Fellbach Im Gewa-Tower sollen 190 Mietwohnungen entstehen

Aus der gescheiterten Luxus-Immobilie wird ein Hochhaus mit Mietwohnungen. Foto: Habermann / ZVW

Fellbach. Aus den 66 Luxus-Wohnungen im Gewa-Tower sollen 190 Miet-Wohnungen mit einer Fläche zwischen 35 und 70 Quadratmetern werden. Nötig wird daher ein neues Parkierungs-Konzept für die Bewohner. Weitere Änderung: Das Hotel am Fuß des Towers wird um ein Stockwerk erhöht.

Mit der Änderung der Stellplatz-Satzung Stadt macht der Fellbacher Gemeinderat den Weg frei für die geänderten Planungen der Immobiliengesellschaft CG-Gruppe von Christoph Gröner. „Bisher haben wir einen Stellplatzschlüssel von 1 bis 1,5 angelegt“, sagte Bürgermeisterin Beatrice Soltys laut Bericht des städtischen Presseamts in der Sitzung des Gemeinderates. Bei Wohnungen im gehobenen Segment sei dies durchaus üblich. Der Investor plane allerdings mehr und kleinere Wohnungen zur Miete. „Da die Parkdecks bereits gebaut sind und nicht mehr verändert werden können, müssen wir für diese Nutzung die Stellplatzsatzung ändern“, führte die Baubürgermeisterin aus. Diese Satzungsänderung „ist das letzte Schräubchen“, das für den Investor noch fehle, stellte Ilkin Bananyarli, der Insolvenzverwalter des Towers dar.

Zeitdruck: Baugenehmigung droht bald abzulaufen

Seit 22 Monaten führt der Rechtsanwalt Gespräche mit interessierten Investoren. Seit drei Monaten mit der Immobiliengruppe, die das Gebäude komplett übernehmen möchte. „Der Investor hat es geschafft, alle Hürden zu nehmen, also mit allen Beteiligten zu sprechen und sie einzubinden“, so der Rechtsanwalt im Gemeinderat. Mit der im November auslaufenden Baugenehmigung für den Tower sieht Ilkin Bananyarli alle Involvierten in Zugzwang.

Wenn keine Bautätigkeit bis zum 10. November erfolge, muss die Genehmigung neu beantragt werden - nach den heute gültigen Verordnungen, dies würde neue Kosten nach sich ziehen und die Suche nach einem anderen Investor erschweren oder vielleicht unmöglich machen, so die Einschätzung des Insolvenzverwalters. Gründe dafür seien etwa Schäden durch eine weitere Wintersaison und zahlreiche neue Rechtsvorgaben bei Erforderlichkeit einer neuen Gesamtbaugenehmigung.

Die rund 190 Wohnungen sollen insgesamt Mietwohnungen bleiben und als Gesamt- oder Großpaket an „seriöse Bestandshalter“ veräußert werden, wie es in der Vorlage der Ratssitzung heißt. Das Realisierungskonzept des jetzigen Interessenten basiert auf einer Verkleinerung der Wohneinheiten, damit diese gut vermietbar werden. Die Verhandlungen mit den Eigentümern der bereits veräußerten Wohnungen über einen Rückerwerb befinden vor dem Abschluss. Genauere Informationen zu den Plänen der Immobiliengesellschaft werden am Freitag bekannt gegeben. Zuvor werden alle Verträge unterzeichnet. Vollständig vollzogen ist der Verkauf – entgegen unserer Meldung – erst dann.

Car-Sharing und 100 Fahrrad-Stellplätze

Die überwiegende Mehrheit des Gemeinderates sieht die Pläne des potenziellen Investors positiv und stimmte für einen künftigen Stellplatzschlüssel von 0,8 sowie die Erarbeitung eines Mobilitätskonzeptes, das die Einbindung von Carsharing, Fahrrad, und öffentlichen Nahverkehr beinhaltet. Mehr Stellplätze seien auf dem Areal nicht mehr realisierbar. Konkret beabsichtigt der Investor in Abstimmung mit der Stadt und örtlichen Betreibern, ein möglichst breites Mobilitätsangebot mit Car-Sharing-Stellplätzen und E-Mobilität zu realisieren. Ergänzend sollen geeignete sichere Fahrradabstellplätze für 100 Fahrräder erstellt werden. Vor Stadträten führte er aus, bundesweit die Erfahrung gemacht zu haben, dass der Auto-Stellplatzbedarf in Ballungsräumen dadurch stark zurückgehe.

So charmant der Gedanke an ein innovatives Mobilitätskonzept erscheint, hält es die Stadtverwaltung gleichwohl für angebracht, ein Mobilitäts- und Parkierungskonzept über das Gebiet des Bebauungsplans hinaus zu erarbeiten – was Auswirkungen auf die Umgebung bedeutet. Dabei sollen nachbarliche Interessen gewürdigt und eventuelle Härten vermieden werden. „Das wird Zeit in Anspruch nehmen“, so die Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage. Der Beschluss für die Stellplatzsatzung zum jetzigen Zeitpunkt liege aber gleichfalls im öffentlichen Interesse – eben wegen des Ablaufs der Baugenehmigung.


CG Gruppe

Christoph Gröner ist Firmengründer, Namensgeber und Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe AG. Vor über 20 Jahren begann er sich in Leipzig einen Namen mit der Sanierung historischer Bausubstanz zu machen. 2010 folgte mit dem Schritt nach Berlin der Sprung zu überregionaler Präsenz.

Heute bezeichnet sich die CG Gruppe als „Deutschlands führender Projektentwickler mit eigener Baukompetenz“. Kerngeschäft ist der Mietwohnungsbau für institutionelle Investoren.

Für 2018 erwartet die CG Gruppe ein Verkaufsvolumen in Ausführung und Fertigstellung in Höhe von 1,4 Milliarden Euro.

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