Plüderhäuser Festtage Der Festzug wummert, röhrt und tanzt

Ein rollender Multi-Instrumentalist: Stefan Göggel auf seiner Musikmaschine „Doretta“ in der HGV-Gruppe. Foto: Schneider/ZVW

Plüderhausen. Mit großem Hallo, musizierend, tanzend und Kaubonbons schleudernd hat sich am Sonntag der Festzug durch Plüderhausen geschoben. Im Gegensatz zum Festsamstag hatten die Umzugsteilnehmer und Zuschauer Glück mit dem Wetter und blieben trocken. Die Umzügler hatten sich bei der Gestaltung ihrer Beiträge wieder große Mühe gegeben und brachten die ganze Bandbreite der bekannten und unbekannten Fortbewegungsmittel auf die Straße.



Eine der Gefährte war sogar gleichzeitig ein Musikinstrument – beziehungsweise genauer gesagt, viele Instrumente. Der Reutlinger Stefan Göggel, engagiert vom Plüderhäuser Handels- und Gewerbeverein (HGV), steuerte und spielte seine Musikmaschine „Doretta“, die 29 Instrumente in einem fahrenden „Spinnradorchester“ vereint, darunter Didgeridoo, Sitar und Schlagzeug. Mehr komprimierte Musik geht nicht, aber auch sonst war natürlich wieder sehr viel Klingendes und Singendes mit im Tross des Festzugs unterwegs. Der Zug startete an der Schlossgartenschule und bewegte sich über Haupt-, Geis- und Remsstraße zur Gänswasenbrücke, wo die Teilnehmer vor dem Festplatz begrüßt wurden. Dabei waren alle möglichen Fahrzeuge: der von Pferden gezogene Bierwagen vorneweg, dann Autos, Traktoren, Kinder- und Leiterwagen, ein Taxi, ein Einkaufswagen, eine rollende Tischtennisplatte, Fahrräder, ein dreirädriges Motorrad, ein röhrender Jeep. Und die Sängervereinigung intonierte dazu: „Hoch auf dem gelben Waaagen.“

In dem Lied heißt es: „Ich möcht in Ruhe gerne schauen, aber der Wagen, der rollt.“ So ähnlich ging es sicher auch manchem Betrachter, der am Straßenrand stand: Manche Gruppe, manchen Wagen hätte man gerne noch länger bewundert. Und so vergingen die rund 40 Minuten, die es dauerte, bis der ganze Tross vorübergezogen war, wie im Flug.

Von Blasmusik bis Partymucke

Die Vereine, Gruppen und Gewerbetreibenden, die mitzogen, hatten sich wieder mal viel Mühe gegeben. Der Sportverein, der sein 125-jähriges Bestehen feiert, war mit Jubiläumswagen unterwegs. Neu war der Gartenschau-Wagen, den der Plüderhäuser Lenkungskreis für das nahende Remstal-Großevent, gestaltet hatte. Der Skiclub, der ja auch ein halber Radclub ist, war auf Zweirädern unterwegs, mit denen einige Radler eine hinten am Festwagen hängende Rampe hinaufschossen.

Musikalisch war alles von der Blasmusik der Vereine aus Plüderhausen, Urbach und und Haubersbronn bis zur wummernden Partymucke dabei, auch eine Gitarre lief bei den Pfadfindern Royal Rangers mit. Getanzt wurde auch: zum Beispiel bei den Gruppen der Tanzschule Beier. Auf dem Wagen von „Jump to move“, gaben einige Damen und Herren sportlich alles: Sie hüpften und wirbelten auf Minitrampolins zur Musik.

Am Ende rollten blaulicht-blinkend Feuerwehr und DRK, gefolgt von den Fahrzeugen des Gemeindebauhofs, die gleich alle Schilder und Absperrungen wieder einsammelten – und das Schlusslicht war eine Kehrmaschine, die wie sich das in einem schwäbisch-ordentlichen Dorf gehört, gleich Konfetti-Schnippsel und sonstige Überbleibsel des Festzugs beseitigte.

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