Rommelshausen Schon wieder Stromausfall in Kernen

Symbolbild. Foto: pixabay.com (CC0 Public Domain)

Kernen-Rommelshausen. Kein Haareföhnen, kein Kaffee, kein Toastbrot – ein Stromausfall hat vielen Menschen in Rommelshausen den Start in den Freitag verkorkst. Mehr als zwei Stunden lang war der Strom im Nordosten des Kernener Teilorts weg. Die Kläranlage am Beibach blieb sogar den ganzen Vormittag über vom Netz getrennt. Laut Remstalwerk war ein Fehler auf der Leitung zwischen Weinstadt und Kernen der Auslöser.

„In welchem Jahrhundert leben wir?“, „Bananenrepublik“ – an Kommentaren wie diesen in der Facebook-Gruppe „Kernen in Remstal“ lässt sich ablesen: Viele Bürger sind wegen der wiederholten Stromausfälle in Kernen mit ihrer Geduld am Ende. Bereits in der Nacht auf Montag waren im Nordosten von Rommelshausen während eines heftigen Gewitters die Lichter ausgegangen. Erst zweieinhalb Stunden später war der Strom wieder da. Jetzt folgte nur vier Tage später der nächste Blackout.

Um kurz nach 6.30 Uhr wurde am Freitag zahlreichen Haushalten der Saft abgedreht. Zwei Stunden später waren laut Remstalwerk alle wieder am Netz. Der Ausfall fiel also in eine denkbar ungünstige Tageszeit, zu der in aller Regel Haare geföhnt, Kaffee gekocht, Brotscheiben getoastet, elektrische Rollläden und Garagentore geöffnet werden – und zu der in zahlreichen Firmen der Betrieb anläuft, etwa in der Gottlieb-Daimler-Straße, die ebenfalls von dem Ausfall betroffen war.

Kläranlage mehr als sechs Stunden ohne Strom – „im grünen Bereich“

Noch länger ohne Strom war die Kläranlage am Beibach zwischen Rommelshausen und Weinstadt. Hier war der Betrieb bis kurz vor 13 Uhr nur schwer eingeschränkt möglich. Wirklich kritisch sei die Situation allerdings noch nicht gewesen, sagte ein Mitarbeiter des Klärwerks auf Anfrage unserer Zeitung – „alles im grünen Bereich“. Wäre der Strom allerdings noch viel länger ausgefallen, wären zum Beispiel die Bakterien in der biologischen Reinigung gefährdet gewesen. Diese werden über strombetriebene Gebläse mit Sauerstoff versorgt.

Doch wie kam es überhaupt zum Stromausfall? Schuld war nicht etwa ein Bagger, der aus Versehen eine Leitung erwischt hatte. Laut Tobias Wiegand, Technischer Leiter beim Remstalwerk, hat ein Fehler auf der Verbindungsleitung zwischen Kernen und Weinstadt den Ausfall ausgelöst. Hier wird der Strom sowohl unterirdisch als auch überirdisch geleitet. An einer Übergangsstelle aus dem Boden in die Luft habe ein defekter Überspannungsableiter einen Kurzschluss ausgelöst. Der Ableiter soll die Kabel zum Beispiel vor Blitzeinschlägen schützen. Der Kurzschluss sorgte wiederum für die automatische Abschaltung von insgesamt 29 Mittelspannungsstationen, von denen aus die Kernener mit Strom versorgt werden, so Wiegand.

Die 29. Station, die das Klärwerk versorgt, konnte demnach erst wieder in Betrieb genommen werden, als der kaputte Ableiter ausgetauscht war.

Wie viele Kernener Haushalte genau ohne Strom waren, ist nicht bekannt. Es dürfte sich allerdings um fast den gesamten Nordosten Rommelshausens gehandelt haben. Wegen verschiedener Baustellen habe das Remstalwerk die Stromversorgung umgestellt, erklärte der Technische Leiter: Die Ringe der Leitungen im Mittelspannungsbereich seien momentan größer als sonst. Eine Abschaltung schneide deshalb automatisch auch mehr Menschen vom Netz ab.

Für 400 000 Euro sollen alte Leitungen ausgetauscht werden

Immer wieder wird über das in die Jahre gekommene Stromnetz diskutiert. Bei einer Pressekonferenz vor zwei Monaten kündigte Remstalwerk-Geschäftsführerin Gabriele Laxander Investitionen von 400 000 Euro allein in Kernen an: Veraltete Leitungen sollen ausgetauscht werden.

Das Remstalwerk hat das Stromnetz Anfang 2017 übernommen. Seither ist es zu mehreren größeren Stromausfällen gekommen. Besonders heftig traf es die Kernener im November vergangenen Jahres, als sie, ebenfalls wegen eines Fehlers im Mittelspannungsnetz, bis zu sieben Stunden ohne Elektrizität waren.

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