Gemeinderatswahl 2019 Die wichtigsten Themen für Leutenbach

Die Mensa, die im September 2016 festlich eingeweiht wurde, ist und bleibt nicht die letzte Erweiterung der Gemeinschaftsschule. Foto: Schlegel (Archiv)

Leutenbach. Die beiden Projekte, die die Gemeinde richtig Geld in den nächsten Jahren kosten, hat der „alte“ Gemeinderat, dessen Amtszeit abläuft, noch auf den Weg gebracht: die notwendige Sanierung der Rems-Murr-Halle und der weitere Umbau/Erweiterung der Gemeinschaftsschule.

Bei der Halle gingen und gehen die Meinungen zwar nach wie vor auseinander, ob die Sanierung ganz dringlich ist oder nicht weiter geschoben werden könnte, aber zumindest die Mehrheit der Bürgervertreter wird den Baubeschluss wohl Ende Mai fassen. Die weiteren Investitionen in die Schule, um den Standort für die Zukunft zu sichern, sind dagegen „alternativlos“. Klar ist zudem, dass die Gemeinde für die Modernisierung immer wieder Geld in die Hand nehmen muss, aber auch will.

Was könnte auf der anderen Seite Geld bringen? Klar, ein neues Baugebiet, Erlöse aus Bauplatzverkäufen. Zwar hat sich die Gemeinde, also der Gemeinderat, gegen das Gebiet Brahmsstraße am Leutenbacher Ortsrand Richtung Nellmersbach (und in Nachbarschaft der Gemeinschaftsschule!) entschieden. Aber dieses „Nein“ dürfte kaum ewig gelten. Darüber noch mal grundsätzlich nachzudenken, zu beraten, wird sicher eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Gremiums in den kommenden fünf Jahren sein.

Zusätzliche Unterrichtsräume in Schule könnten erforderlich werden

Er wird dies wie sein Vorgänger auch mit Blick auf die möglichen Folgekosten tun: etwa für weitere Betreuungsplätze, weil die Leutenbacher Kindergärten samt Kinderhaus bereits am Anschlag sind. Auch zusätzliche Klassen und damit Unterrichtsräume in der Schule könnten erforderlich werden. Einer der beiden anderen Teilorte als „Ausweg“ kommt nicht infrage, Leutenbach ist beim traditionellen rollierenden System der Ausweisungen an der Reihe, zumal es für das Gebiet ja bereits eine Voruntersuchung gibt.

Geplanter Gruppentausch mit Konfliktpotenzial

Wie bei der Schule wird die Gemeinde aber auch bei der Kinderbetreuung nie „zur Ruhe kommen“, das zeigen der geplante Gruppentausch zwischen Kinderhaus Mühlefeld und der Leutenbacher Krippe sowie der geplante Naturkindergarten im Landschaftspark Höllachaue, Ersteres mit Konfliktpotenzial und beides aus der Not geboren.

Bei der Anmeldequote für Krippenkinder noch Luft nach oben

Der „Handlungsbedarf“ wird ohnehin steigen, sollte die Gebührenfreiheit für die Eltern von unter Dreijährigen kommen und/oder der Anspruch auf Ganztagesbetreuung, weil dann noch mal deutlich mehr Anmeldungen zu erwarten sind und damit ein kompletter Neubau wohl unausweichlich wäre. Bei der Anmeldung von Krippenkindern hat Leutenbach im Quotenvergleich bislang ohnehin noch Luft nach oben.

Eine weitere Aufgabe, über die sich der neue Gemeinderat Gedanken machen wird, soweit dies in der Macht oder wenigstens im Einfluss der Gemeinde steht, ist die (Wieder-)Belebung des öffentlichen Lebens. Der Metzger in Nellmersbach hat zwar nicht dichtgemacht, aber er ist an den Ortsrand umgezogen. In Leutenbach hat der alteingesessene Blumenladen geschlossen. Die Postagentur in Weiler zum Stein ist nur stundenweise geöffnet. Die Kreissparkassenfiliale in Nellmersbach ist Geschichte. Die Filiale der Volksbank dort hat nur noch an drei Tagen in der Woche geöffnet, an diesen nicht durchgehend und an einem dieser Tage ohnehin nur vormittags.

Ob das geplante digitale Heimatprojekt Verluste kompensieren kann, bleibt abzuwarten. Hoffnungen (zusätzlicher Wohnraum, Dienstleistungen) richten sich auch auf die Abrundung der neuen Ortsmitte, die Bebauung des bisherigen Wiesengrundstücks neben dem Löwenplatz.


Dauerbrenner: Tempo 30 in Ortsdurchfahrten

Eine Daueraufgabe ist und bleibt für jeden neuen Gemeinderat als Gremium auch der Erhalt oder Schaffung einer gewissen Infrastruktur in Nellmersbach und Weiler zum Stein. Die Zahnarztpraxis in Nellmersbach zu erhalten, ist gelungen, der Erhalt der Bücherei dort Wille der Mehrheit des Gemeinderats, zumindest bislang.

Ein Dauerbrenner ist der Verkehr in den Ortsdurchfahren, die Frage, wie die sicherer gemacht werden können, der Hebel für das seit langem angestrebte, aber stets „von oben“ abgelehnte Tempo 30 dort könnten die Ergebnisse eines Lärmaktionsplans sein. Es gibt Anwohner und es gibt aber auch Leutenbacher, die möglichst schnell zur B 14 wollen. Und unter dem Lärmausstoß von dieser leiden wiederum nicht nur die Nachbarn dieser Schnellstraße. Es ist damit zu rechnen, dass es aus dem neuen Gemeinderat heraus einen erneuten Anlauf geben wird, auch auf ihr das Tempo zu drosseln. 

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