Hinkel und Tedesco bei Spartak Moskau „Wir verstehen uns nahezu blind“

Kennen sich noch gut aus gemeinsamen Tagen beim VfB Stuttgart: Domenico Tedesco (li.) und Andreas Hinkel. Foto: Spartak Moskau

Moskau.
Der ehemalige Nationalspieler Andreas Hinkel hat einen neuen Job: Gemeinsam mit Domenico Tedesco heuert er bei Spartak Moskau an. Beide kennen sich noch aus gemeinsamen Tagen beim VfB Stuttgart - und starten nun in ein Abenteuer beim russischen Rekordmeister. Tedesco als Cheftrainer, Hinkel als Co-Trainer. Das russische Hauptstadt-Team hatte in der Liga zuletzt fünf Niederlagen kassiert und sich von Trainer Oleg Kononow getrennt. Mit nur 14 Punkten nach zwölf Spieltagen belegt Spartak in der Tabelle den neunten Platz, Tabellenführer Zenit Sankt-Petersburg hat zwölf Zähler Vorsprung.

Wir haben mit dem VfB-Urgestein über seine neue Aufgabe und sein besonderes Verhältnis zu Domenico Tedesco gesprochen. Andreas Hinkel über…

…den Wechsel zu Spartak Moskau: „Domenico und ich kennen uns ja noch aus gemeinsamen VfB-Zeiten und haben nie den Kontakt verloren. Uns war immer klar, dass wir gerne noch einmal zusammenarbeiten wollen, weil es sportlich und menschlich einfach passt. Als jetzt die Anfrage von Spartak Moskau kam, war uns relativ schnell klar, dass wir das sehr gerne zusammen angehen würden.“

…den russischen Rekordmeister: „Wenn man sich ein wenig mit dem Verein und seiner Historie beschäftigt, merkt man relativ schnell, was für ein großer Club das ist. Spartak ist der beliebteste Verein im ganzen Land und hat über 25 Millionen Fans. Für solch einen großen Verein in so einer Stadt arbeiten zu können – das ist etwas, das uns unheimlich gereizt hat.“

…die ersten Eindrücke vom Team, dem Verein und der Stadt: „Uns war es wichtig, dass wir uns vor der Entscheidung ein eigenes Bild vor Ort machen. Deshalb waren wir bereits in der vergangenen Woche drei Tage in Moskau, haben Gespräche geführt und uns den Club sowie die Stadt angeschaut. Die Eindrücke waren durchweg positiv. Wir hatten zwar nicht so viel Zeit, waren aber zumindest auf dem Roten Platz und auch im Mausoleum. Das war schon sehr beeindruckend.“ 

die Zusammenarbeit mit Domenico Tedesco: „Wir verstehen uns nahezu blind und ticken ähnlich. Sportlich und privat. Natürlich ist er der Cheftrainer, der am Ende auch das letzte Wort hat. Aber wir sehen uns wie schon früher in Stuttgart als Team, das auf Augenhöhe diskutiert.“ 

…die Kommunikation auf dem Platz: „Wir haben viele Spieler, die Englisch können. Und auch einen Dolmetscher mit auf dem Platz, der entsprechend ins Russische übersetzt.“

…die Ziele mit dem Verein: „Ein Club wie Spartak hat mittelfristig natürlich sehr ambitionierte Ziele, das ist ja klar. Aber im Sommer wurde ein großer Umbruch eingeleitet und wir haben eine der jüngsten Mannschaften der Liga – die sich aktuell in keiner ganz so einfachen Phase befindet. Die letzten fünf Spiele wurden alle verloren. Deshalb geht es nun erst mal darum, möglichst schnell wieder zu punkten und das Team zu stabilisieren.“

…einen Umzug mit der Familie in die Millionenstadt: „Erst einmal nicht. Drei meiner vier Kinder sind bereits in der Schule, wir wollen sie nicht aus ihrem Umfeld reißen. Aber ich bin ja auch nicht aus der Welt. Es gibt täglich mehrere Flüge zwischen Moskau und Stuttgart, in drei Stunden ist man dort.“ 


Zur Person

  • Andreas Hinkel, geboren am 26. März 1982 in Backnang, trug als Spieler insgesamt 14 Jahre das Trikot des VfB Stuttgart und kam in 205 Pflichtspielen zum Einsatz. In seiner Jugend kickte er für den TSV Leutenbach und wechselte 1992 im Alter von zehn Jahren zum VfB.  
  • Der Abwehrspieler gehörte zu den „Jungen Wilden“, die 2003 Vizemeister wurden. 2006 wechselte er nach Spanien zum FC Sevilla. Mit dem FC Sevilla holte er 2007 den UEFA-Pokal. 
  • 2008 ging es zu Celtic Glasgow, wo Hinkel direkt Schottischer Meister wurde und ein Jahr später den Ligapokal gewann.
  • 2011 kehrte Hinkel noch einmal in die Bundesliga zurück und schnürte für eine Saison die Kickschuhe für den SC Freiburg. Im September 2012 beendete er seine Karriere und schlug anschließend eine Trainerlaufbahn ein.
  • Nach dem Erwerb der Fußball-Lehrer-Lizenz hatte Hinkel bis zum vergangenen Sommer für rund zwei Monate die 2. Mannschaft des VfB Stuttgart trainiert, den Abstieg in die Oberliga aber nicht mehr verhindern können. 
  • Für die deutsche Nationalmannschaft kam Hinkel 22 Mal zum Einsatz.

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