Nach drei Großbränden Schorndorfer Schlauchwerkstatt hat alles im Griff

Steffen Heckel legt in seiner Schlauchwerkstatt im Keller des Schorndorfer Gerätehauses zwei Schläuche in die Waschmaschine ein. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Schorndorf. Wer erwartet, dass es in diesen Tagen nach dem Großbrand im Feuerwehrgerätehaus und vor allem in der Schlauchwerkstatt nur so wuselt, der wird überrascht sein: Nicht nur, weil im Gerätehaus schon längst wieder alles an seinem Platz steht und liegt – was ja auch gar nicht anders ginge, weil die Feuerwehr auch nach mehreren Großbränden innerhalb weniger Tage jederzeit einsatzbereit sein muss –, sondern auch, weil in der Schlauchwerkstatt einer allein alles im Griff und unter Kontrolle hat: Steffen Heckel.

Sämtliche rund 100 Schläuche, die am Dienstag beim Großbrand im ehemaligen „Löwenkeller“ in der Göppinger Straße von den im Einsatz befindlichen Wehren und Abteilungen benutzt wurden, hat der 28-Jährige, der mit elf Jahren in die Jugendfeuerwehr in Remshalden eingetreten ist, seit Mittwochmorgen in der Schlauchwerkstatt gewaschen – indem sie immer zu zweit im Schnelldurchgang durch eine Art Waschmaschine gepresst werden –, auf Dichtigkeit überprüft und im Schlauchturm, wo bis zu 300 Schläuche Platz haben, zum Trocknen aufgehängt. Und wenn die dann trocken sind, dann werden diejenigen, die beschädigt sind und bei denen es sich noch lohnt, geflickt, andere werden als unbrauchbar aussortiert.

Auch Schläuche anderer Wehren werden in Schorndorf behandelt

Steffen Heckel, in Vollzeit bei der Stadt angestellt (Fachbereich Sicherheit und Ordnung), ist ganz offiziell Schlauchwart und unterstützt nebenher auch noch den Gerätewart. Wobei er, erst recht natürlich nach solchen Großbränden, auch als Schlauchwart gut zu tun hat, weil in der Schorndorfer Schlauchwerkstatt auch die Schläuche der anderen Wehren im Rems-Murr-Kreis gewaschen und geflickt werden.

Wenn die Schläuche – wie in diesem Fall solche der Weinstädter Wehr – nicht schon ohnehin in Schorndorf im Einsatz waren, funktioniert das Prozedere so, dass Steffen Heckel nach vorheriger Bedarfsanmeldung die Schläuche bei den betreffenden Wehren abholt, sie dann wäscht und in der Regel übers Wochenende trocknet und sie anschließend wieder mit dem Schlauchwagen zurückbringt. Genauso funktioniert das im Übrigen mit den Atemschutzmasken und -geräten, nur dass sich da die zentrale Anlaufstelle in Fellbach befindet.

Sorgen, dass es bei einem Brand an Schlauchmaterial fehlen könnte, weil gerade zu viele Schläuche im Trockenraum hängen, muss niemand haben, sagt Steffen Heckel mit Verweis darauf, dass allein schon die beiden Löschfahrzeuge der Abteilung Stadt ganz regulär schon jeweils 30 Schläuche (15 B- und 15-C-Rohre, Durchmesser im einen Fall 72 und im anderen 42 oder 52 Millimeter) an Bord haben und dass es, vor allem wenn man sämtliche Schorndorfer Abteilungen zusammenrechnet, genügend Reserven gibt.

Die Feuerwehrkleidung muss schnell wieder verfügbar sein 

Was auch für andere Gerätschaften gilt, die nach einem Brandeinsatz möglicherweise erst einmal wieder instand gesetzt werden müssen. Ganz schnell wieder verfügbar muss die Feuerwehrkleidung sein. In der Schorndorfer Textilreinigung Eberle steht eine mit einem speziell auf Feuerwehrkleidung ausgerichteten Programm versehene und mit einem besonderen Waschmittel gefütterte Waschmaschine, die den ganzen Mittwoch und Donnerstag gelaufen ist, um die Feuerwehrmonturen von Schmutz und Gestank zu reinigen – und dann ab in den Trockner. Über einen Barcode können die jeweiligen Kleidungsstücke dann wieder den einzelnen Feuerwehrleuten zugeordnet werden.

Steffen Heckel ist nicht nur Schlauchwart, sondern auch aktiver Feuerwehrmann, und zwar gleich in zwei Feuerwehren – in Schorndorf und in seiner Heimatgemeinde Remshalden. Und für alles zu gebrauchen, als Maschinist genauso wie als Gruppenführer oder als Atemschutzträger. Bei allen drei Großeinsätzen der vergangenen Tage – erst in Urbach, dann im „Steinwasen“ und jetzt in der Göppinger Straße – war er dabei, wobei er eine solche Konzentration von Großbränden auch noch nicht erlebt hat.

„Zunächst reagiert man nur und konzentriert sich auf seine Aufgabe, das Nachdenken kommt später“, sagt Steffen Heckel, der jetzt auch froh wäre, wenn die Feuerwehr zumindest von Großbränden erst mal eine Weile verschont bliebe.


Kindergarten Stadthaus sagt Dankeschön

Das passiert der Feuerwehr auch eher selten, dass nach einem Großbrand ein Kindergarten im Gerätehaus vorbeikommt, um sich für den Einsatz der Feuerwehr zu bedanken. So wie das jetzt Kinder und Erzieherinnen aus dem Kindergarten Stadthaus mit einem Schreiben, selbst gemalten Bildern und mit Merci-Schokolade getan haben. Im Gegenzug bekamen sie von Steffen Heckel das Gerätehaus und die Schlauchwerkstatt gezeigt und durften sich ein Löschfahrzeug auch von innen ansehen.

„Die Kinder waren alle froh, dass das Feuer nicht zu unserem Kindergarten gekommen ist“, heißt es in dem Dankschreiben des Kindergartens.

Und weiter, an die Adresse der „lieben Feuerwehrleute“: „Ihr seid immer so fleißig und mutig und rettet und beschützt andere. Wir konnten von unserem Kindergartgen aus den Brand in der Göppinger Straße sehen und auch riechen. Viele Kinder hatten Angst, dass das Feuer auch zu uns in den Stadthaus-Kindergarten kommen könnte. Daher waren wir alle richtig froh, dass ihr das Feuer so gut gelöscht habt.“

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