Jugendfeuerwehr probt Ernstfall Übung: Flugzeug-Notlandung in Schornbach

Schorndorf-Schornbach. Flugzeug-Notlandung in den Schornbacher Seewiesen: Das war die Übungsannahme für die zwölf Jugendfeuerwehren, die zuvor schon 24 Stunden lang bei witterungsbedingt erschwerten Bedingungen bei verschiedenen vergleichsweise kleineren Einsätzen alles gegeben hatten und trotzdem auch diese letzte große Herausforderung nach einer kurzen Nacht mit Begeisterung und Bravour meisterten.

Es war gegen 1.30 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag, als auch die letzte der insgesamt zwölf Gruppen, die an der 25-Stunden-Übung der Schornbacher Jugendfeuerwehr teilnahmen – 25 Stunden deshalb, weil es die Schornbacher Nachwuchsfeuerwehr seit 25 Jahren gibt –, von ihrem letzten Übungseinsatz in ihr Quartier in der Brühlhalle zurückkehrte. Zuvor hatte die von Sven Geiger geleitete „Einsatzleitstelle Schornbach“ alle Hände voll zu tun gehabt, um das am Samstagabend einsetzende Unwetter herum alle geplanten Einsätze so zu koordinieren, dass kein einziger Einsatz, zu dem die Jugendfeuerwehren teilweise einzeln, teilweise zu zweit und teilweise zu dritt ausgerückt sind, ausgefallen ist. Ins Wasser gefallen - im wortwörtlichen Sinne – freilich ist der eine oder andere Einsatz schon, weshalb es den einzelnen Jugendleitern auch freigestellt war, ob sie ihrer pitschnass von einem Einsatz zurückkehrenden Mannschaft noch eine weitere Übung zumuten wollten. Für die Kinder und Jugendlichen selber, so berichten’s die beiden Betreuer Jochen Rapp und Jörg Püschl von der Schornbacher Wehr, war das keine Frage – auch wenn’s vor allem bei den Jüngeren hier und da mal eine oder zwei Minuten länger gedauert hat, bis sie wieder hellwach und einsatzbereit waren.

Die Jüngeren nicht überfordern, die Älteren nicht unterfordern

Es war eine in jeder Hinsicht begeisternde und vielleicht sogar einmalige Veranstaltung, die die Schornbacher Jugendfeuerwehr mit ganz viel ehrenamtlicher Hilfe aus dem Dorf und mit ganz viel Geld- und Sachspenden – Bernhard Geiger etwa hat mit Materialien aus seinem Stuckateurbetrieb das Rohmaterial für das auf einer Hermann Beutel gehörenden Wiese zur Verfügung gestellt – auf die Beine gestellt hat. „Dass eine Gruppe für sich eine 24-Stunden-Übung macht, ist normal, aber dass dazu elf weitere Gruppen eingeladen werden, ist etwas Besonderes“, sagt Jochen Rapp auch mit Blick auf die Logistik, die es braucht, um rund 160 Kinder und Jugendliche und ihre Betreuer zu beherbergen, zu verpflegen und auch außerhalb der Übungen bei Laune zu halten. Und gleichzeitig ein Übungsprogramm zusammenzustellen, das die Gruppen, die eher mit Elf- und Zwölfjährigen angereist sind, nicht über- und die anderen, die sich aus 16- und 17-Jährigen zusammensetzen, nicht unterfordert. Auch das sei im Wesentlichen gelungen, sagt Jörg Püschl unter Verweis auf die Anforderungen, deren Spektrum vom Mülleimerbrand bis zum Hausbrand und vom in einer Dole festsitzenden Jagdhund – die ausgestopfte Nachbildung hat via Bluetoothbox sogar herzerweichend gebellt – bis zum Verkehrsunfall reichte. Und speziell bei der Hunderettung, aber auch bei der Befreiung einer unter einem umgefallenen Strommast eingeklemmten Person haben sich unterschiedliche Herangehensweisen der verschiedenen Jugendfeuerwehren gezeigt – bedingt auch durch die teilweise unterschiedliche technische Ausrüstung.

Bürgermeister Hemmerich: "Schornbach hat Geschichte geschrieben"

Zur Abschlussübung am Sonntagvormittag – ebenfalls wieder bei strömendem Regen – fällt Jochen Rapp und Jörg Püschl nur ein Wort ein: „Gigantisch.“ Und das gilt aus ihrer Sicht sowohl für die innovative und vorbildliche Organisation als auch für das, was die Jugendfeuerwehren gemeinsam mit den hinzugezogenen Kräften vom DRK geleistet haben. Und nicht zuletzt auch für das Zuschauerinteresse, das so bei diesen widrigen Bedingungen nicht zu erwarten war. Wie hat Bürgermeister Hemmerich in seinem Fazit festgestellt: „Schornbach hat Geschichte geschrieben.“


Dokumentation

Begleitet worden ist die 25-Stunden-Übung in Schornbach auch von einer Gruppe von Studenten der Hochschule der Medien, die aus dem Material, das sie im Vorfeld und während der Übung gesammelt haben, eine Dokumentation erstellen wollen, die allen beteiligten Gruppen zur Verfügung gestellt wird, aber auch öffentlich verfügbar sein wird.

„Wir sind sehr gespannt, was da rauskommt“, sagt Jochen Rapp, der für alle, die mehr über die Übung erfahren wollen, auf den Link episch.feuerwehr-schornbach.de verweist.

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