Rems-Murr-Sport Zum Karriere-Ende den Inferno-Triathlon

„Sport ist für mich immer harte Arbeit gewesen, er war immer leistungsorientiert“, sagt die Triathletin Ricarda Lisk. Foto: Wagner / ZVW

Die 17. Profi-Saison wird für die Triathletin Ricarda Lisk die letzte sein: Mit dem spektakulären Inferno-Triathlon im August im Berner Oberland beendet die Korberin ihre lange und erfolgreiche Karriere. Am Sonntag startet Lisk mit dem sechsten Backnanger City-Triathlon ins Wettkampfjahr.

Im Video: Ricarda Lisk, Triathletin und Trainerin des VfL Waiblingen.

Angedeutet hatte sich das Karriere-Ende der 36-Jährigen, nun ist es tatsächlich so weit. „Sport ist für mich immer harte Arbeit gewesen, er war immer leistungsorientiert“, sagt Ricarda Lisk. „Jetzt kann ich ihn bald als Hobby sehen, ohne ständig irgendwelche Zeiten und Trainingspläne im Kopf zu haben, darauf freue ich mich.“

Lisk arbeitet parallel als Triathlon-Trainerin

Fit bleiben will und muss die Korberin jedoch, schließlich wird sie mit ihrer Passion weiterhin ihren Lebensunterhalt verdienen: Schon länger arbeitet Lisk parallel als Triathlon-Trainerin, der Übergang nach dem Ende des Profi-Daseins wird fließend sein.

In der vergangenen Saison gab’s gleich mehrere Höhepunkte in Lisks Wettkampfkalender: Mit dem fünften Platz beim Kraichgauer Halb-Ironman erwischte sie einen sehr guten Saisonstart, Ende Juni siegte sie beim Chiemsee-Triathlon. Bei der Europameisterschaft in Wiesbaden musste Lisk mit Magenproblemen aufgeben, wobei die Konzentration der Weltmeisterschaft in Australien galt.

"Ich kann mir keinen Vorwurf machen"

Der 23. Platz war zwar nicht ganz das Resultat, das sich Lisk vorgestellt hatte. Die Rahmenbedingungen indes passten nicht: Es war ungewöhnlich kalt, zudem mag Lisk weder flache Strecken noch Windschattenrennen. „Ich war bestens vorbereitet und habe alles gegeben“, sagt sie. „Deshalb kann ich mir keinen Vorwurf machen.“

Die WM in Mooloolaba war zwar das finale Rennen der Saison, ein Triathlon-Highlight indes wartete noch im Oktober: Bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii coachte Ricarda Lisk ihren Freund Daniel Rapp, der auch für den VfL Waiblingen startet – und bekam einen Eindruck vom Mythos des härtesten Ironmans der Welt. „Für Europäer ist Hawaii eine Herausforderung und Qual zugleich“, sagt Lisk.

Zweiwöchiges Skilanglauf-Trainingslager

Direkt im Anschluss startete Lisk mit der Vorbereitung auf die neue Saison – unter anderem mit einem zweiwöchigen Skilanglauf-Trainingslager im tschechischen Srni unter der Leitung ihres Ex-Trainers Lubos Bilek. Im Februar ging’s traditionell in wärmere Gefilde: Während der sechs Wochen auf Fuerteventura leitete Lisk Triathlon-Camps und arbeitete zudem an ihrer Form.

Nach zwei Wettkämpfen der Baden-Württemberg-Liga geht’s beim Chiemsee-Triathlon am 25. Juni zur Sache. Eine Woche davor plant Lisk den Start beim Black-Forest-Ultra-Bike-Marathon im Schwarzwald, einem Mountainbike-Rennen – zur Vorbereitung auf ihren Saisonhöhepunkt und -abschluss am 20. August.

700 Kilometer quer durch Südafrika

Beim Inferno-Triathlon in der Schweiz muss ein Teil der Radstrecke mit dem Bike bewältigt werden. Als Rennradfahrerin hat Lisk großen Respekt vor den Herausforderungen im Gelände – vor allem vor den Abfahrten. Deshalb wird sie vorab einen Technik-Kurs im Schurwald besuchen.

In den Schweizer Bergen holt sich Lisk die Wettkampfhärte für die Mountainbikerennen. Die braucht sie, wenn sie sich eines Tages ihren großen Traum erfüllen will: die Teilnahme am Cape Epic. Das achttägige Etappenrennen über rund 700 Kilometer quer durch Südafrika ist eine knackige Angelegenheit. Aber auch eine Veranstaltung, bei der Lisk beweisen kann, dass sie noch längst nicht in Altersteilzeit ist.

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