Gemeinderatswahl 2019 Die wichtigsten Themen für Kernen

Die Hangweide wird zum Wohngebiet – das hat Folgen auch für den Rest von Kernen. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Kernen. Was halten die kommenden Jahre für den Gemeinderat bereit, der am 26. Mai neu gewählt wird? Ein Großprojekt wird die Bürgervertreter besonders intensiv beschäftigen: die Entwicklung des Wohngebiets Hangweide. Die Aufgaben reichen vom städtebaulichen Wettbewerb bis hin zu den strukturellen Herausforderungen, die sich durch den Zuzug von bis zu 1200 Menschen ergeben werden – ob nun beim Verkehr oder der Kinderbetreuung.

Erst wird ein städtebaulicher Wettbewerb in die Wege geleitet, dann folgt ein Bebauungsplanverfahren, schließlich muss über die verkehrliche Erschließung der Hangweide entschieden werden – eine Vermarktung des Areals, das die Partner Gemeinde, Kommunalentwicklung und Kreisbau für rund 16,5 Millionen Euro von der Diakonie Stetten erwerben, ist dann frühestens ab Mitte 2022 realistisch. Das Wohngebiet wird den neuen Gemeinderat, der Ende Mai für fünf Jahre gewählt wird, die gesamte Legislaturperiode über beschäftigen.

Hangweide: Vorstellungen und Realität in Einklang bringen

In der Planungsphase, die so richtig erst beginnt, wenn Mitte Mai die Millionen überwiesen wurden, sind die 22 Bürgervertreter und Bürgermeister Stefan Altenberger besonders gefragt. Schließlich ist dem Grundstückskauf eine intensive Bürgerbeteiligung vorausgegangen. Aufgabe des Gremiums wird es nun sein, dafür zu sorgen, dass sich die Ergebnisse auch in der tatsächlichen Entwicklung des Wohngebiets niederschlagen. Wobei der Gemeinderat angesichts des hohen Kaufpreises eine Balance finden muss zwischen attraktiver Architektur (Stichwort: Internationale Bauausstellung), Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung.

Kinder im Fokus: Die Haldenschule muss erweitert werden

Denn auch in Kernen herrscht Wohnungsnot. Die Gemeinde ist in der Pflicht, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, nicht nur auf der Hangweide. Einerseits funktioniert das über eine Sozialquote, von der Geringverdiener, Rentner oder Alleinerziehende profitieren – auf der Hangweide schlägt die Verwaltung maximal 17,5 Prozent vor, das wären wohl 60 bis 90 Wohnungen –, andererseits darf Kernen auch die Mittelschicht nicht aus dem Blick verlieren. Und noch ein Themenfeld rückt durch die Hangweide in den Fokus: Kinderbetreuung und Schulentwicklung. Bis zu 1200 Menschen sollen in das neue Wohngebiet ziehen, darunter viele Familien mit Kindern. Vermutlich wird auf der Hangweide ein neuer Kindergarten gebaut werden müssen. Der Kindergarten in der Blumenstraße wird ebenfalls erweitert. In der Seestraße entsteht eine Sozialstation, in der eine Kita und Schülerbetreuung untergebracht werden sollen. Die Erweiterung der Haldenschule in Rommelshausen wird schon deshalb notwendig, weil immer mehr Schüler das Angebot wahrnehmen wollen, dort zu Mittag zu essen – was die Verantwortlichen in große Raumnot bringt. Und auch bei der Rumold-Realschule wird laut Bürgermeister Stefan Altenberger bereits über eine Erweiterung des Angebots nachgedacht – Stichwort: Ganztagesbetrieb.

Thema Verkehr

Beim Thema Verkehr ist nicht nur die Anbindung der Hangweide an Kernen und den ÖPNV wichtig. Der Gemeinderat muss sich auch Gedanken darüber machen, wie die vielbefahrenen Durchgangsstraßen entlastet werden könnten. In Rommelshausen steht seit langem Tempo 30 im Raum, in Stetten wurde das bereits umgesetzt – mit Erfolg, wie viele sagen.

Eine schwierige Straßensanierung wird in den kommenden Jahren in der Kelterstraße notwendig werden – die ist als Weg zu den Vereinsstätten und zum Römer Stadion nicht ganz unwichtig. Apropos Saint-Rambert-Stadion, hier steht noch eine Sanierung ins Haus. Beim Stettener Stadion stellt sich hingegen die Frage: Wie kann es gelingen, dass der TV Stetten seine Raumprobleme in den Griff bekommt, ohne dass die lärmgeplagten Anwohner weiter belastet werden? Am Ende ist es der Gemeinderat, der über den Bau von Hallen und Lärmschutzwänden entscheidet.

Und über Millionenbeträge. Die wird Kernen auch in den kommenden Jahren ausgeben. Zum Beispiel acht Millionen Euro für die Zusammenlegung der drei Kläranlagen zu einer großen in Rommelshausen.


Wahl am 26. Mai

Am Sonntag, 26. Mai, wird der Gemeinderat neu gewählt. In Kernen stehen Kandidaten auf fünf Listen zur Wahl, all diese Listen sind bereits im Gemeinderat vertreten: CDU, SPD, Unabhängige Freie Wähler (UFW), die Offene Grüne Liste (OGL), und das Parteifreie Bündnis (PFB).

Der Gemeinderat hat 22 Sitze. Stimmberechtigt ist auch Bürgermeister Stefan Altenberger.

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