Kochen & Rezepte

Fünf Gerichte auf einen Streich

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Eine Schande, dass es noch keine Geschmacksfotografie gibt. © Habermann / ZVW
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Ein Großteil der Suppe landet im Vorratsglas. © Habermann / ZVW

Schorndorf. Noch immer toben die Erkältungsviren durch die Stadt. Bestes Hausmittel für Schnupfennasen und sonstig Geplagte: Hühnerbrühe. Heute erklärt Ursula Russ, wie Sie, liebe Leserinnen und Leser, ausgehend von einer Hühnersuppe, vier weitere Gerichte zubereiten können. Das macht fünf verschiedene Mahlzeiten in beinahe einem einzigen Abwasch.

Video: So einfach geht's - Ursula Russ zeigt, wie man Flädle backt.

Hier gibt es noch mehr Küchen-Tipps und -Tricks von Ursel Russ.

Forscher haben herausgefunden, dass Hühnersuppe bei Verzehr bestimmte weiße Blutkörperchen blockiert, die Entzündungen und Schwellungen der Schleimhäute auslösen können. Also, wenn es in Hals und Nase zwickt, ran ans Suppenhuhn. Für die gesunde Brühe braucht’s nicht viel. Einen Schnellkochtopf, Salz, Pfeffer und das gewaschene Huhn. Das sollte gut mit Wasser bedeckt im Kochtopf liegen. Dann darf das Huhn im verschlossenen Topf gut durchgaren. Nach eineinhalb Stunden sollte das gelungen sein. Dann darf das Huhn raus, die Brühe kann abgeseiht werden und mit Petersilie bestreut dem Kranken des Hauses vorgesetzt werden. Wer die Brühe aber nicht unbedingt als Medizin kochen mag, sondern einfach, weil es schmeckt, darf zusammen mit dem Huhn ein gutes Stück Siedfleisch (vom Rind) mit in den Topf werfen. Ist alles gar, dürfen noch Sellerie und Karotten hinzukommen und gut durchkochen. Auf diese Weise wird die Brühe kräftiger und noch geschmackvoller.

Suppe auf Vorrat kochen

Ursel Russ kocht die Suppe gern auf Vorrat, nimmt also gleich mehr Fleisch, gibt am Ende einen Großteil der Brühe siedend heiß in Schraubdeckelgläser und lässt sie langsam auskühlen. So luftdicht verpackt, hält sie bis zu einem halben Jahr. Damit das gelingt, müssen die Gläser aber wirklich picobello sauber sein und keinesfalls beschädigt. Das Hühnerfleisch befreit die Köchin von Knochen sowie der Haut und teilt es in helles und dunkles Fleisch auf. Letzteres darf gleich mit der Suppe und einem Teil des klein geschnittenen und mitgekochten Gemüses serviert werden.

Für Notsituationen vorsorgen

Gut passen in die Suppe auch Flädle. Dafür mischt Ursel Russ zunächst fünf Eier mit einem Viertelliter Milch und einem Viertelliter Sprudel. Eine Prise Salz kommt hinzu. „Eine Prise ist alles, was zwischen drei Finger passt“, erklärt sie dabei. Dann rührt sie 250 Gramm Mehl portionsweise ein. Ist der Teig geschmeidig, darf er noch ein wenig ruhen. Anschließend backt sie ihn in Butterschmalz aus. Dabei braucht es für die ersten Flädle etwas mehr Fett als für die folgenden. Die fertigen Flädle rollte sie auf. Den Großteil schneidet sie in schmale Ringe. Einige davon kommen sofort in die Suppe. Den Rest der geschnittenen Pfannkuchen friert sie ein – für die nächste Suppe. „So kann man auch abends mal auf die Schnelle ein gutes Süpple machen. Es ist einfach immer gut, wenn man für Notsituationen vorsorgt“, weiß die Schwäbin. Einen Teil der Flädle hebt sie im Ganzen und in Folie eingepackt bis zu fünf Tage auf. Die können gefüllt serviert werden, wenn es in den Speiseplan passt.

Flädle müssen nicht unbedingt in die Suppe

Für eine Hackfleischfüllung mischt Ursel Russ etwas Hack mit 100 Gramm Quark, würzt alles mit Salz und Pfeffer und streicht die Mischung dünn auf die Pfannkuchen. Die werden aufgerollt und bei geschlossenem Deckel mit etwas Fett in der Pfanne gebraten. Nach fünf bis sechs Minuten dürften die Flädle mit Fülle gar sein. Dazu empfiehlt sie grünen Salat oder Gemüse. Auch vorstellbar ist eine Füllung mit Pilzen und Speck oder mit Schinken und Spargel. Süße Zähne können die Pfannkuchen mit Marmelade füllen oder mit einer Sauerkirschfülle. Dafür einen halben Liter Kirschsaft mit 40 Gramm Mondamin einkochen, Kirschen zugeben – und fertig. Und wer noch mal mehr Flädlesteig macht, kann in der Woche auch gleich noch Apfelküchle machen. Der rohe Teig hält in Gläser gefüllt bis zu vier Tage im Kühlschrank.

Hühnerfrikassee und Siedfleisch

Das helle Fleisch vom Huhn wird für die Frikassee weiterverwendet. Nun dämpft Ursula Russ fein geschnittene Zwiebeln in Butterschmalz. Sie gibt Mehl dazu und löscht alles, wenn es Mehl angezogen hat, mit Wasser ab. Dann darf die Mischung köcheln. Gewürzt wird mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Dazu kommt ein Eigelb. Dann darf die Soße noch mal gut durchkochen. Dann gibt die Schorndorferin das klein geschnittene Fleisch dazu, ergänzt es mit ein paar Champignons. Dazu passt am besten Reis als Beilage. Den können Erbsenfreunde gerne mit den grünen Kugeln (frisch oder aus der Tiefkühltruhe) anreichern. Wer noch etwas Frisches dazu möchte, ist mit einem Rote-Bete-Salat gut beraten. Dafür die rohe Rote Bete schälen und zusammen mit zwei bis zwei Äpfeln raspeln, dann mit Zitronensaft, Essig, Zucker, Salz, Pfeffer und etwas Creme Fraîche abschmecken.

Siedfleisch mit Meerrettichsoße und Salzkartoffeln

Fürs nächste Gericht wird das Siedfleisch benötigt. Das kann nach dem Kochen zusammen mit einigen gekochten Karotten und Selleriestücken im Kühlschrank bis zu fünf Tage aufbewahrt werden. Wer es in einer Meerrettichsoße und mit Salzkartoffeln servieren mag, kann folgendermaßen vorgehen: Für die Soße einen Esslöffel Butterschmalz zerlassen und so lange Mehl (etwa einen Esslöffel) zugeben, bis es eingezogen ist. Dann mit Wasser ablöschen. Wer noch Spätzles- oder Reisbrühe übrig hat, kann auch das zum Löschen verwenden. Das Gemisch darf 20 Minuten gut durchkochen und wird mit Salz, Pfeffer und Gemüsebrühe gewürzt. Dann kann auch etwas Meerrettich hineingerieben werden. Wer das nicht so mag, kann auch Senf zugeben. In der fertigen Soße darf das Fleisch dann warm werden. Dazu kann das mitgekochte Suppengemüse fein angerichtet werden.