Rems-Murr-Kreis 50-Millionen-Geschäfte: Geldwäsche-Ring hochgenommen

Die Beschuldigten sollen die Einfuhr größerer Mengen Goldes aus Dubai nach Deutschland fingiert haben. Foto: Engin_Akyurt/Pixabay/CC0 Creative Commons

Waiblingen.
Geldwäsche-Machenschaften im großen Stil haben die Zollfahndung Stuttgart und die Staatsanwaltschaft Stuttgart aufgedeckt und nunmehr drei Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen. Mittendrin: der Rems-Murr-Kreis.


Rund 50 Millionen Euro aus illegalen Geschäften sollen die drei Tatverdächtigen in den legalen Geldkreislauf eingeschleust haben. Die Beschuldigten stehen im Verdacht, über einen längeren Zeitraum hinweg die Einfuhr größerer Mengen Goldes aus Dubai nach Deutschland fingiert zu haben, um auf diese Weise unerkannt Geldwäsche betreiben zu können. Das angeblich eingeführte Gold aus Dubai soll dabei lediglich in einem Kreislauf gleich wieder über Deutschland und Großbritannien zurück nach Dubai verkauft worden sein.  Dieser "Goldverkaufskreislauf" dürfte in regelmäßigen Abständen wiederholt worden sein. Die angebliche Einfuhr von Gold nach Deutschland soll dazu gedient haben, "schmutziges Geld" aus illegalen Geschäften in den legalen Geldkreislauf unerkannt einbringen zu können.

Goldimporte aus Dubai

"Eine nicht alltägliche Verschleierungskette der Geldwäsche", so die Sprecherin der Zollfahndung Stuttgart, Alexandra Groenewald. Auf die Spur der Geldwäscher kamen die Fahnder durch auffällig große (vermeintliche) Goldimporte aus Dubai durch ein deutsches Juweliergeschäft.

Bei dem Hauptdrahtzieher der Machenschaften handelt es sich um einen 50-jährigen pakistanischen Staatsangehörigen, der bei seiner Einreise nach Deutschland in der vergangenen Woche am Flughafen Frankfurt festgenommen wurde. Ein 44-jähriger türkischer Staatsangehöriger sowie ein 34-jähriger Deutscher wurden im Rems-Murr-Kreis festgenommen. Sie sollen die Geschäfte über ein extra im Rems-Murr-Kreis gegründetes Juweliergeschäft organisiert haben.

Bei den Durchsuchungen in den Wohn- und Geschäftsräumen im Rems-Murr-Kreis sowie den Landkreisen Mannheim und Kaiserslautern wurden unter anderem 66 Kilogramm vermeintliches Altgold mit einem theoretischen Wert von rund 1,2 Millionen Euro sichergestellt, das noch auf Echtheit überprüft werden muss. Bei den Festnahmen und den Durchsuchungsaktionen wurden die Zollfahnder durch Beamte der Steuerfahndung, Europol sowie der Bundespolizei unterstützt. Gegen alle drei Tatverdächtigen erließ vergangenen Donnerstag das Amtsgericht Stuttgart Haftbefehl. Die Ermittlungen des Zollfahndungsamts Stuttgart im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart dauern an.

Bei einer ersten Meldung waren als Ortschaften für die illegalen Machenschaften "Stuttgart, Waiblingen, Schorndorf, Backnang, Mannheim, Kaiserslautern" angegeben worden. Das bedeutet nicht, dass all diese Städte Wirkungsorte der mutmaßlichen Geldwäscher gewesen sind, erläuterte Alexandra Groenewald, Pressesprecherin des Zollfahndungsamts Stuttgart. "Wir haben in unserer Pressemitteilung nur die größeren Städte der Kreise angegeben, damit zum Beispiel das Juweliergeschäft nicht eindeutig lokalisiert werden kann. Es befindet sich aber im Rems-Murr-Kreis." Nähere Angaben dürfe sie in Absprache mit der Staatsanwaltschaft nicht machen, weil es ein laufendes Ermittlungsverfahren sei und man sich von den Beschuldigten noch Täterwissen erhoffe.

Alexandra Groenewald machte auch keine Angaben dazu, wie lange die illegalen Geschäfte schon laufen, woher das gewaschene Geld stammte und welche Organisation(en) der Organisierten Kriminalität möglicherweise verwickelt ist (bzw. sind).

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