Plüderhausen Eine Dose, die im Notfall Leben rettet

Die Köpfe hinter der Notfalldose: DRK-Bereitschaftsleiterin Annamarie Herrmann (links) und SPD-Gemeinderätin Elke Mück. Foto: Palmizi / ZVW

Plüderhausen. Wenn der Rettungsdienst gerufen wird, muss es schnell gehen. Doch oft kommen die Sanitäter nur schwer an lebenswichtige Informationen über ihre Patienten. Eine Notfalldose schafft hier nun Abhilfe. SPD-Gemeinderätin Elke Mück hat die Idee angestoßen, das Rote Kreuz setzt sie nun um.

Sie ist klein, grün und sollte am besten im Kühlschrank stehen: die Dose, die Leben retten kann. Denn einen Kühlschrank hat jeder zuhause. Und im Notfall müssen die Retter nicht lange überlegen, wo sie suchen sollen. In der Dose mit der Aufschrift SOS liegt ein Datenblatt, auf dem kurz und knapp alles geschrieben steht, was zur Lebensrettung wichtig ist: Name, Anschrift, Krankheitsbild, Medikation, Unverträglichkeiten, Allergien, Impfungen oder Vorerkrankungen. Auch Name und Anschrift des Hausarztes und jener Menschen, die benachrichtigt werden sollen, lassen sich darauf notieren. Das spart nicht nur Zeit, sondern kann im Zweifel Leben retten.

Aufkleber an der Haustür informiert Sanitäter

Denn dank der Dose weiß der Rettungsdienst, was er bei dem Patienten zu tun oder zu unterlassen hat. Dass eine Notfalldose im Haus ist, davon erfahren die Sanitäter übrigens über einen Aufkleber an der Haustüre.

Seit 2014 wird das Produkt hergestellt. Im deutschsprachigen Raum ist es mittlerweile weit verbreitet. Es ist eine einfache Möglichkeit, lebenswichtige Informationen weiterzugeben, die ohne Elektronik auskommt und die Patienten nichts kostet. Der Zettel für die Dose muss nur korrekt ausgefüllt und aktuell gehalten werden.

In fast jedem zweiten Haushalt lebt ein Mensch allein

Eine geniale Idee, fand Elke Mück, als sie davon hörte. So etwas müsste es doch auch in Plüderhausen geben, dachte sich die SPD-Gemeinderätin und Awo-Mitarbeiterin. Schließlich gebe es auch in der Gemeinde immer mehr Menschen, die alleine leben. Das ist heute in fast jedem zweiten Haushalt der Fall. Aber auch wenn Lebenspartner oder Angehörige im Haus seien, wüssten diese häufig nicht im Detail über Krankheitsbild und Medikation der Patienten Bescheid. Deshalb hat Mück Ende vergangenen Jahres bei der Sparkasse nachgefragt, ob es nicht möglich wäre, dafür Geld zu spenden – und zugleich mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) gesprochen. Das DRK hat die Sache schließlich an sich genommen und die Sparkasse die Dose auf die Internetseite „Gut für den Rems-Murr-Kreis“ gestellt. Dort können soziale Projekte mit Spenden unterstützt werden.

Annamarie Herrmann, Bereitschaftsleiterin beim Roten Kreuz, war von der Idee sofort angetan, organisierte die Bestellung der Dosen und verpasste ihnen einen Aufkleber des DRK.

Die Dose ist kostenlos in den Plüderhäuser Apotheken erhältlich

Mittlerweile wurden mehrere Hundert dieser Notfalldosen in Plüderhausen verteilt. Sie können kostenlos in der Apotheke abgeholt werden. Auch ambulante Pflegedienste haben den kleinen grünen Lebensretter inzwischen erhalten.

„Ich glaub, das wird echt gut“, sagt Mück, „denn der Bedarf ist da.“ Auch Herrmann ist zuversichtlich, dass die Notfalldose jetzt weite Verbreitung in Plüderhausen findet – und dadurch im Ernstfall manches Leben gerettet wird.


Spenden und Infos zur Dose

Die Notfalldose ist für Patienten kostenlos. Das Rote Kreuz trägt die Kosten für die Anschaffung – und sucht deshalb nach weiteren Spendern.

Zweckgebundene Spenden gehen an folgende Bankverbindung: KSK Waiblingen – BLZ 602 500 10 – Konto 4 000 130, IBAN DE 4460 2500 1000 0400 0130, BIC SOLADES1WBN.

Für Fragen und Unterstützung beim Ausfüllen der Notfalldose steht der Ortsverein unter 0 71 81 / 88 07 48 (mit AB) oder Bereitschaftsleiterin Annamarie Herrmann, 0 71 81 / 85 76 8 zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es online unter www.notfalldose.de.

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