Oppenweiler Ex-VfB-Spieler wohnt bald in einer Kirche

In attraktiver Lage im Zentrum Oppenweilers stand seit Anfang des vergangenen Jahres die Methodisten-Kirche zum Verkauf. Foto: A. Becher

Oppenweiler. Vor gut einem Jahr hat die evangelisch-methodistische Kirche Bezirk Murrhardt ihren Standort in Oppenweiler geschlossen, das Grundstück mit Kirche stand zum Verkauf. Profi-Fußballspieler Julian Schieber hat die Immobilie erworben und möchte sie so umgestalten, dass er mit seiner Familie darin wohnen kann.

Wer auf einschlägigen Plattformen im Internet nach Immobilien zum Wohnen oder für gewerbliche Zwecke sucht, heftet seinen Blick wahrscheinlich nicht gerade auf ein Inserat für ein Grundstück mit einer Kirche aus dem Jahr 1969. Julian Schieber tat im vergangenen Jahr genau das. „Ich schaue aus Interesse immer wieder, was sich auf dem Immobilienmarkt in der Heimat tut“, erklärt der gebürtige Backnanger. Obwohl Schieber derzeit in Berlin für Hertha BSC spielt, nahm er die Gelegenheit wahr, die kleine Kirche mit dem spitzen Dach zu kaufen. Schon in der Anzeige habe gestanden, dass das ehemalige Gotteshaus gut umfunktioniert werden könne, sagt Schieber. Er habe im ehemaligen Standort der evangelisch-methodistischen Kirche in Oppenweiler viel Potenzial gesehen, um kreative Ideen umzusetzen. Auch das Gespräch mit einem Architekten habe sich als konstruktiv erwiesen, sodass schon Umbauarbeiten geplant werden konnten. „Vor allem soll in die Räume mehr Licht kommen“, sagt Schieber.

Grundstück 2016 zum Verkauf angeboten

Die evangelisch-methodistische Kirche hatte ihren Standort in Oppenweiler zum 31. Dezember 2016 geschlossen, kurz darauf stand das Grundstück zum Verkauf. Der Kirchenbezirk sei mit der Erhaltung von zwei Kirchengebäuden überfordert gewesen, hatte Pastorin Anke Neuenfeldt damals mitgeteilt. Somit sei beschlossen worden, die Ressourcen auf den Standort in Murrhardt zu konzentrieren. Auch die ökumenischen Aktivitäten wie das Begegnungscafé, das ökumenische Friedensgebet und der Weltgebetstag der Frauen, die zuvor in Oppenweiler stattgefunden hatten, sollen in Murrhardt weitergeführt werden. Besonders vom gemütlichen Ambiente der Kirche in Oppenweiler hatte jedoch der Abendgottesdienst „upstairs“ profitiert, bei dem in der oberen Etage des Gebäudes gemeinsam gesungen und diskutiert wurde.

Wunsch ist ein Gemeinschaftshaus für verschiedene Events

Nun dient die ehemalige Kirche Schieber und seiner Familie zuerst einmal als Einfamilienhaus. Der Bau seines Eigenheims in Backnang dauere länger als ursprünglich geplant, erzählt der Fußballspieler. Deshalb werde zur Überbrückung die untere Etage des Gebäudes in Oppenweiler als Wohnung eingerichtet. In die obere Etage soll eine Küche kommen. Für eine weitere Nutzung der unteren Räumlichkeiten hat Schieber aber schon jetzt zahlreiche Ideen: „Mein Wunsch ist, dass unten zwei Umkleidekabinen eingerichtet werden und aus dem Gebäude ein Gemeinschaftshaus für verschiedene Events wird.“ Er sei im Gespräch mit diversen Anbietern, das Angebot könne Yoga- und Zumbakurse umfassen, aber auch Personal Training schwebt dem Backnanger vor – eine Tätigkeit, die er sich auch für die eigene Zukunft gut vorstellen könne. „Aber ich muss erst einmal schauen, wie es überhaupt mit der Nachfrage hier in der Gegend aussieht“, sagt er zu seinen Plänen für das ehemalige Gotteshaus.

Alle Anträge gestellt

Unabhängig davon, was über die Nutzung des Gebäudes als Wohnhaus hinaus geschehen mag, kann der Umbau schon bald losgehen. Alle nötigen Anträge habe er bereits gestellt, erzählt Schieber. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Oppenweiler hatte sein Baugesuch auch schon auf der Tagesordnung gestanden. Das Gremium musste dem Bauherrn nämlich erst einige Befreiungen erteilen, denn das Bauvorhaben verstößt in manchen Teilen gegen den Bebauungsplan. „Bauvorhaben zum Teil auf unüberbaubarer Fläche. Stellung des bestehenden Gebäudes nicht wie im Bebauungsplan vorgegeben. Zwei Stockwerke statt einem“, wird da aufgezählt. Außerdem sei die Traufhöhe im Bereich der geplanten Fenster um etwa einen halben Meter überschritten.

Einstimmiger Beschluss - der Umbau kann losgehen

Was erst einmal nach Problemen klingt, wurde vom Gemeinderat jedoch gelassen aufgenommen. „Das ist alles nichts Neues, denn das Gebäude steht da ja schon eine ganze Weile“, sagte beispielsweise der stellvertretende Bürgermeister Wilfried Klenk. Wichtig sei allerdings, die Zustimmung des Bauherrn für etwaige Arbeiten zu bekommen, falls in diesem Gebiet die Nahwärmeversorgung komme. Diesbezüglich sei man in Kontakt, bestätigte Nadine Wiederhöft vom Bauamt der Gemeinde. Folglich sahen die Gemeinderäte keine Gründe, die gegen Schiebers Vorhaben sprächen und beschlossen einstimmig, ihm die erforderlichen Befreiungen zu erteilen.
 

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