Kochen & Rezepte

Es muss nicht immer Fleisch sein

VeganGrillen2
Hier wird Seitan hergestellt. © Ralph Steinemann Pressefoto

Waiblingen. Tofu und vegetarische Würstchen aus dem Supermarkt kennt jeder. Aber auch Chinakohlröllchen, marinierte Seitan-Spieße oder Polenta-Ecken lassen sich grillen. In einem Workshop der Adventgemeinde lernen die Teilnehmer vegane Grillgerichte kennen.

Knoblauch wird geschält, Zwiebeln gehackt, Teig geknetet und Kräuter gezupft: Die Teilnehmer des veganen Workshops sind bereits konzentriert an der Arbeit. Im Raum duftet es nach gerösteten Mandeln. Aus den Zutaten sollen später gefüllte Chinakohlröllchen, marinierte Seitan-Spieße, Polenta-Ecken, Gemüse-Tofu-Spieße und Kidney-Bohnen-Burger entstehen. Zum Nachtisch soll’s gegrillte Ananasscheiben und Nektarinen geben. Ein Dutzend Waiblinger sind gekommen, um sich von den veganen Rezept-Ideen inspirieren zu lassen.

Um das Rezept zu vergrößern klicken Sie hier.

Die 19-jährige Swantje Boiar sagt von sich selbst, sie sei ein „normaler Esser“. Auf ihrem Teller landet neben Gemüse also auch mal das eine oder andere Stück Fleisch. Zu dem veganen Workshop ist sie mit ihrer Freundin gekommen. „Ich fand das eine tolle Idee und wollte mir Anregungen holen, weil ich selber leider nicht so toll kochen kann“, sagt sie, während sie ihre Hände tief in der Masse aus Kidney-Bohnen, Knoblauch, Zwiebeln und Kräutern vergräbt, die später die vegetarischen Burger geben soll. Auch Henny Cataldo isst zwar zu Hause nicht rein vegan, möchte aber ihre Ernährung umstellen. „Den Tieren, der Gesundheit und der Umwelt zuliebe“, wie sie sagt. Gerade ist sie dabei, Seitan zu kneten: „Gar nicht so einfach, das klebt ganz schön.“

„Mmmh“

Langsam nehmen die Gerichte an den verschiedenen Stationen Form an: Hier werden Burgerbratlinge geformt, dort Polenta in Dreiecke geschnitten und gegenüber Teigplatten mit klein geschnittenen Äpfeln und gehackten Nüssen gefüllt. Denn auch Apfelstrudel lässt sich grillen, wie die Kursleiterin Ingrid Quinger erklärt. Also ab auf den Grill mit den Teigtaschen, zu den Seitan-Spießen und gefüllten Chinakohlblättern, die bereits vor sich hin brutzeln.

Als die Teller vollgeladen sind mit pflanzlichem Gegrillten, senkt sich erst mal ein gefräßiges Schweigen über die Gruppe. Nur vereinzelt ist ein „Mmmh“ oder „Lecker“ zu hören. Scheint zu schmecken, oder? „Ja, total“, sagt Swantje Boiar. Besonders die Burger, die seien richtig lecker – aber eigentlich auch alles andere. Fleisch vermisst an diesem Abend niemand.