Alfdorf Haghof soll Hotel- und Kongresszentrum werden

So sah das ehemalige Hotel Haghof aus, als es noch in Betrieb war. Foto: ZVW/Rainer Stütz

Alfdorf. Früher Hotel, dann zeitweise Flüchtlingsunterkunft, zuletzt leerstehend: Der Haghof hat eine bewegte Geschichte. Nun könnte das Gebäude bis zum Erdgeschoss abgebrochen und in Flachdachbauweise neu gebaut werden. Der Alfdorfer Gemeinderat hat der Bauvoranfrage jetzt zugestimmt.

Bis Juni vergangenen Jahres lebten dort Flüchtlinge. Als besonders viele Menschen Asyl in Deutschland suchten, wurde das ehemalige Hotel am Jahreswechsel 2015/16 kurzerhand zu einer Unterkunft des Landkreises umfunktioniert. Zeitweise waren dort rund 220 Menschen untergebracht. Das hatte im Ort zunächst für große Unruhe gesorgt. Bürger und Anlieger wie der Golfclub hatten ihre Bedenken geäußert. Doch die Integration gelang, den Umständen entsprechend, überraschend gut. Schließlich sank die Zahl der neuen Flüchtlinge, die Menschen kamen nach und nach in die Anschlussunterbringung der Gemeinde oder fanden Privatwohnungen. Vergangenes Jahr lief der Mietvertrag mit dem Landkreis dann aus. Das Gebäude stand wieder leer.

Ein Ort mit Strahlkraft und Aussicht

Jetzt könnte das altehrwürdige, doch in die Jahre gekommene Gebäude wieder zu seiner ursprünglichen Nutzung zurückgeführt werden. Martin Bühler präsentierte am Montagabend dem Alfdorfer Gemeinderat, was der Investor plant. Zunächst hob der Architekt, der auf dem Großheppacher Wolfshof residiert und dessen Büro auch diesen Namen trägt, die „Strahlkraft“ des Haghofs hervor. „Das ist ein besonderer Ort“, sagte Bühler. Auch wegen des einmaligen Blicks direkt auf den Hohenstaufen. Allerdings sei das Gebäude architektonisch über die Jahre immer mehr zu einem Konglomerat geworden. „Es ist nur noch rudimentär erkennbar, was die ursprüngliche Ansicht war.“ Außerdem sei es inzwischen relativ heruntergekommen.

Das Besondere soll mit dem Neubau nun wieder herausgearbeitet werden. Geplant ist, das Bestandsgebäude bis zum Erdgeschoss abzubrechen und dann in Flachdachbauweise als dreistöckiges Gebäude wieder aufzubauen.

Die Idee dahinter: Wie eine Helix soll das Gebäude Richtung Hohenstaufen verdreht sein. Dazu werden die drei Stockwerke leicht versetzt – und die oberen beiden in Holzbauweise (als typisches Material für den Welzheimer Wald) aufgesetzt.

Keine Nutzungsänderung notwendig

Der Gemeinderat hatte sich damit zu beschäftigen, weil es in der Planung zu leichten Überschreitungen des Bebauungsplans kommt. So wird durch die Drehung der Gebäudeteile die Baugrenze an mehreren Stellen überschritten. Drei Geschosse seien aber erlaubt, so Wolfgang Fauth. Schließlich befinde sich das Gebäude im Sondergebiet „SO3“. Eine Nutzungsänderung sei nicht erforderlich, versicherte der Alfdorfer Hauptamtsleiter. Schließlich sei an der Stelle früher bereits ein Hotelbetrieb gewesen, dies im Bebauungsplan auch noch so vorgeschrieben – und das geplante Kongresszentrum nur leicht davon abweichend. Als problematischer könnte sich indes erweisen, dass in dem Entwurf ein Flachdach vorgesehen sei. Der Bebauungsplan schreibe nämlich Satteldächer vor.

Gemeinderat Horst Metzger (CDU) lobte den architektonischen Entwurf und sagte: „Es ist nur zu begrüßen, dass das Hotel wieder zum Leben erweckt wird.“ Seine Fraktionskollegin Birgit Wiedmann hingegen zeigte sich eher skeptisch. Sie wollte wissen, ob auch genügend Parkflächen vorhanden seien. Was Architekt Bühler bejahte und darauf verwies, dass bereits das frühere Hotel Parkplätze ausgewiesen hatte – und es darüber hinaus auf dem Areal noch Fläche gebe für weitere Stellplätze.

Segan: Gemeinde ist keine Genehmigungsbehörde

Gemeinderätin Wiedmann wollte außerdem wissen, ob die Nachbarn bereits zu dem Vorhaben gehört wurden, womit sie implizierte, dass womöglich nicht alle Anlieger von dem Neubau begeistert sein könnten. An dieser Stelle wies Bürgermeister Michael Segan darauf hin, dass die Gemeinde keine Genehmigungsbehörde sei, sondern lediglich vom Landratsamt um eine Stellungnahme gebeten wurde, außerdem sei dies nur eine Bauvoranfrage.

Befragungen durch Nachbarn würden erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen – und dann durch die Baubehörde im Landratsamt durchgeführt. Das Gremium stimmte der Bauvoranfrage schließlich mehrheitlich - bei einer Gegenstimme von Birgit Wiedmann - zu.

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