Gemeinderatswahl 2019 Die wichtigsten Themen für Berglen

Im Sommer ist es in den Unterrichtsräumen oft unerträglich heiß. Eine Art Klimaanlage tut not. Foto: ZVW/Gabriel Habermann (Archiv)

Berglen. Weiteren, für Käufer oder Mieter erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, das wird eine der Hauptaufgaben des neuen Gemeinderats in den kommenden fünf Jahren sein. Dafür gibt der gültige Flächennutzungsplan über die beiden vom noch amtierenden Gemeinderat bereits anvisierten Gebiete in Hößlinswart und Steinach in Berglen allerdings nur noch wenig her.

Eine kleine Fläche in Kottweil und „stille Reserven“ aus Bebauungsplänen, etwa in Vorderweißbuch, das wird’s denn gewesen sein. Die weitere Entwicklung wird damit nicht zuletzt von der anstehenden Fortschreibung des FNP abhängen.

Im Neubaugebiet Hanfäcker in Rettersburg wird es voraussichtlich auch sozialen Wohnungsbau geben, in Kooperation mit der Kreisbaugesellschaft, wahrscheinlich zwölf Wohnungen in dem Gebäude, in dem unten die Kindertagesstätte vorgesehen ist.

Der neue Gemeinderat wird auch entscheiden müssen, ob und wie die eine weitere Erweiterung des Gewerbegebiets Erlenhof, ein dritter Erschließungs- und Ansiedlungsring in Richtung Birkmannsweiler, erfolgen soll. Es gibt regelmäßig Anfragen auch von auswärtigen Betrieben. Vorrang sollen allerdings einheimische Interessenten haben, es soll auch keine Konkurrenz zu ihnen nach Berglen geholt werden. Außerdem müssen sich ansiedelnde Betriebe zum Bestand passen, es kommt also kein beeinträchtigendes oder belastendes Gewerbe infrage.

Kläranlage: Weiter sanieren oder mit Winnenden kooperieren

Zu klären wird auch sein, wie es mit der Kläranlage beim Erlenhof weitergehen soll: weitere Sanierungsabschnitte mit entsprechendem Investitionsaufwand oder eine interkommunale Zusammenarbeit mit Winnenden, sprich Leitungsbau und Anschluss an die Kläranlage Buchenbachtal bei Weiler zum Stein. Auch das würde natürlich entsprechend erst mal Geld kosten.

Auch der Neubau des Bauhofs inklusive Umsiedlung zusammen mit dem Wasserwerk, im ersten Fall mit innerörtlicher Nachverdichtung in Oppelsbohm, im zweiten mit einer Nachnutzung des alten Rathauses in Steinach, steht an. Auf den Weg gebracht ist die Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Oppelsbohm. Es gibt den Wunsch des Heimatvereins, das Museum zu vergrößern, die Wohnung obendrüber als Ausstellungsfläche dazuzubekommen.

Die Schule wird heuer 50 Jahre alt

Eine größere Investition wird in jedem Fall die weitere Sanierung der Nachbarschaftsschule, die heuer 50 Jahre alt wird. Die elektrotechnische Sanierung und der Einbau zumindest einer Art Klimaanlage sind fällig. So schön die großen Fensterfronten auch sind, die Südausrichtung des Gebäudes sorgt in der warmen Jahreszeit regelmäßig für Hitzestaus in den Unterrichtsräumen.

Gemeindestraßen und Brücken sind zu richten

Die Verwaltung wird darauf drängen und damit entsprechende Beschlüsse fassen, um weiter den Sanierungsstau bei in die Jahre gekommenen Wasser- und Abwasserleitungen abzubauen, weitere Feldwege und Gemeindestraßen zu richten, zum Beispiel die von Ödernhardt zum Erlenhof runter sowie die zum Linsenhof und nach Oberweiler hoch oder die Ortsdurchfahrt Kottweil. Weitere Brückensanierungen, über die drei geplanten hinaus, stehen an. Spannend wird beim weiteren Fortgang des Flurbereinigungsverfahrens die Neueinteilung der Grundstücke werden, weil die Eigentümer natürlich Stückle in Ortsrandlage bevorzugen – die aber nun mal endlich sind.

Zunächst steht allerdings der Neubau des Rad- und Wirtschaftswegs von Rettersburg nach Öschelbronn im Verfahren an, parallel zum Ausbau der Straßen nebendran und ohne Kosten für die Teilnehmer, weil diese der Landkreis übernimmt. Er trägt die Baulast und damit Kosten auch bei der für Berglen so wichtigen Straßenverbindung, über zwei Millionen Euro.

Bei der Umsetzung der neuen Radverkehrskonzeption ist auf Berglener Gemarkung noch deutlich Luft nach oben, vor allem bei der Beschilderung allgemein, beim Lückenschluss zwischen Hößlinswart und Rohrbronn und beim Zustand des Radwegs zwischen Birkmannsweiler und Erlenhof auf dem Abschnitt, der zu Berglen gehört. Dieses nicht ungefährlichen Dauerärgernisses könnte sich der neue Gemeinderat gleich mal am Anfang annehmen und damit Freunde unter umweltbewussten Zeitgenossen gewinnen.

Alles zu den kommenden Wahlen auf www.zvw.de/wahl2019


Keine unechte Teilortswahl mehr

Weitere Aufgaben stichwortartig: (ein mit der Landschaft verträglicher) Naherholungstourismus; die von Eltern gewünschte Verlegung des Spielplatzes in Steinach hangabwärts, die Modernisierung des Spielplatzes an der Gamsstraße in Hößlinswart wegen des kommenden Neubaugebiets; Erweiterung der Kinderbetreuungszeiten, nachdem das Angebot in den vergangenen Jahren erheblich ausgebaut und flexibilisiert, an die Bedürfnisse der Eltern angepasst wurde; weiterer Breitbandausbau, also Glasfaser künftig bis an jedes Gebäude; Digitalisierung der Dienstleistungsangebote der Verwaltung, soweit dies einen Mehrnutzen für die Bürger bringt („nicht mehr für jede Kleinigkeit extra ins Rathaus müssen“); Angebote für Senioren, auch intergenerative, Nutzung des ehrenamtlichen Potenzials von Senioren („rüstige Rentner“, fitte „ Best Ager“); weitere Verbesserung der Ärzteversorgung (über den zweiten Hausarzt in Oppelsbohm hinaus, vor allem ein Kinderarzt).

Vier der bisherigen 20 Gemeinderäte bewerben sich nicht mehr, die drei der SPD (Christa Jooß, Karl-Heinz Moser und Helga Hanke) und Sascha Geck (BWV), allesamt starke Stimmenbringer.

Es bleibt zudem abzuwarten, wie sich die Abschaffung der unechten Teilortswahl im Wahlergebnis niederschlägt. Die kleinen Teilorte haben keine Vertreter im Gemeinderat mehr von vornherein „garantiert“.

Der geänderte Wahlmodus bedeutet auch, dass es keine Ausgleichsmandate mehr geben wird, die entsprechenden zusätzlichen zwei Sitze bei der letzten Wahl entfallen also, das neue Gremium wird nur noch die regulären 18 Sitze aufweisen.

  • Bewertung
    1

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!