Schorndorf Spatenstich für den Bewegungskindergarten

Spatenstich für den Bewegungskindergarten im Sportpark Rems. Foto: Gaby Schneider / ZVW

Schorndorf.

Auch wenn’s schwerfällt und sie schon vor dem Spatenstich mit ihren Schaufeln kräftig in der Erde gebuddelt haben, die Mädchen und Jungen des Kinderhauses Sonnenbogen müssen sich noch bis Frühjahr 2019 gedulden: Dann erst werden sie in den sechsgruppigen Bewegungskindergarten umziehen können, der im Sportpark Rems unter Trägerschaft der Awo eröffnet wird und die Stadt 6,8 Millionen Euro kostet.

Mag die Kritik auch immer wieder hochkommen, für Oberbürgermeister Matthias Klopfer ist und bleibt der neue Bewegungskindergarten kein Prestigeobjekt – und schon gar kein Luxus-Kindergarten. Beim Spatenstich erklärte er – „zum allerletzten Mal“ –, dass der neue Kindergarten, der auf dem Gelände des alten Kunstrasenplatzes und den Resten des einstigen Freibads Altlache gebaut wird, mit 650 000 Euro Investitionskosten pro Gruppe nicht teurer kommen wird als an anderen Standorten. Die beiden Kleinsporthallen, die zum Kindergarten gehören, werden obendrein geeignet sein, die Turnhallen im Fuchshof und an der Albert-Schweitzer-Halle zu ersetzen. Platz, so Klopfers Ankündigung, mit dem in der Südstadt Wohnraum für 300 neue Mitbürgerinnen und -bürger geschaffen werden kann.

Tim Schopf: Leiter des neuen Bewegungskindergartens

Und: Im neuen Bewegungskindergarten werden auch nicht nur die beiden Gruppen aus dem Sonnenbogen unterkommen. Mit insgesamt sechs Gruppen wird es das größte Kinderhaus in Schorndorf werden – und für die Awo Kinder- und Jugendhilfe Rems-Murr gGmbH als Trägerin auch die größte Einrichtung im ganzen Rems-Murr-Kreis. Im Frühjahr 2019, pünktlich zur Gartenschau, soll der Bewegungskindergarten eröffnet werden. Und ohne die hätte das neue Kinderhaus auch gar nicht so schnell realisiert werden können, ist sich Klopfer sicher. Und klar ist für ihn auch: Mit dem sechsgruppigen Kindergarten kann die Stadt Eltern ein weiteres Betreuungsangebot machen, endlich die Warteliste abbauen und „eine gute Kooperation“ fortsetzen.

Arbeiterwohlfahrt übernimmt die Trägerschaft

Vor fünf Jahren hat die Awo die Trägerschaft des Kinderhauses am Schloss übernommen, in dem heute in fünf Gruppen insgesamt 70 Kinder betreut werden. Im Bewegungskindergarten werden’s 95 Kinder in sechs Gruppen sein. Für Geschäftsführer Bernd Waizel eine Herausforderung – genauso wie das Profil des neuen Kindergartens. Unter „optimalen Voraussetzungen“: Der Kindergarten wird nicht nur eine Bewegungslandschaft und eine Halle bekommen, sondern in den Sportpark Rems eingebettet sein und von der SG-Schorndorf sportpädagogisch begleitet werden. Darum, so kündigte Waizel bei Spatenstich an, werde bei den 20 Mitarbeiterinnen, die die Kinder betreuen sollen, auch „großen Wert auf Sportaffinität gelegt“. Und die erste Personalentscheidung ist schon getroffen: Tim Schopf, der das Kinderhaus am Schloss als Leiter mit aufgebaut hat, wird zum 1. Januar 2019 in den Bewegungskindergarten wechseln und ist schon jetzt in den Prozess der Konzeptentwicklung eingebunden.

In eineinhalb Jahren soll alles fertig sein

Dass auch der Zeitrahmen sportlich war, daran erinnerte Architekt Friedemann Backe von der Arge h4a/bwb architekten aus Stuttgart, die den Realisierungswettbewerb erst im September 2016 gewonnen hatte und den Kindergarten inklusive Mehrzweckgebäude mit Bewegungswelt, Gymnastikwelt und Umkleidebereich für das Stadion in eineinhalb Jahren bauen wird. Die 160 Quadratmeter große Bewegungswelt soll dabei hauptsächlich für den täglichen Kindergartenbetrieb zugänglich sein, aber auch für den Vereinssport. Als Ergänzung wird es die Gymnastikwelt mit 200 Quadratmetern geben – und im Kindergarten selbst Ganztagsgruppen für unter und über Dreijährige sowie Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten.

Deutscher Alpenverein hat noch Großes vor 

In einem zweiten Bauabschnitt kann dann der Deutsche Alpenverein aktiv werden: Auf dem Gelände der ehemaligen SG-Vereinsgaststätte plant die Sektion Schorndorf den Bau einer Kletter- und Boulderhalle inklusive Geschäftsstelle. Ob der Alpenverein dieses Projekt – nach dem 1,56-Millionen-Euro-Neubau der Alpenrosenhütte in den Kitzbüheler Alpen – tatsächlich wird stemmen und realisieren können, ist noch die Frage und wird erst nach der Gartenschau entschieden. Für die Stadt Schorndorf kein Problem: Der Entwurf der Architektengemeinschaft, sagte OB Klopfer funktioniere alleine und mit der Ergänzung des Alpenvereins. Als „I-Tüpfelchen“, als „Ausrufezeichen“ für den Sportpark Rems – und eben nicht als luxuriöses Prestigeobjekt.


Unter Awo-Trägerschaft

Die Awo Kinder- und Jugendhilfe Rems-Murr, als gemeinnützige GmbH gegründet, ist erst seit zehn Jahren im Kindergartenbereich aktiv und hat – außer dem Kinderhaus am Schloss in Schorndorf, in dem 70 Mädchen und Jungen bis zum Schuleintritt betreut werden – aktuell drei weitere Einrichtungen im Kreis: das Kinderhaus Zwergenzügle in Fellbach, das Kinderhaus Zipfelbach an den Rems-Murr-Kliniken Winnenden und das Kinderhaus Murrtalzwerge in Murrhardt. Der Schorndorfer Bewegungskindergarten, der im Frühjahr 2019 eröffnet werden soll, wird mit 95 Kindern in sechs Gruppen der größte sein. Für Geschäftsführer Bernd Waizel „das Filetstück unter unseren Einrichtungen“.

Im Rems-Murr-Kreis ist die Awo mit etwa 1300 Mitgliedern in neun Ortsvereinen organisiert. Sie betreibt einen ambulanten Pflegedienst über die Awo Sozialstation Rems-Murr gGmbH und Kindertagesstätten über die Awo Kinder- und Jugendhilfe gGmbH, bietet Stadtranderholungen, Kinderferienlager, Seniorenreisen, einen Tafelladen, Begegnungsstätten sowie Schuldnerberatung und betreibt als Awo Württemberg zwei Pflegeheime in Winterbach und Remshalden.

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