Gartenschau 2019 Remsterrassen nehmen Gestalt an

Waiblingen. Die Rems aus ihrem unnahbaren Flussbett zu holen, sie begeh- und erlebbar zu machen, das ist eins der Ziele der Remstal-Gartenschau 2019. Der Startschuss ist dafür auf der Erleninsel bereits gefallen. Auf rund 60 Metern Länge entstehen Terrassen, auf denen sich Spaziergänger, Erholungssuchende und Familien mit Kindern aufhalten sollen: wer will, mit den Füßen im und mit Blick aufs Wasser, auf das Wehr, den Pavillon auf der kleinen Erleninsel und den Turm der Michaelskirche.

Dass die Rems in den vergangenen Tagen so wenig Wasser führte, ist den Bauarbeiten für die Terrassen geschuldet. Um rund einen halben Meter wurde mit Hilfe des Häckerwehrs der Wasserpegel gesenkt, um den Landschaftsgärtnern die Arbeit zu erleichtern. Derzeit werden mit einem kleinen Bagger Steine verschoben und Sitzplatten aus grauem Beton gesetzt. Zwei kleine Inseln sind im flachen Wasser bereits angelegt.

Auf den Mini-Inseln sollen sich Wasservögel tummeln

„Die Idee war, auf der Erleninsel einen Zugang zum Wasser zu schaffen“, erklärt Werner Boßler, Chef im Waiblinger Grünplanungsamt. Wenige Schritte von den Terrassen entfernt wurden im Fluss die beiden Inselchen geschaffen, auf denen sich Wasservögel und andere Tiere einmal wohlfühlen sollen. Seicht ist die Rems an dieser Stelle, wer rüberwaten will, wird sich bloß die Füße nass machen. Kinder können im flachen Wasser spielen, gestresste Büromenschen in der Mittagspause einen Gang runterfahren. Für Entspannung wird nicht nur die Nähe zum Wasser sorgen, sondern auch der idyllische Blick: Nah sind das Hahn’sche Wehr, der Turm der Michaelskirche, der Pavillon auf der kleinen Erleninsel und das kleine Brückchen zum Bürgerzentrum.

Nutzen, was bereits da ist

Für den Bau der Inseln wurde genutzt, was bereits vorhanden ist: Natürliche Sedimente, die die Rems mit sich brachte, wurden mit großen Steinen befestigt und erhöht. Weiterer Sand wird der Fluss bei Hochwasser anspülen, die Inseln werden sich auf diese Weise natürlich weiterentwickeln. Das gilt auch für deren Vegetation, weiß Boßler. Nach einer Startbegrünung mit Gewächsen wie Schilf, Binsen und bunten Tupfen aus Schwertlilien soll sich die Natur ausbreiten dürfen. Bis die Stadtgärtner das ungezügelte Wachsen irgendwann einmal eindämmen müssen. Um Rückschnitte und Pflegemaßnahmen wird man dann nicht rumkommen, meint Werner Boßler. Integriert wird in die Inselchen auch ein Teil des Altholzes, das bei den Bauarbeiten angefallen ist. Eine Art ökologische Nische stellt sich Boßler hier vor.

Klarer Kontrast erwünscht

Zur naturnahen Gestaltung der Inseln bildet der Beton der Sitzstufen einen klaren Kontrast. Die strenge Gestaltung ist erwünscht, wobei sich auch der Beton im Laufe der Zeit ein wenig verändern wird. „Der graue Beton wird Patina annehmen und sich dem schwäbischen Kalkstein farblich angleichen“, sagt Werner Boßler.

Auch wenn die Rems offiziell als Badewasser nicht freigegeben ist: In den vergangenen Jahren ist sie immer sauberer geworden. Von ihrem bräunlichen Wasser sollte sich dabei keiner täuschen lassen. Wie die meisten Flachlandflüsse sei das Wasser aufgrund des Feinsediments eher trübe. Klarheit und Qualität hängen laut Boßler allerdings nicht zusammen: „Die Gewässerqualität ist relativ gut.“

Die großen Bauarbeiten sollen Ende August nach abgeschlossen werden. Weitere 14 Tage werden die Feinarbeiten dauern. Die Kosten liegen bei rund 300 000 Euro.

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