Gemeinderatswahl 2019 Die wichtigsten Themen für Urbach

Für viele Bürger ein Thema, das dringend angegangen werden muss: Die stark befahrene Ortsdurchfahrt von Urbach. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Urbach. Der Urbacher Gemeinderat muss in den kommenden fünf Jahren einige wegweisende Entscheidungen treffen. Es geht um die Zukunft der Kommune als Pflegestandort, aber auch darum, die Ortsdurchfahrt vom Verkehr zu entlasten. Und auch die Nahversorgung in Urbach-Nord wird den Gemeinderat weiter beschäftigen.

Eines der für viele Bürger wichtigsten Themen wird aber noch vor der Wahl am 26. Mai beginnen: die Remstal-Gartenschau, die in Urbach wie in keiner anderen Gemeinde für Protest gesorgt und große Teile der Bürgerschaft gespalten hat. Eine Mehrheit hatte eines der zentralen Projekte, das Waldhaus, sogar per Bürgerentscheid verhindert. Unter anderem deshalb verzichtete der damalige Bürgermeister Jörg Hetzinger auf eine erneute Kandidatur.

Martina Fehrlen, seit Juni vergangenen Jahres Bürgermeisterin der Gemeinde, hatte es sich zum Ziel gemacht, diese Spaltung wieder zu überwinden. In den nächsten fünf Monaten wird sich zeigen, ob das gelungen ist. Die große Anzahl an Bürgerprojekten - Skulpturenachse, wandernde Kirchenbank oder zuletzt der Holzhirsch auf dem gleichnamigen Areal - lässt aber vermuten, dass Urbach sich möglicherweise doch noch mit der Gartenschau versöhnen wird.

Kreative Lösungen für die Belebung des Nordens gesucht

Positive Nachrichten gab es zuletzt für die Bewohner von Urbach-Nord. Nachdem der Bonus-Markt aufgrund dauerhaft roter Zahlen schloss, hatte der Ortsteil für mehr als ein Jahr keinen Lebensmittelmarkt. Seit April betreibt Halise Ahmetcakiroglu an dieser Stelle in der Beckengasse wieder ein Geschäft. Ob sich „Hali’s Lädle“ dort dauerhaft etablieren wird, muss sich aber erst noch zeigen. Es wäre dem Ortsteil zu wünschen, der in den letzten Jahren mehrere Ladenschließungen erlebt hat. Und dessen historischer Ortskern mit Fachwerkhäusern rund um die Afrakirche durchaus wert wäre, wieder neu belebt zu werden. Hier kreative Lösungen zu finden, wird eine der Herausforderungen sein, vor denen der neu zu wählende Gemeinderat steht.

Alexanderstift steht vor wichtigen Entscheidungen

Eine Herausforderung, die auch, aber nicht nur Urbach-Nord betrifft, ist die Zukunft des Pflegestandorts. Denn das Alexanderstift steht aufgrund der geänderten Landesheimbauverordnung, die eine Einzelzimmerpflicht vorsieht, vor wichtigen Entscheidungen. Spätestens im Jahre 2024 greift diese Pflicht – und wenn bis dahin kein Um- oder Neubau stattfindet, wird es künftig nur noch 43 statt 69 stationäre Pflegeplätze geben. Die Wirtschaftlichkeit der Heime - und dadurch der Pflegestandort Urbach selbst - wäre dadurch gefährdet.

Die Gemeindeverwaltung möchte dies verhindern – und strebt daher, wenn nötig, einen kommunal finanzierten Neubau im Bereich des Schlossparks an. Auch der jetzige Gemeinderat formulierte das unlängst als Ziel. Der technische Ausschuss des Gremiums hat im April eine Machbarkeitsstudie für das Areal in Auftrag gegeben.

Lücke zwischen einstigem Unter- und Oberurbach wird komplett geschlossen

Urbach wächst – und das gleich um ein ganzes Quartier. In die Urbacher Mitte II werden in den kommenden fünf Jahren bis zu 200 neue Bürger ziehen. Davon wird Urbach profitieren, auch weil die Lücke zwischen dem einstigen Unter- und Oberurbach komplett geschlossen wird. Die Kommune muss aber zugleich aufpassen, dass die momentan gute Situation bei der Versorgung mit Schul- und Kitaplätzen (von Letzteren gibt es mehr als Kinder des entsprechenden Alters) auch künftig so bleibt.

Kommt die südliche Entlastungsstraße?

Das laut einer von uns in Auftrag gegebenen Umfrage drängendste Problem in Urbach ist aber der Verkehr. Besonders die Ortsdurchfahrt ist mit bis zu 13 000 Fahrzeugen pro Werktag, darunter nicht wenige Lastwagen, stark belastet. Zwar hat die Gemeinde (als einzige im Kreis) 2012 aufgrund erhöhter Stickoxid-Werte eine Umweltzone und Tempo 30 eingeführt. Eine spürbare Verkehrsentlastung brachte dies aber nicht.

Seit langem gibt es bei der Gemeinde deshalb Pläne für eine südliche Entlastungsstraße. Bürgermeisterin Fehrlen will diese in den kommenden Jahren offensiv angehen. Die geschätzten Kosten lägen bei sieben Millionen Euro, weil der Übergang in der Konrad-Hornschuch-Straße dafür weg und zur Querung der Bahn dann die Unterführung im Remsweg Lkw-tauglich umgebaut werden müsste.

Den ersten Schritt mit dem Ausbau der Steinbeisstraße über den Urbach bis zum Bahnhaltepunkt hat die Gemeinde bereits in Angriff genommen. Ob die nicht unumstrittene Entlastungsstraße tatsächlich kommt, ist aber unklar. Das muss der neue Gemeinderat erst noch entscheiden.


18 Sitze zu vergeben

Am Sonntag, 26. Mai, wird bei der Kommunalwahl der Gemeinderat für fünf Jahre neu gewählt.

In Urbach treten fünf Parteien und Gruppierungen an: die Freien Wähler (FW), die CDU, die SPD, Bündnis 90/Die Grünen sowie die Bürgerliste Urbach (BLU).

Der Urbacher Gemeinderat hat 19 Sitze. 18 davon sind bei der Wahl zu vergeben, den 19. Sitz mit Stimmrecht hat Bürgermeisterin Martina Fehrlen.

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