Plüderhausen Spanische Nacht: Ein Stück Alicante-Strand am Badesee

, aktualisiert am 20.08.2019 - 10:47 Uhr

Plüderhausen. Je tiefer die Sonne am Freitagabend über dem Horizont sank, desto höher stieg am Plüderhäuser Badesee das Stimmungsbarometer. Was Wunder, hatte doch das Gartenschauteam zu einer „Spanischen Nacht“ eingeladen.

Und dafür wartete es mit allen Zutaten auf, die für eine zünftige Strandparty unverzichtbar sind und wie man sie sonst nur bei der Fiesta de San Juan am Strand von Alicante erlebt: angefangen bei einer hervorragenden Paella über eine Castizo Chorizo bis hin zu einem eisgekühlten Cuba libre oder blutrot schimmernden Tinto de Verano, den Mar Palacios Jorge als kulinarische Beraterin feinfühlig abgeschmeckt hatte. Noch während die letzten Schwimmer im See unbeirrt ihre Bahnen zogen, breitete sich vom Kiosk ein verlockender Duft aus, der nicht nur die Magennerven aktivierte, sondern auch die Erinnerungen an den letzten Urlaub im Süden weckte.

Das Gartenschauteam sorgte für das sommerlich-mediterrane Ambiente

Am allerwichtigsten allerdings war das sommerlich-mediterrane Ambiente. Dafür zeichnete das Gartenschauteam verantwortlich: Die circa fünfzig freiwilligen Helferinnen und Helfer in ihren gartenschaugrünen Shirts waren in zwei Schichten von morgens bis tief in die Nacht hinein im Einsatz. Galt es doch, Biergarnituren aufzuschlagen und zu dekorieren, Lichterketten aufzuhängen und anzuschließen, für Nachschub an Speisen und Getränken zu sorgen und auch auf dem improvisierten Festplatz für den einen oder anderen Feinschliff zu sorgen.

„Ohne die großzügige Unterstützung der Gemeinde, ohne dass Elena Kinkel tatkräftig Organisation und Koordination in ihre Hände genommen und stets den Überblick behalten hätte, wären wir womöglich ganz schön ins Schwimmen gekommen. Gar nicht zu reden vom tatkräftigen Einsatz des Bauhofs“, lobte Gemeinderatsmitglied Erich Wägner. Aber nachdem im vergangenen Jahr die Generalprobe für die spanische Nacht über die Bühne gegangen war, konnte man bereits auf Erfahrungen zurückgreifen und das eine oder andere noch besser organisieren als beim letzten Mal.

Kein Wunder also, dass auch Bürgermeister Andreas Schaffer vor Zufriedenheit und Begeisterung strahlte, als er den Blick über den Festplatz wandern ließ. Er habe nicht erwartet, dass bereits zehn Minuten vor sieben Uhr so gut wie alle Sitzplätze besetzt seien, während sich gleichzeitig von Plüderhausen her noch eine schier unüberschaubare Besucherkarawane im Anmarsch befinde. Zu verdanken sei dies nicht zuletzt auch dem tollen Wetter, mit dem man mehr als Glück habe – es passe perfekt zum Feiern und verhelfe der Gartenschau mit dieser Fiesta zu einem weiteren Highlight!

Kein Badeverbot im See, nur ein Hinweis

Letztendlich, ergänzte Wägner, sei auch das Wetter für die Algenblüte verantwortlich gewesen. Durch die große Hitze der zurückliegenden Wochen hätten sie sich explosionsartig vermehrt, die vergangenen kalten Nächte hätten nun dafür gesorgt, dass alles wieder im normalen Bereich liege. Dennoch bleibt laut Ludwig Kern, Bauamtsleiter der Gemeinde, die aktuelle Warnung bestehen. In Einzelfällen, zum Beispiel bei Kindern oder empfindlichen Personen, könne es zu Problemen kommen, etwa zu allergischen Reaktionen der Haut oder bei Verschlucken zu Magen-Darm-Problemen. Deswegen auch die Empfehlung, Kinder derzeit nicht ins Wasser zu lassen, solange die Mikroalgenblüte mit Grünfärbung andauert.* 

Schaffer: Gartenschau habe Bürgersinn, Kreativität und Initativen geweckt

Ihn habe besonders beeindruckt, begeisterte sich Schaffer, was die Gartenschau in Plüderhausen an Bürgersinn, Kreativität und Initiativen geweckt habe, und so lange Menschen bereit seien, sich auch in Zukunft für die verschiedenen Projekte zu engagieren, und Bedarf erkennbar sei, müsse man auch darüber nachdenken, wie man sie weiterführen könne. Schließlich sei das Holzdeck am See auch eine der Errungenschaften, die man letztendlich der Gartenschau verdanke, und auf ihm spiele an diesem wunderbaren Sommerabend die Musik.

Und das war durchaus wörtlich zu nehmen. Den Abend machte das Plüderhäuser Quartett „Los Primos“ - auf Deutsch: die Vettern. Es setzte sich aus den Gitarristen Samuel, Josch und Eli sowie dem Schlagzeuger Gimmi zusammen. Mit beschwingten südlichen Rhythmen - von Salsa über Samba bis hin zu Rumba - bereiteten sie die Stimmung für den Urbacher „transkontinentalen Kosmopolit Pepe de Alida“ alias Dieter Voral, der an diesem Abend gemeinsam mit dem Schlagzeuger Martin Hauser und der Stuttgarter Flamencotänzerin Sabine Exner ein Stück Andalucía an den Plüderhäuser Badesee verpflanzte.

Die Einnahmen der Spanischen Nacht sollen am See bleiben, waren sich am Freitagabend Bürgermeister Andreas Schaffer und Erich Wägner einig. Sie seien für den weiteren Ausbau der Spielgeräte hoch willkommen.

* in einer früheren Version des Artikel stand, dass das Schwimmen im See völlig ungefährlich sei. Wir haben das nach den neuesten Erkenntnissen korrigiert.

  • Bewertung
    8

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!