Rems-Murr-Sport Jetzt also doch: FSG Waiblingen/Korb gegründet

In dieser Saison spielen der SC Korb (mit Ball Caren Hammer) und der VfL Waiblingen (von links Marisa Remsing, Lisa Friedrich, Mara Seitzer) noch gegeneinander. Das wird sich bald ändern. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Ende Januar berichtete diese Zeitung, der SC Korb werde seine erste Frauenmannschaft nicht für die kommende Saison melden, und der VfL Waiblingen habe das Angebot, eine Spielgemeinschaft zu bilden, abgelehnt. Jetzt stehen die Korber Handballerinnen in der 3. Liga Süd auf Rang eins – und flugs wird die SG doch gegründet. Zu verlockend ist die Chance, in der Saison 2017/18 in der 2. Bundesliga zu spielen und aus dem Nichts mit einer zweiten Mannschaft in der Baden-Württemberg-Oberliga vertreten zu sein.

Unterschrieben wurde der Vertrag Ende vergangener Woche von Vertretern beider Vereine. Ausdrücklich ist in einer gemeinsamen Presseerklärung der Vereine von einer „Zweckgemeinschaft“ die Rede, gebildet wird die Frauen-Spielgemeinschaft (FSG) nur für die kommende Saison.

Die Chance zu bieten, in der 2. Bundesliga zu spielen

Übereinstimmend sagen Karsten Reichmann (Vorsitzender VfL), Nadir Arif (Sportlicher Leiter VfL), Rolf Gruber (Vorstandsmitglied SC-Hauptverein) und der Korber Trainer Jürgen Krause, es gehe darum, den Spielerinnen des SC als möglichem Meister in der 3. Liga Süd die Chance zu bieten, in der 2. Bundesliga zu spielen.

Und somit den verdienten Lohn für eine herausragende Saison einzuheimsen. Eile war geboten, denn bis zum 1. April muss der Antrag für die Bildung einer SG gestellt werden. Der Zeitdruck habe sich positiv auf die Verhandlungen ausgewirkt, sagt Gruber. Es sei schnell und effizient gearbeitet worden.

Rettung der Drittliga- beziehungsweise Zweitligalizenz des SC Korb

Zweck der FSG ist es, die Drittliga- beziehungsweise Zweitligalizenz des SC Korb zu retten. Die wäre beim Korber Rückzug, der wegen befürchteter finanzieller Risiken eigentlich schon beschlossen gewesen war (wir haben berichtet), wohl an ein Team aus einem anderen Landesverband gegangen. In Waiblingen sind die finanziellen Möglichkeiten aufgrund zahlungskräftiger Sponsoren größer, insofern ergibt die Zusammenarbeit Sinn.

Großer Gewinner ist aber der VfL Waiblingen. Seine Drittliga-Mannschaft spielte während der laufenden Saison lange gegen den Abstieg und ist derzeit gerade mal Achter, Team II führt nach dem Rückzug aus der Landesliga die unterste Spielklasse, die Kreisliga B, verlustpunktfrei an.

Künftig drei Teams

Dank der FSG wird es künftig unter Federführung des VfL drei Teams geben. Die erste Mannschaft, bisher SC Korb, spielt entweder in der 2. Bundesliga oder in der 3. Liga Süd, die zweite, bisher VfL Waiblingen, in der Baden-Württemberg-Oberliga. Team III, bislang SC Korb II, wird als derzeitiger Tabellenzweiter in der Bezirksklasse entweder wieder dort oder in der Bezirksliga antreten.

Der Clou: Nach Ende der Saison 2017/18 gehen die Lizenzen der beiden hochklassig spielenden SG-Mannschaften an den VfL Waiblingen, die Korber ziehen sich – wie eigentlich schon jetzt geplant – auf die Bezirksebene zurück.

„Wir bezahlen Korb nichts, sondern bauen eine Brücke“

Laut Nadir Arif, dem Sportlichen Leiter des VfL, kam die Initialzündung für die FSG vom Korber Trainer Jürgen Krause. Zuspruch gegeben habe es aber auch von Vertretern anderer Vereine. „Die meisten haben gesagt, es wäre dämlich, wenn wir die Korber Lizenz verfallen lassen würden.“

Arif betont, der VfL habe den Erfolg nicht gekauft. „Wir bezahlen Korb nichts, sondern bauen eine Brücke.“ Nach der Saison wären Coach Krause, Torwarttrainer Hartmut Hammer sowie die Stammspielerinnen Hanna Hojczyk, Lea Gruber, Vanessa Nagler, Sina Stumpp, Jasmin Dirmeier und Caren Hammer ohnehin vom SC nach Waiblingen gewechselt. Dann aber nur in die 3. Liga, eine BW-Oberliga-Mannschaft hätte es nicht gegeben.

Jetzt hat der VfL allerdings das Problem, die FSG II konkurrenzfähig zu bestücken. Arif sagt, das Team solle nicht zusammengekauft, sondern mit landesligaerfahrenen Spielerinnen aus der jetzigen zweiten Mannschaft des VfL sowie nur wenigen Neuzugängen bestückt werden. Außerdem sei vorstellbar, dass junge Spielerinnen aus der ersten Mannschaft auch zeitzweise im BWOL-Team zum Einsatz kommen. Ob das aber genügt, um die FSG in der Oberliga zu halten, ist fraglich. Auch für Arif.

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