Meinung

Fellbach: Vier Wanderfalken-Eier und die Überraschung in einer langweiligen Webcam-Übertragung

falke
Brutpflege. © Winterling

Der Wanderfalke ist ein faszinierender Vogel. Markantestes Merkmal sind „wohl seine rasanten Flugmanöver, mit denen er seiner Beute hinterherjagt“, schwärmt der Naturschutzbund vom ersten Vogel des Jahres, den der Nabu einst  1971 gekürt hat.

Der Ferrari der Lüfte ist schnell. Wikipedia traut Wanderfalken bis 320 km/h Spitzengeschwindigkeit zu; andere Quellen sprechen von 390 km/h, die das „schnellste Tier auf unserem Planeten“ draufhat.

Und die amerikanische Ornithologen-Vereinigung (AOV) und die National Acceleration Force (NAF) behaupten sogar, dass der Wanderfalke bei einem Testflug die Schallgeschwindigkeit (auch Mach 1 genannt) erreicht habe, nämlich 1235 km/h ... Nein, sorry. Das war offenbar ein Aprilscherz.

Kein Scherz ist, dass auf dem „SLT 107 Schwabenlandtower" in Fellbach, oder wie die Bauruine gerade genannt wird, eine Wanderfalkenpaar brütet. So ist der Turm, wenn nicht zum Wohnen, für überhaupt was gut. Und dort hockt sie nun, die Wanderfälkin, überwacht von einer Webcam des Nabu. Sie hockt in ihrer Höhle und hockt und hockt und hockt ...

Die von den Bildern ausgehende Faszination ist schlicht - totale Langeweile. Es passiert - absolut nichts. Ab und zu bewegt die Wanderfälkin ihren Kopf. Gähn.

Doch dann. Mittwoch, 10.08 Uhr.

Alarm! Vier Eier liegen plötzlich auf dem Schotter. Unbeaufsichtigt. Die Wanderfälkin musste offenbar mal austreten, ihre Flügel lockern und zu ein paar Sturzflügen ansetzen ....

10.13 Uhr: Die Langeweile kehrt zurück. Aber ohne Vogel. Noch immer ein leeres Gelege, vier Eier auf Schotter. Viel Mühe geben sich Falken für ihr Nest offenbar nicht.

10.19 Uhr: Kein Falke, nirgendwo. Es wird doch nichts passiert sein ...

10.25 Uhr: Die abgängige Fälkin lässt uns keine Ruhe ...

10.35 Uhr: Wir schlagen Alarm und rufen den Nabu-Falkenbeauftragten Friedemann Tewald an. Der Nabu-Mann beruhigt. Falken ließen ihre Eier schon mal allein, stundenlang. Das sei normal. Es schade der Brut in keiner Weise. Und während wir mit dem Vogelmann über die Brutgewohnheiten von Falken plaudern, kehrt die „Dame“, wie sie Tewald liebvoll nennt, um 10.37 Uhr seelenruhig zurück. Sie setzt sich auf ihre Eier und hockt und hockt und hockt ...

Wie wir weiter erfahren haben, wird es noch einen Monat so gehen, bis die jungen Falken schlüpfen ... und dann, verspricht uns der Nabu, herrscht Action auf dem Schwabenlandtower!

Der Wanderfalke ist ein faszinierender Vogel. Markantestes Merkmal sind „wohl seine rasanten Flugmanöver, mit denen er seiner Beute hinterherjagt“, schwärmt der Naturschutzbund vom ersten Vogel des Jahres, den der Nabu einst  1971 gekürt hat.

Der Ferrari der Lüfte ist schnell. Wikipedia traut Wanderfalken bis 320 km/h Spitzengeschwindigkeit zu; andere Quellen sprechen von 390 km/h, die das „schnellste Tier auf unserem Planeten“ draufhat.

Und die amerikanische

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