Kernen Drei neue Buslinien

Symbolbild. Foto: Pixabay.com / CC0 Public Domain

Kernen. Der Busverkehr in Kernen wird weiter ausgebaut: Drei neue Buslinien bietet die Firma Schlienz-Tours neben den aktuell verkehrenden Linien 211, 212 und dem X 20 ab dem 1. August an. Die Buslinie 116 zwischen Esslingen und Endersbach fällt dann weg.

Aktuell fahren vier Buslinien der Firma Schlienz-Tours durch Kernen: 116, 211, 212 und der X 20. Diese werden durch die neuen Linien 224, 225 und 226 ergänzt. Grund dafür ist, dass sich Schlienz-Tours im Juli 2018 bei der europaweiten Ausschreibung des Buslinienbündels Fellbach/Kernen durchgesetzt hat. Laut Pressemitteilung des Landratsamts könne so die „gewohnte und bewährte Partnerschaft“ für weitere acht Jahre bestehen. Schlienz-Tours fährt die Verkehre eigenwirtschaftlich, also ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand, teilte Stefan Mahler, Verkehrsplaner bei Schlienz-Tours, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats mit. Gemeinsam mit Geschäftsführer Erhard Kiesel stellte er die neuen Pläne vor.

Die momentan verkehrende Linie 116 von Esslingen nach Endersbach wird ab August wegfallen. Sie fährt aktuell nur zweimal pro Tag und wird laut Mahler „nur sehr schwach genutzt“.

Die Linien 211, 212 und X 20 wird es weiterhin geben. Der Relexbus X 20 fährt von Waiblingen nach Esslingen und hält jeweils an einer Haltestelle in Rommelshausen und in Stetten. Mit den Busverbindungen 211 und 212 werden von Waiblingen und Fellbach Rommelshausen und Stetten erreicht. Bisher waren die beiden Linien in den Abendstunden durch einen Ringverkehr miteinander verbunden. Ab August wird die Verbindung allerdings aufgelöst, die Linien fahren dann eigenständig, so dass es mehr Fahrten in den Abendstunden gibt. Der 211er und der 212er verkehren ab August im Stundentakt bis Mitternacht, auch an den Wochenenden. Zwischen Stetten und Rommelshausen komme so auch am Abend ein 30-Minuten-Takt zustande. Durch eine bessere Abstimmung des 211ers und des X 20 soll es in der Hauptverkehrszeit außerdem alle 15 Minuten eine Verbindung zwischen Stetten und Waiblingen geben. An Wochenenden und abends sollen die Busse im 30-Minuten-Takt fahren.

Neu: Ein Ruftaxi mit dem Namen „Römerle“

Neu dazu kommen die Linie 224 von Rommelshausen über Waiblingen Remspark zum Fellbacher Bahnhof, die Linie 226 von Stetten nach Endersbach und ein Ruftaxi mit der Nummer 225, das in Rommelshausen unter dem Namen „Römerle“ verkehren wird. Das Ziel: Ein erweitertes Angebot und verbesserte Takte, sagt Mahler.

Die neue Linie 224 von Rommelshausen über Waiblingen zum Fellbacher Bahnhof fährt montags bis freitags im Stundentakt. Erstmals sei laut Mahler eine direkte Verbindung von Rommelshausen zum Remspark in Waiblingen und zum Rems-Murr-Center in Fellbach geschaffen worden. Außerdem entstehen durch die Linie mehr Verbindungen zwischen Ortsmitte und Bahnhof in Rommelshausen – im Takt zwischen 15 und 30 Minuten. Für S-Bahn-Fahrer gibt es dreimal in der Stunde die Möglichkeit, nach zehnminütiger Wartezeit in die Ortsmitte weiterzufahren. Von der Rommelshausener Mitte kommend gibt es dreimal in der Stunde die Möglichkeit, nach achtminütiger Wartezeit die S 2 nach Stuttgart oder Schorndorf zu nehmen.

Bus mit S-Bahn getaktet

Mit dem Bus 226 geht es ab August montags bis freitags im Stundentakt von Stetten nach Endersbach. Durch die neue Linie werde der Nord-Osten von Stetten besser erschlossen und der Innerortsverkehr gestärkt. Auch wurde der Schülerverkehr zum Schulzentrum Benzach, der Clemens-Schule und zum Schulbus zur Waldorfschule Engelberg bei der Taktung beachtet. Die Linie sei bewusst mit der S 2 von und nach Schorndorf getaktet worden, um für Stetten zusätzliche Fahrmöglichkeiten zu schaffen. Am Bahnhof Endersbach besteht ein siebenminütiger Umstieg zur S-Bahn nach Schorndorf. Von Schondorf kommend können Fahrgäste nach acht Minuten in den Bus nach Stetten einsteigen. Die Ausrichtung an die S-Bahn in Richtung Stuttgart sei fahrplantechnisch schwierig. Von Stetten aus können Fahrgäste in Rommelshausen oder in Waiblingen in die Bahn in Richtung Stuttgart umsteigen.

