Investoren-Suche beim VfB Stuttgart Präsident Wolfgang Dietrich in der Kritik

VfB-Präsident Wolfgang Dietrich. Foto: Galm / ZVW

Stuttgart. Der VfB Stuttgart ist weiter auf der Suche nach einem zweiten Investor. Der nächste Geldgeber soll bis Mitte 2019 gefunden sein und muss laut Präsident Wolfgang Dietrich nicht zwingend aus der Region kommen. Teile der Anhänger fühlen sich hintergangen und verweisen auf die Ausgliederungs-Kampagne von vor zwei Jahren.

„Starke regional verwurzelte Unternehmen sind unser Heimvorteil," hieß es da in einem im Vorfeld der außerordentlichen Mitgliederversammlung veröffentlichten Erklärvideo. Der Faktor "Regionalität" spielte während der gesamten Kampagne eine nicht unerhebliche Rolle. Die große Mehrheit (84,2 Prozent) der anwesenden VfB-Mitglieder stimmte anschließend im Juni 2017 für eine Ausgliederung der Profiabteilung in eine AG.  Ähnliche Töne schlug Präsident Wolfgang Dietrich bereits in einem vor seiner Wahl zum Präsidenten geführten Interview mit der Bild-Zeitung an. So sagte Dietrich im Oktober 2016: „Sollten sich die Mitglieder für eine Ausgliederung entscheiden, setzen wir auf regional verwurzelte Unternehmen, die Wertigkeit ausstrahlen.“

Bei einer Veranstaltung der Stuttgarter Nachrichten am Montagabend in der Liederhalle äußerte sich der VfB-Boss allerdings wie folgt: „Ich habe nie gesagt, dass ein zweiter Investor aus der Region kommen muss. Das war nie die Prämisse und war nie in einer Form in unserer Kampagne ein Thema.“ Für diese Aussagen wurde der 70-Jährige anschließend in den sozialen Netzwerken kritisiert:
Fakt ist: Der Präsident sieht bei der Suche nach einem zweiten Investor keine Eile und auch die regionale Verwurzelung spielt schon seit über einem Jahr keine Rolle mehr. Ob der Partner aus der Region komme oder nicht, sei zweitrangig, sagte Dietrich bereits im Herbst 2017. Bis Mitte 2019 will Dietrich "einen oder zwei weitere Investoren präsentieren können", erklärte er Anfang September dieses Jahres. "Wenn es etwas später wird, ist das auch nicht tragisch. Wir haben alle Zeit der Welt."

Der VfB sucht keinen reinen Finanzinvestor mehr

Im August 2018 hatte zuletzt Kärcher-Chef und VfB-Aufsichtsrat Hartmut Jenner eine Beteiligung seines Unternehmens an der VfB-AG ausgeschlossen. „Wir sind ein Unternehmen, das in Deutschland weniger als 15 Prozent seines Umsatzes macht, also müssen wir schauen, dass wir unsere Marketinggelder auch international positionieren“, begründete Jenner die Absage damals im Interview mit der Stuttgarter Zeitung.

Der VfB sucht inzwischen keinen reinen Finanzinvestor mehr. „Wir haben immer gesagt, dass wir nicht nur jemanden wollen, der Geld bringt, sondern auch einen Mehrwert für den Club“, erklärte Dietrich jüngst gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Laut dem Bericht werben die Schwaben mittlerweile mit einer internationalen Präsentation um neue Partner. Dietrich: „Wir haben immer betont, dass wir einen strategischen Partner suchen, der weiß, wie ein Fußballclub tickt." 

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