Gemeinderatswahl 2019 Die wichtigsten Themen für Plüderhausen

Rathaus Plüderhausen. Foto: ZVW/Mathias Ellwanger

Plüderhausen. Die Gartenschau hat Plüderhausen genutzt, um sich herauszuputzen. Trotzdem sind weitere Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Zugleich muss der Gemeinderat die Finanzen der verschuldeten Kommune im Blick behalten – und dafür sorgen, dass die Ortmitte weiter belebt wird.

Plüderhausen war nie besonders finanzstark. Doch aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs der vergangenen Jahre konnte die Gemeinde zuletzt beides: viele, durchaus sinnvolle und notwendige Investitionen in die kommunale Infrastruktur (und das nicht nur für die Gartenschau) tätigen und zugleich einen Teil der Schulden tilgen. Leicht von 13,6 auf 12,4 Millionen Euro gesunken ist deshalb die Verschuldung seit 2014. In den kommenden Jahren könnte sie sich, so sieht es die mittelfristige Finanzplanung vor, sogar verdoppeln. Dabei hat Plüderhausen bereits heute eine Pro-Kopf-Verschuldung, die deutlich über dem Durchschnitt der Gemeinden im Rems-Murr-Kreis liegt.

Realisierung von Hohrain/Gländ ist notwendige Maßnahme

Doch der von der Gemeinde geplante barrierefreie Umbau des Bahnhofes, das kommende Gewerbegebiet Hohrain/Gländ oder die noch anstehenden räumlichen Zusammenlegungen der Schulen werden in Plüderhausen finanziell zu Buche schlagen. Alleine für die Realisierung von Hohrain/Gländ sind voraussichtlich rund 7,5 Millionen Euro notwendig. Eine notwendige Maßnahme – auch wegen der schwierigen Lage auf dem Wohnungsmarkt. Ausreichen dürfte dies aber nicht. Ohne weitere, maßvolle Nachverdichtung wird die auch in Plüderhausen grassierende Wohnungsnot kaum zu entschärfen sein.

Bei den Haushaltsberatungen hatten CDU und die Grüne Liste Umwelt in einem gemeinsamen Antrag die Kürzung der Investitionen im Haushalt um 500 000 Euro gefordert, um so eine weitere Kreditaufnahme zu verhindern. Ein Teil der Summe wurde bei den Beratungen dann auch tatsächlich gestrichen.

Haushaltssperre verhängt

Vor wenigen Wochen musste der Gemeinderat schließlich eine Haushaltssperre verhängen. Weil geplante Einnahmen aus der Erschließung des Gewerbegebiets Heusee II später kommen und somit eine Deckungslücke im Haushalt drohte, zog die Verwaltung die Reißleine. Geplante Maßnahmen in Höhe von 1,6 Millionen Euro werden vorerst nicht umgesetzt – damit aus dem vorübergehenden Liquiditätsproblem nicht am Ende noch ein Haushaltsdefizit wird.

Sanierung der Ortsmitte soll fortgesetzt werden

Dies im Blick zu behalten wird einer der wichtigen Aufgaben des am 26. Mai neu zu wählenden Gemeinderats sein. Zumal der Bau und die Sanierung von Straßen in einer von uns in Auftrag gegebenen Umfrage am häufigsten als wichtigste Themen in Plüderhausen genannt wurden. Die seit vielen Jahren betriebene Sanierung der Ortsmitte soll nun fortgesetzt werden. Erst kürzlich hat das Land dazu die Fördersumme von 200 000 Euro zugesagt.

Ein Thema, das ebenfalls wichtig ist für viele Plüderhäuser, ist der Erhalt - oder besser der Ausbau - von Einkaufs-Möglichkeiten in der Ortsmitte. Mehr davon und weitere gastronomische Angebote rund um den mit einem schönen Generationenspielplatz aufgewerteten Marktplatz wären aus Sicht vieler Bürger wünschenswert.

Bahnhof ist noch nicht barrierefrei

Unweit vom Marktplatz hat sich zuletzt immerhin etwas getan: Lidl hat seine Filiale modernisiert – und mit Rossmann gibt es seit Anfang des Jahres auch einen Drogeriemarkt. Und das im bislang eher unattraktiven Umfeld des Bahnhofs, der zudem durch die Eröffnung eines Bistros etwas attraktiver wurde – und nun im Rahmen der Gartenschau einen Kunstraum bekommt.

Der aber nach wie vor nicht barrierefrei ist. Ob es der Gemeinde gelingt, diese von der Bahn bislang vernachlässigte Maßnahme in den kommenden Jahren durchzusetzen, ist unklar. Günstig dürfte am Ende aber auch dieses Projekt nicht werden.

Thema Bürgerhaus Walkersbach im Gemeinderat wieder vertagt

Ein Thema, das auch den nächsten Gemeinderat wohl noch beschäftigen wird, betrifft den gerade mal 300 Einwohner zählenden Teilort Walkersbach. Dort gibt es seit geraumer Zeit einen Konflikt um die Nutzung des Bürgerhauses.

An diesem Donnerstagabend hätte sich der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Wahl eigentlich damit beschäftigen sollen. Geplant war der Beschluss einer Nutzungsordung für das Gebäude. Doch das Thema wurde kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Sollte, bevor der neue Gemeinderat sich neu konstituiert, kein Beschluss gefasst werden oder dieser keine Befriedung in den Teilort bringen, werden sich auch die neu gewählten Räte damit beschäftigen müssen.


18 Sitze zu vergeben

Am Sonntag, 26. Mai, wird bei der Kommunalwahl der Gemeinderat für fünf Jahre neu gewählt.

In Plüderhausen treten vier Gruppierungen und Parteien an: die Freien Wähler - Freie Demokraten (FW-FD), die CDU, die SPD und die Grüne Liste Umwelt (GLU).

Der Plüderhäuser Gemeinderat hat 19 Sitze. 18 davon sind bei der Wahl zu vergeben, den 19. Sitz mit Stimmrecht hat Bürgermeister Andreas Schaffer.

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