Das Ruftaxi 225 wird von Montag bis Freitag im Zwei-Stunden-Takt eingesetzt. Laut Mahler erschließt es bisher nicht angebundene Gebiete in Rommelshausen. So soll die Mobilität innerhalb von Rommelshausen und zum Bahnhof verbessert werden.

Debatte um die Route der Linie 226

Einige Gemeinderäte bemängeln, dass die Linienführung 226 nicht optimal sei – die Frauenländerstraße zum Beispiel sei zu eng für den Bus. Weil die Beschäftigten der Diakonie am Seitenrand parken, seien bei entgegenkommendem Verkehr kaum Ausweichmöglichkeiten vorhanden.

Mehr Fahrgäste könnten durch die neue Linienführung im östlichen Teil von Stetten erreicht werden. Das würde aber Verschlechterungen für alle Fahrgäste, die im westlichen Teil wohnen, nach sich ziehen – und das seien „wesentlich mehr“, sagt Ebbe Kögel (PFB).

Auch sei das Umsteigen in den X 20 nicht attraktiv geregelt. Der 226er fährt zwar an der Diakonie vorbei, jedoch auf der Seite des Freibads. Der X 20 hält aber nur an der anderen Seite der Diakonie, in der Schlossstraße. So müssen Fahrgäste die rund 150 Meter zwischen den Haltestellen zum Umsteigen überbrücken. Barrierefrei sei das schon mal gar nicht. „Bedauerlich“, findet Kögel.

Er regte außerdem an, die Bushaltestelle „Kelter“ auszubauen. Sie sei die Endhaltestelle für vier Busse und weitere Schulbusse, jedoch nur für ein Fahrzeug ausgerichtet. Wesentliche bauliche Veränderungen, so dass mehrere Busse hintereinander parken könnten, seien erforderlich. Als Ausstieg zu den Zielen Yburg und Klettergarten sei die Haltestelle Kelter die „Visitenkarte für die Gartenschau“ – und sollte laut Kögel deshalb verschönert werden.


Zu wenig Fläche für zu viele Busse

Die Firma Schlienz-Tours will sich vergrößern. Und muss das auch: Denn von August an stehen mehr Fahrten auf dem Plan. Die rund 90 Fahrzeuge müssen irgendwo untergebracht werden. Laut Schlienz soll das am liebsten in Kernen sein – doch nur wo?

Erhard Kiesel, Geschäftsführer von Schlienz-Tours, präsentierte vor kurzem im Gemeinderat eine Idee: Vier Flächen rund um das Unternehmen in der Willy-Rüsch-Straße könnte er sich für die Unterbringung des Fuhrparks vorstellen. Er wandte sich an Bürgermeister Stefan Altenberger: „Es wäre uns ein großes Anliegen, wenn Sie uns da helfen könnten. Dann könnten wir an diesem Standort auch bleiben.“ Was genau sich Kiesel vorstellt und ob das Unternehmen bereits im Gespräch mit der Gemeinde steht, wollte der Geschäftsführer auf Anfrage unserer Zeitung hin nicht verraten.

Bürgermeister Stefan Altenberger äußerte sich: „Denkbar wäre das schon, weil die Flächen an der Bundesstraße liegen.“ Auch er wünscht sich eine schnelle Lösung. Jedoch sei es nicht erlaubt, die Böden einfach mit Schotter zu bedecken und die Busse dort abzustellen.

Für die Nutzung der Flächen würde eine komplizierte Prozedur auf die Gemeinde zukommen: Grundstücke aufkaufen, einen Flächennutzungs- und Bebauungsplan erstellen und genehmigen lassen – „das würde mindestens zwei, drei Jahre dauern“, sagte Altenberger.

Was die Gemeinde der Firma Schlienz-Tours anbieten könne, wären Flächen südlich der Firma Kern. Auf einer Fläche von rund 2,7 Hektar ist dort die Gewerbegebietserweiterung „Lange Äcker III“ geplant (wir berichteten). Altenberger sagte: „Die Flächen, die Ende 2020 noch nicht bebaut oder verkauft sind, sind die, die man ihm anbieten kann.“

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