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Plüderhausen Großer Trödelmarkt in Plüderhausen

Plüderhausen. Shoppen, Stöbern, Sattessen – das waren die Gründe, die so viele Menschen am Sonntag beim Floh- und Trödelmarkt trotz Nässe und Kälte auf die Plätze und Gassen in der Plüderhäuser Ortsmitte führten.

Immer wieder Regen, doch die Besucher laufen auch mit Schirmen gern durch das Flohmarktparadies: So weit das Auge reicht Kaugummi-Automat, Schokoladen-Fondue-Set, Hamsterkäfig, Reiterstiefel, Schlittschuhe, Schlitten und unzählige weitere Stände, Berge oder doch zumindest Hügel voller Haushaltswaren, Porzellan, alte Technik, Schallplatten, Bücher und Kleidung. Nebeneinandergelegt müssten die Kisten mehrere Kilometer lang sein.

Schnäppchen und Schnabulieren sind dann entlang der Hauptstraße angesagt, über die ein Duft nach fernöstlich im Wok geschwenkten Nudeln, pudergezuckerten Waffeln und knusprigen Grillhähnchen zieht. Dufte Rabatte winken vor dem Modegeschäft, wo reduzierte Einzelteile an einer gleich mehrere Meter langen Metallstange hängen und beinahe einen Stau davor verursachen. Unzählige Frauen schieben Kleiderbügel hin und her, das Quietschen von Metall auf Metall reißt kaum ab.

Im Dauerregen den Stand aufgebaut: Darauf darf man stolz sein

Auch der Regen hört bis zum Mittag nicht richtig auf: Auf dem Flohmarkt ist vieles nur unter Plastikplanen zu sehen – wie etwa die „handgemachten Köstlichkeiten“ von Anita und Mirjam Kirinic aus Stuttgart, die sich vom Regen nicht abschrecken ließen und „morgens um halb 8 Uhr im Dauerregen“ mit dem Aufbau begonnen haben, wie sie sagen – sich gegenseitig stolz auf die Schultern klopfend.

Kinder entdecken mit sicherem Auge alles, was auf zwei Bananenkisten drapiert genau ihrer Augenhöhe entspricht: Ritterburg und Schaukelpferd sind auch in Plastik verpackt ungemein spannend und zwingen manche Eltern zum ungeplanten Stopp in Lego- und Hello-Kitty-Umgebungen. Dazwischen Familie Marquardt aus Plüderhausen, die in drei Wohnungen entrümpelt hat, in denen Nützliches und Antikes für den Haushalt, Spielsachen, alte Orden, Münzen und „lauter so Lombagruschd“, wie sie lachend sagen, zum Vorschein gekommen sei. Gleich die halbe Familie – Mutter, Tochter und Enkel – harrt in dicken Schuhen und Mützen aus, alles daransetzend, sich keinen Satz nasse Füße und kalte Ohren zu holen.

Alles, was „Keller, Dachboden und die Verwandtschaft“ hergeben

Andere lassen das Wetter Wetter sein: „Es ist ein Sonntagsausflug, so oder so und immer eine schöne Strecke“, sagt das Ehepaar Junghardt aus Schorndorf. Es ist in regenfester Montur hergeradelt, hat sich also für die parkplatzsorgenfreie Anreise entschieden. Denn die Parkplätze sind schon zur Mittagszeit knapp, weil sich der gute Ruf des Flohmarkts und die offenen Geschäfte eben auch bei Nieselregen lohnen.

„Hab ich Sie gestern nicht auf dem Wochenmarkt gesehen? Ich hab doch bei Ihnen meine Zwetschgen gekauft“, erkennt eine Frau die Marktverkäuferin Monika Hurlebaus. Ihre Auslagen sind mit Trödel- und Flohmarktware bedeckt. „Der Marktstand bietet sich an, er blieb auch heute Vormittag beim starken Wind stehen“, meint Monika Hurlebaus, die in Plüderhausen wohnt und das Flohmarkt-Großereignis vor ihrer Haustüre nicht nur als Besucherin erleben möchte. Alles, was „Keller, Dachboden und die Verwandtschaft“ hergaben, möchte sie unter die Stöberer bringen, die den rund 200 Verkaufsständen regen Zulauf bescheren. Viele Besucher tragen etwas unter dem Arm oder recht gut gefüllte Umhängetaschen an der Schulter, ein Mann eilt mit soeben erworbenen Skiern über die Hauptstraße, eine Mutter bahnt sich mit Kindersitz im Schlepptau den Weg durch die Menschen. Bis auf rund zehn angemeldete Aussteller haben alle tapfer aufgebaut. „Ein paar Lücken hat’s leider drin, dieses Mal hat’s mit dem Wetter nicht hingehauen wie sonst“, resümiert Urs Donner, der stellvertretende Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins und dieses Jahr zum ersten Mal für die Organisation verantwortlich.

Beides hat was Gutes

Auch Uwe Schuler, der den Flohmarkt und verkaufsoffenen Sonntag 24 Jahre lang koordiniert und organisiert hat, wollte nicht über das Wetter klagen – Regen und Sonne hätten beide ihr Gutes: „Bei herrlichem Herbstwetter sind alle hauptsächlich draußen unterwegs, heute zieht es viele auch in die Geschäfte.“ Die Einschätzung bewahrheitet sich: „In den Läden wurde mir eine gute Kundenfrequenz gemeldet“, stellte Urs Donner beim Rundgang fest.

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