Quattrex-Geschäfte von VfB-Chef Dietrich Ex-Vorstand Jan Schindelmeiser meldet sich zu Wort

Jan Schindelmeiser war von 2016 bis 2017 für den VfB Stuttgart tätig und musste nach Differenzen mit Präsident Wolfgang Dietrich seinen Hut nehmen. Foto: ZVW/Danny Galm (Archiv)

Stuttgart. In der Causa um die Quattrex-Verflechtungen von VfB-Präsident Wolfgang Dietrich hat sich am Sonntag auch Ex-Sportvorstand Jan Schindelmeiser zu Wort gemeldet. Auf die Frage, ob der damalige Vorstand wusste, dass noch Geld aus den Quattrex-Geschäften an Dietrich fließen kann, antwortete der heute 55-Jährige gegenüber dem kicker mit einem klaren Nein. 

„Allgemein bekannt war, dass Wolfgang Dietrich über die Firma Quattrex in geschäftlichen Beziehungen zu einigen Fußball-Clubs stand. Inwieweit dies über verschiedene Tochtergesellschaften verlief, war mir nicht bekannt“, so Schindelmeiser, „da es offensichtlich keine Einwände von Seiten der DFL gab, war dieses Thema im Vorstand und für mich abgehakt." 

Schindelmeiser widerspricht den Darstellungen von Dietrich, Heim und Porth

Indirekte Beteiligungen des VfB-Präsidenten über einen Luxemburger Fonds seien demnach „niemals Gegenstand von Gesprächen oder gar offiziellen Sitzungen“ gewesen, sagt Schindelmeiser. Seine Aussagen stehen damit im Widerspruch zu den Darstellung von Wolfgang Dietrich, Finanzvorstand Stefan Heim und Aufsichtsratsmitgleid Wilfried Porth.

Dietrich hatte sich in der letzten Woche wegen der Quattrex-Verflechtungen gegenüber dem Vorstand und Aufsichtsrat des VfB Stuttgart erklärt. Der 70-Jährige habe den Gremien nochmals „alle relevanten Vereinbarungen und Dokumente im Zusammenhang mit seiner früheren unternehmerischen Tätigkeit offengelegt und erläutert“, sagte Aufsichtsratsmitglied Wilfried Porth laut einer VfB-Mitteilung vom vergangene Mittwoch. „Daraus ergeben sich keine neuen Sachverhalte, alle 2016 gegenüber der DFL und dem VfB eingegangenen Verpflichtungen sind eingehalten und umgesetzt.“

Es bleiben noch einige Fragen offen

Zuvor hatte sich Dietrich gegen den Vorwurf falscher Angaben im Zusammenhang mit dem Investor Quattrex gewehrt. Die Firma gibt Darlehen an Vereine und steht unter anderem in wirtschaftlichen Beziehungen zu den Zweitligisten 1. FC Heidenheim und 1. FC Union Berlin. Beide Teams sind in einer Relegation mögliche Gegner für den vom Abstieg aus der Bundesliga bedrohten VfB. Der kicker hatte in seiner Ausgabe vom Dienstag berichtet, Dietrich habe sich von seinen Anteilen an der in Luxemburg ansässigen Firma Quattrex GP S.a.r.l. erst später getrennt als angegeben.

Dietrich erklärte daraufhin, dass er heute „ausschließlich verzinste Darlehensrückzahlungen sowie Kaufpreiszahlungen aus meinen ehemaligen Beteiligungen erhalte.“ Von dem Quattrex-Partner VMM Consulting habe er sich zum 1.1.2018 komplett gelöst und seine Anteile verkauft.

Aus Sicht des Fachmagazins bleiben dennoch einige Fragen offen: „Was war mit der Saison 2016/17, als der VfB und die Quattrex-Klubs direkte Konkurrenten waren? Wenn schon der damalige Sportvorstand nach eigenen Angaben keine Kenntnis davon hatte: Wusste denn die Mitgliederversammlung als höchstes Klubgremium, die ihn mit denkbar knappen 57,2 Prozent ohne Gegenkandidaten zum Präsidenten wählte, dass Dietrich vom Erfolg der Konkurrenz profitieren kann?“


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