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Kernen Kinnakrobat ist Runde weiter

Zwei Talente aus dem Kreis sind am Samstag, 21.10.2017 um 20.15 Uhr beim RTL Supertalent zu sehen. Foto: MG RTL D

Kernen-Rommelshausen. Bis zu 60 Kilogramm schwere Gegenstände kann der 22-jährige Fernando Frank auf seinem Kinn balancieren: vom Besen bis zum Bauzaun. Mit diesem Kunststück war er nun bei der Fernseh-Show „Das Supertalent“ angetreten – und hatte dafür sogar eine Nummer mit einem Presslufthammer einstudiert. Es hat sich gelohnt, er ist eine Runde weiter. Drei Mal gab's ein "grünes Häkchen" von der Jury.

"Ein bisschen Straight, aber cool", war das Urteil von Jury-Mitglied Bruce Darnell am Samstagabend, nach Fernando Franks Darbietung. Er hatte einen Stuhl, einen Tisch, einen Bauzaun (vertikal über 3,50 Meter lang) und einen Presslufthammer auf dem Kinn balanciert, angefeuert vom Publikum. Bruce Darnell hatte ihm etwas distanziert, aber mit großen Augen zugeschaut. Nazan Eckes zeigte da bei ihrer Bewertung schon mehr Gefühl: "Keine schöne Aktion, aber es ist schon Talent, was du hast, bin gespannt, was Du als nächtes jonglierst."

Ferndano: "Lasst Euch überraschen!"

Nazan Eckes: "Wie viel wiegt der Presslufthammer?"

Fernando: "So 35 bis 40 Kilo".

Nazan Eckes: "Wenn Du noch ein paar Kilo draufpackst, kannst Du bald mich auf dem Kinn balancieren."

Fernando: "Mach ich."

Dieter Bohlen zeigte sich weniger beeindruckt: "Eine Sensation war das nicht,so ein paar Dinger jonglieren... auf jeden Fall habe ich das schon tausend Mal gesehen." Bei der Schlussbewertung, nachdem Darnell und Eckes jedoch beide auf "grün" drückten, sagte Bohlen, "ich habe einen guten Tag heute", und gab auch grüne Licht.

So ist Fernando Frank eine Runde weiter gekommen.

Die Kinnakrobatik begann bei Fernando Frank als Spielerei: Mit leichten, langen Gegenständen hat Fernando Frank als Kind angefangen zu balancieren. Erst ein Besen quer übers Kinn gelegt, vielleicht auch eine Holzlatte oder ein Zeigestock. Dann balancierte er immer schwerere, schlechter austarierte Gegenstände: einen Hammer, einen Stuhl, einen Tisch. Inzwischen kann er auf seinem Kinn bis zu 60 Kilogramm schwere Objekte balancieren.

Auf die Idee, das Kunststück einzustudieren, kam er über seinen Großvater väterlicherseits. Fernando Frank ist nämlich gemeldeter Kernener und besucht hier regelmäßig seine Großmutter mütterlicherseits; geboren und aufgewachsen ist er jedoch in einer reisenden Zirkusfamilie.

Das Kunststück hat Frank von seinem Großvater gelernt

Unter seinem Großvater, in den 1960ern, sei der Balance-Akt noch Teil des Zirkusprogramms gewesen. „Die Nummer an sich gibt es ja schon ewig. ... Die ist mittlerweile schon ausgestorben, weil es keiner mehr macht“, sagt Frank.

Doch just deswegen – weil „es keiner mehr macht“ – hat der 22-Jährige sich nun mit diesem Kunststück bei der Fernsehshow „Das Supertalent“ angemeldet. Er wollte herausstechen aus dem bekannten Einerlei von Jonglage und Akrobatik.

Dabei hat er auch einen Hintergedanken: Er hofft, mit seinem Auftritt auch wieder Aufmerksamkeit für den Zirkus seiner Familie wecken zu können. 2015 sei dieser in Mannheim gestrandet. Den Namen möchte er nicht nennen, denn der Ruf des Unternehmens hatte zuvor durch einen tragischen Vorfall, bei dem ein Mann zu Schaden gekommen war, und durch Auseinandersetzungen mit Tierschutzverbänden gelitten.

Gerade letztere Konflikte bringen Frank, der sich selbst als tierverrückt bezeichnet, noch immer in Wallung. Dromedare, Rinder, Pferde, Ponys, Esel, Lamas, Katzen, Hunde, Mini-Schweinchen besitzt die Familie, insgesamt vierzig Stück. „Die Tiere werden ja nicht mehr gehalten wie vor hundert Jahren“, ereifert er sich. Zumal er sehr gerne mit Tieren arbeitet. „Mit Tieren kann ich einfach am besten ... Ich wollte eigentlich mit Tieren zum Supertalent.“ Vielleicht ist ein solcher Auftritt bei einer der nächsten Staffeln möglich, überlegt er bereits.

Seit Februar hat der 22-Jährige „geübt, geübt, geübt“

So versucht er nun also, das Familienunternehmen wieder in ein positives Licht zu rücken. Kaum hatte er diesen Entschluss gefasst, begann er, seine über Jahre gestählten Nackenmuskeln neuen Herausforderungen zu stellen: dem Bauzaun zum Beispiel. Da sein Vater seit einiger Zeit in der Verkehrssicherung tätig ist, kam er auf die Idee, sich einmal an diesen meterlangen, unhandlichen Metallgestellen zu versuchen.

Seit Februar habe er dann „geübt, geübt, geübt“. Erst wenige Sekunden lang, dann ein paar Sekunden mehr, schließlich sogar bis zu vierzig Sekunden lang. Sein Ziel: bei seinem Auftritt zehn Sekunden lang durchzuhalten; plus minus, angepasst an die Reaktion des Publikums.

Als die Sendung dann aufgezeichnet wurde, sei er wirklich aufgeregt gewesen. Zum Glück habe sich seine Nervosität gelegt, als er seine Nummer aufgeführt habe. Das sei gewesen, „als ob ich das schon hundert Jahre mache“. Nur die Jury habe ihn dann doch noch einmal ins Schwitzen gebracht.

Weitere Talente beim "Supertalent":

Aus Welzheim und Schorndorf sind ebenfalls Kandidaten beim diesjährigen "Supertalent" vertreten: Der 10-jährige Noel Lehar und der 24-jährige Adrian Guggemoos. 

 

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