Rems-Murr-Kreis VVS: Höhere Preise kommen

Symbolbild. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Rems-Murr-Kreis.
Ein letztes Aufbäumen der SPD und der Grünen im Kreistag, aber es nützt nichts. Mit deutlicher Mehrheit hat jetzt auch der Umwelt- und Verkehrsausschuss dem Antrag des Verkehrsverbundes Stuttgart (VVS) zugestimmt, die Fahrpreise um durchschnittlich 1,9 Prozent zu erhöhen. Das große Aufschnaufen bei Nutzern der Öffentlichen kam mit dem 1. April. Eine Tarifzonenreform brachte deutlich billigere Fahrkarten. Nun aber schlägt die alljährliche Erhöhung wieder zu. Diesmal sollen es 1,9 Prozent sein. Die Fahrt von Waiblingen nach Stuttgart verteuert sich von 2,90 Euro auf 3,10, ebenso die von Schorndorf nach Welzheim.

Landrat Richard Sigel verteidigte die geplante Erhöhung. Eine Nullrunde koste den Kreis 784 000 Euro. Das Land signalisierte zwar Entgegenkommen. Doch das, was der Verkehrsminister beisteuern will, betrage gerade mal ein Viertel. Nun reiht sich Rems-Murr in die Liste der Landkreise ein, die wieder für die Erhöhung plädieren. Zuletzt entschieden sich die Räte in Böblingen für die neue Preisrunde. Und beim wichtigsten Klientel, bei den Schülern und ihren Jahrestickets, ändere sich eh nichts.

Da half alles Gegenreden der Grünen und der SPD nichts. Grünen-Rätin Dr. Astrid Fleischer setzte die Kosten in Relation zum Kreishaushalt und kam auf gerade mal 0,1 Prozent Mehrkosten. Eigentlich würde man für eine funktionierende S-Bahn sehr wohl einen Preis bezahlen. Sie aber fürchtet: „Mit diesem Preisaufschlag wird die Qualität auch nicht besser.“

Grüne, SPD und die Linke bohrten mit mehreren Haushaltsanträgen. Die Region soll sich endlich anschließen an Wien und Bregenz, mittlerweile auch an Reutlingen oder andere Regionen in Deutschland. Ein Hieb mit der Machete durch den ganzen Tarifdschungel muss demnach her. 365 Euro für ein Jahresticket, egal wie weit. Ein Euro am Tag. SPD-Vertreter Klaus Riedel war’s, der fragte, wie denn sonst die Verkehrswende in Gang kommen soll. Er rechnete vor: Einige Tarife oder Zonen erhöhen sich eben nicht nur um die durchschnittlichen 1,9 Prozent, sondern um sieben Prozent. Es komme darauf an, gerade den Einzelpreis billig zu halten, damit es mehr Umsteiger gibt. „Wir müssen uns alle anstrengen, das Rad herumzudrehen.“

Wie lässt sich die Erhöhung umgehen? Einfacher Tipp: Tagesticket kaufen.

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