo Klimowicz (20) und Silas Wamangituka (21) wirbelten, lebte der kraftlose BVB alleine vom offensiven Potential der hochtalentierten Offensivreihe um Giovanni Reyna (18), Jadon Sancho (20) und Jude Bellingam (17).

Heraus kam eine hochunterhaltsame Bundeliga-Partie, die der Aufsteiger aus dem Schwabenland sensationell mit 5:1 (1:1) für sich entscheiden konnte. VfB-Boss Thomas Hitzlsperger kommentierte den Gala-Auftritt seiner Mannschaft direkt nach dem Abpfiff mit folgenden Worten: "Ich könnte Konfetti kotzen, so happy bin ich über das, was ich gerade sehen durfte."

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Gregor Kobel: Sicher bei hohen Bällen und mit dem Ball am Fuß, aufmerksam gegen Can (19.), chancenlos - weil vom technisch versierten Reyna-Abschluss überrascht - beim sehenswerten Dortmunder Ausgleichstreffer kurz vor der Pause (39.), bärenstarke Parade gegen Sancho kurz vor Schluss - Note: 2

Marc Oliver Kempf: Führte die Mannschaft in Abwesenheit von Gonzalo Castro (Gelbsperre) als Kapitän aufs Feld und zeigte sich aufmerksam in der Zweikampfführung. Bockstarke Zweikampfquote von 83 Prozent. Ein Auftritt ohne Fehl und Tadel - Note: 1

Waldemar Anton: Der unumstrittene Abwehrchef. Hielt die VfB-Defensive auch gegen die hochbegabte BVB-Sturmreihe über weite Strecken sicher zusammen und war durch seine klaren Ansagen sowie seine Körpersprache ein echter Anführer - Note: 2

Konstantinos Mavropanos: Blieb früh im Spiel bei einer Klärungsaktion im Rasen hängen (22.), biss aber auf die Zähne und verteidigte weiter solide seine rechte Abwehrseite. Beim BVB-Ausgleichstreffer durch Reyna nicht gut positioniert. Ausbaufähige Zweikampfwerte (33 Prozent) - Note: 3

Borna Sosa: Schöner Freistoßschlenzer (7.) und gewohnt gute Flankenläufe auf dem linken Flügel. Im Glück, als er in der 24. Minute Morey im Strafraum von den Beinen holte und der Elfmeterpfiff ausblieb. Weiter gab’s nicht viel zu meckern - Note: 2

Wataru Endo: Das Herz des Stuttgarter Spiels – und das in jeder Hinsicht. Satter Abschluss nach drei Minuten, gewohnt gute Zweikampf- und Passwerte sowie starke Impulse fürs Offensivspiel - Note: 1

Orel Mangala: Spielte einst für die U19 der Borussia (übrigens unter Ex-VfB-Coach Hannes Wolf) und zeigte am Samstag eine gute Leistung, stopfte einige Löcher und stabilisierte das Stuttgarter Spiel mit seinem sicheren Passspiel. Zudem tolle Vorarbeit zum 2:1. Bei der Zweikampfquote von 50 Prozent geht noch etwas mehr, aber das ist mäkeln auf hohem Niveau - Note: 1,5

Philipp Förster: Durfte bei seinem zweiten Startelf-Auftritt in dieser Saison in der offensiven Dreierreihe der Schwaben ran. Dort ersetzte er den gesperrten Kapitän Castro wirklich stark. Nach einem ordentlichen Auftritt in Halbzeit eins erzielte er in der 60. Minute nach Vorarbeit von Borna Sosa sein erstes Bundesliga-Tor - Note: 2

Silas Wamangituka: Noch am Vorabend war der pfeilschnelle Flügelflitzer zum Bundesliga-Rookie des Monats November gewählt worden und auch in Dortmund zeigte er einen bärenstarken Auftritt. Vom Elfmeterpunkt schoss er die Schwaben zunächst in Führung (26.) und in Halbzeit zwei bleib er aus kurzer Distanz cool (52.). Wie schon in der Vorwoche gegen Bremen mit einem Doppelpack - Note: 1

Mateo Klimowicz: Von 2007 bis 2009 ging Papa Diego für die Schwarz-Gelben auf Torejagd und der Sohnemann holte im Signal-Iduna-Park durch einen klugen Laufweg einen Elfmeter heraus. Wenig später verpasste er zweimal aus guter Position das 2:0 (30./38.). In Durchgang zwei verhinderte der Innenpfosten seinen Treffer (62.). Doch der junge Argentinier ackerte unermüdlich und holte beeindruckende 69 Prozent seiner direkten Duelle - Note: 1,5 

Tanguy Coulibaly: Ein frecher, mutiger Auftritt. Gute Laufwege, gefährliche Abschlüsse (13./30.). In der zweiten Halbzeit belohnte er sich dann für seinen bockstarken Aufritt mit einem sehenswerten Schlenzer zum 4:1 (62.) - Note: 1

Einwechselspieler

Nicolas Gonzalez (ab der 67. Minute für Tanguy Coulibaly): Wollte nach seiner Einwechslung unbedingt noch einen Treffer erzielen, was in der Nachspielzeit auch gelang. Saisontor Nummer 5 - Note: -

Roberto Massimo (ab der 67. Minute für Silas Wamangituka): Knallte sich rein und gab ordentlich Gas- Note: -

Lilian Egloff (ab der 76. Minute für Philipp Förster): Das vielleicht größte Talent der Stuttgarter durfte mal wieder ein paar Einsatzminuten sammeln - Note:

Pascal Stenzel (ab der 87. Minute für Konstantinos Mavropanos): ohne Bewertung

Darko Churlinov (ab der 87. Minute für Mateo Klimowicz): ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form