Scherz zum ersten Mai Ein Hirsch mitten in Urbach

Urbach. Tierische Überraschung in Urbach: Aus einem alten Gartenzaun, Paletten und anderem Altholz haben einige Stammtisch-Kumpels einen eindrucksvollen Hirsch gebaut und am Vorabend des 1. Mai an prominenter Stelle platziert. Ihr Ziel: Den leeren, derzeit geschotterten Platz des abgerissenen Hirsch-Areals, zur Gartenschau und darüber hinaus mit Leben zu füllen – und Nachahmer anzuregen.

Sie umschreiben die Zusammensetzung ihres Stammtisches selbst so: „Selbstständige Handwerksmeister, Ingenieure und Käpsela.“ Zusammen haben die 17 Männer, die vorerst namenlos bleiben wollen, an fünf Abenden mehrere Stunden an ihrem Holz-Hirsch gearbeitet. Am Dienstagabend haben sie das Tier dann an der Urbacher Ortsdurchfahrt auf der Freifläche des ehemaligen Hirsch-Areals mit Hilfe eines Radladers aufgestellt, mitsamt einem kleinen, von Rollrasen bewachsenen Hügel. Wer dort in der Mainacht oder am Morgen danach vorbeikam, dürfte sich gewundert und die Augen gerieben haben – aber nein, es ist keine Remstal-Fata-Morgana, sondern wirklich ein massiver Hirsch mit ziemlich eindrucksvollen Maßen: vom Boden bis zur Geweihspitze sind es etwa 5,50 Meter. 

Daneben steht ein Schild mit der Aufschrift: „Hirsch-Park-Platz“. Eine Anspielung darauf, dass auch in der Diskussion war, einen Parkplatz aus der Fläche zu machen.

„Animieren, den Platz mit Leben zu füllen“

Als Vorlage diente für den Bau das Bild von einem Hirsch-Skelett, das die Tüftler-Gruppe maßstäblich umgerechnet hat, um dann einen Rohling des Körpers aus Papier herzustellen. Aus altem Holz, unter anderem von einem Gartenzaun wuchs dann der Hirsch, zunächst in Einzelteilen. Kopf, Körper und Geweih haben sie dann am Montagabend vorher zusammengeschraubt, um die Figur schließlich zu platzieren.

„Wir wollen auch die Bevölkerung, dazu animieren, den vermeintlich totgeglaubten Platz mit Leben zu füllen“, so ein Mitglied der „Hahna Cumpana“ gegenüber unserer Zeitung. „Vielleicht gibt es kreative Köpfe, die noch etwas dazustellen wollen.“ Und: „Vielleicht entwickelt sich ja ein Freilichtmuseum für Urbacher Künstler.“

Aktion erinnert an Kreisel-Maulwurf und Urbach-Schriftzug

Die Aktion erinnert ein wenig an den Remshaldener Kreisel-Maulwurf, der auch nur entstand, weil der Grunbacher Kreisverkehr-Hügel so lange so leer blieb. Letztendlich durfte dort im Kreisel der von einer Gruppe Bürger gebaute Maulwurf nicht aufgestellt werden, weil das Landratsamt bei dem Standort nahe der B 29 Sicherheitsbedenken hatte. Ebenfalls eine ähnliche Aktion war der Urbach-Schriftzug, den jemand um den 1. April 2018 herum im Bereich des Bergrutsches aufgestellt hat. Nach einer Anzeige musste der aus Naturschutzgründen wieder weg. Bleibt abzuwarten, was mit dem Hirsch passiert.


Das Hirsch-Areal

Nach dem Abriss des Hirsch-Areals an der Urbacher Hauptstraße gab es verschiedene Überlegungen, was man dort für die Gartenschau machen könnte, Kunstwerke, eine Bepflanzung oder ein Parkplatz waren Vorschläge.

Letztendlich einigte sich der Gemeinderat auf einen Rollrasen, auf dem Gartenschau-Leitvögel und Bienen aus Holz stehen sollen. Im Moment befindet sich dort aber noch eine große, eingezäunte Schotterfläche.

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