5:1-Heimsieg gegen Hannover 96 Der VfB Stuttgart beendet seine Sieglos-Serie

Stuttgart. Befreiungsschlag nach acht sieglosen Spielen: Der VfB Stuttgart hat das Kellerduell gegen Hannover 96 am Sonntag klar und deutlich mit 5:1 (3:0) gewonnen. Innenverteidiger Ozan Kabak (16./45.) und Steven Zuber (78./81.) trafen gegen phasenweise überforderte Niedersachsen doppelt und auch Stürmer Mario Gomez beendete seine Torflaute. Nach dem höchsten Bundesliga-Sieg seit dem 11. Februar 2012 (5:0 gegen Hertha BSC) darf auch Trainer Markus Weinzierl erst einmal durchatmen.



"Wir haben den Befreiungsschlag herbeigesehnt. Man merkt, dass eine Last abfällt. Es war ein verdienter Sieg. Dass er so hoch ausgefallen ist, freut uns umso mehr. Die erste Halbzeit war richtig gut. Das war nicht zu erwarten", sagte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und Gonzalo Castro ergänzte: "Das war so ein Spiel, das jeder hier gebraucht hat. Wir waren willig, wir wollten das Spiel gewinnen. Das haben wir am Ende dann auch gemacht."

Während sich Hannover nach der 16 Niederlage im 24 Saisonspiel wohl endgültig in Richtung 2. Liga orientieren muss, verschaffen sich die Stuttgarter ein wenig Luft im Abstiegskampf. Mit nun 19 Punkten steht der VfB zwar weiter auf dem Relegationsplatz, hält aber den Anschluss an den FC Augsburg (21 Punkte) und den FC Schalke 04 (23 Punkte).

Kapitän Christian Gentner zum dritten Mal in Folge auf der Bank

Gegen Hannover schickte VfB-Trainer Markus Weinzierl dieselbe Startelf wie zuletzt gegen Leipzig (1:3) und Bremen (1:1) auf den Rasen. Für Kapitän Christian Gentner blieb also zum dritten Mal in Folge zunächst nur der Platz auf der Ersatzbank. Dort saß nach mehrwöchiger Verletzungspause auch Dennis Aogo. Daniel Didavi und Timo Baumgartl hatten es nicht in den Stuttgarter Kader geschafft. Der Mittelfeldspieler wurde unter der Woche von einer starken Erkältung ausgebremst. Baumgartl ist nach seiner Gehirnerschütterung zwar wieder voll in den Trainingsbetrieb integriert, musste gegen die Niedersachsen aber von der Tribüne aus zuschauen. 

96-Coach Thomas Doll veränderte seine Anfangsformation im Vergleich zum 0:3 gegen Eintracht Frankfurt auf zwei Positionen: Oliver Sorg und Bobby Wood ersetzen Matthias Ostrzolek (Rippenbruch) und Nicolas Müller (Bank). Der Japaner Takuma Asano durfte gegen seine alten Kollegen von Beginn an ran.

Traumstart für den VfB: Gomez beendet Torflaute 

Wie schon im Bremer Weserstadion erwischten die Schwaben einen perfekten Start in die Partie. Zunächst traf Mario Gomez nach Zuspiel von Alexander Esswein nur den Pfosten (2.), doch nur einen Angriff später zappelte der Ball im Hannoveraner Tor: Steven Zuber hatte Gomez perfekt in Szene gesetzt und der Torjäger beendete seine seit Mitte Dezember andauernde Torflaute. Im Eins-gegen-Eins mit 96-Keeper Michael Esser blieb der 33-Jährige cool und schoss mit links sein 6. Saisontor (4.). 

Konzentriert und geduldig spielten die Stuttgarter weiter - und erhöhten durch Ozan Kabak auf 2:0 (16.). Der türkische Innenverteidiger köpfte eine Castro-Ecke vollkommen unbedrängt aus fünf Metern ins Tor. Sein erster Treffer im VfB-Trikot. Die Mannschaft von Thomas Doll war in der Anfangsphase vollkommen von der Rolle und fing sich um ein Haar noch ein drittes Gegentor. Torhüter Esser rettete aber nach einem schlampigen Rückpass von 96-Kapitän Waldemar Anton aufmerksam gegen Gomez (22.). 

Kabak und Zuber treffen doppelt

Mit der komfortablen Führung im Rücken ließen die Hausherren Ball und Gegner laufen. Einzig Torwart Esser bewies in den ersten 45 Minuten seine Bundesligatauglichkeit und hielt seine Mannschaft mit Paraden gegen Gomez (42.) und Ascacibar (45.) im Spiel. Kurz vor dem Pausenpfiff war dann aber auch der starke Esser chancenlos, als Castro seine zweite Vorlage für Ozan Kabak lieferte und der 18-Jährige zur verdienten 3:0-Pausenführung einköpfte. Zum ersten Mal in dieser Saison gelang dem VfB in der ersten Halbzeit mehr als ein Treffer.

Während das Spielgeschehen in den zweiten 45 Minuten müde vor sich hin plätscherte, sangen die VfB-Ultras gemeinsam mit den mitgereisten Fans aus Hannover zunächst gegen 96-Präsident Martin Kind, ehe dann auch VfB-Clubchef Wolfgang Dietrich mit Gesängen und Plakaten kritisiert wurde.

Der eingewechselte Jonathas hauchte der Partie mit seinem Kopfballtreffer (68.) noch einmal frisches Leben ein und weckte auch die Hausherren aus ihrer Lethargie. Die Stuttgarter schalteten noch einmal einen Gang hoch und Steven Zuber machte mit einem Doppelpack (78. und 81.) endgültig den Deckel drauf. 


VfB Stuttgart - Hannover 96 5:1 (3:0)

Stuttgart: Zieler - Insua, Kempf, Pavard, Kabak, Beck - Ascacibar, Castro, Zuber (84. Thommy) - Esswein (87. Donis), Gomez (73. Gentner)

Hannover: Esser - Anton , Felipe (46. Bakalorz) , Wimmer - Sorg , Haraguchi , Schwegler (75. Müller), Albornoz - Asano , Wood - Weydandt (46. Jonathas)

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Zuschauer: 51.781

Tore: 1:0 Gomez (4.), 2:0 Kabak (16.), 3:0 Kabak (45.), 3:1 Jonathas (68.), 4:1 Zuber (78.), 5:1 Zuber (81.)

Gelbe Karten: Zuber (75.), Esswein (75.) / Sorg (59.), Bakalorz (75.)

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